Verbrüht durch den Gartenschlauch

Stephanie Pingel Medizinredakteurin
Familie spielt mit Wasser aus dem Gartenschlauch
Vorsicht bei Wasser aus dem Gartenschlauch: Bei direkter Sonneneinstrahlung kann es kochend heiß sein! © Imgorthand/iStock

Eine kleine Abkühlung ist im Sommer immer angenehm. Doch dabei gibt es einiges zu beachten – wie auch ein Elternpaar aus Las Vegas feststellen musste. Eigentlich wollte es ihr neun Monate altes Kind nur mit Wasser aus einem Gartenschlauch erfrischen – anschließend musste der Junge wegen Verbrühungen in einer Spezialklinik behandelt werden.

Wenn die Sonne heiß vom Himmel scheint, gibt es nichts Schöneres, als sich mit etwas Wasser abzukühlen. Wer keinen Pool im Garten hat, nutzt oft Sprinkleranlagen oder Wasserschläuche als Ersatz. Doch genau in diesen Fällen sollten Sie gut aufpassen, damit die geplante Erfrischung nicht mit einem Unfall endet: Die Feuerwehr in Las Vegas hat auf ihrem Twitter-Profil ein Foto von einem neun Monate altem Kind geteilt, das durch Wasser aus einem Gartenschlauch stark verbrüht wurde.

 

Wasser im Gartenschlauch war 50 bis 60 Grad heiß

Verbrühter Junge
Die Polizei von Las Vegas zeigt ein Foto des Jungen nach dem Unfall © Twitter/Las Vegas FireRescue

Die Eltern hatten ihren Sohn eigentlich nur etwas abkühlen wollen, aber nicht bedacht, dass der Gartenschlauch bereits mehrere Tage in der Sonne gelegen hatte. Die Temperatur des Wassers lag dadurch bei etwa 50 bis 60 Grad – und der Junge erlitt Verbrennungen 2. Grades auf rund 30 Prozent seiner Haut. Er musste in einer Spezialklinik behandelt werden.

Zwar geschah der Unfall bereits im Jahr 2016, die Feuerwehr teilt den Beitrag aber jeden Sommer, um auf die Gefahr bei Hitze aufmerksam zu machen. „Wir haben jede Menge Rückmeldungen von Menschen bekommen, die sich dieser Gefahr gar nicht bewusst waren und jetzt besser aufpassen wollen, also teilen wir den Beitrag immer wieder“, so Tim Szymanski, Offizier und Pressesprecher der Polizei in Las Vegas. Die Feuerwehr rät, Wasser aus Schläuchen oder Sprinkleranlagen erst einmal ein paar Minuten laufen zu lassen, ohne dass es in Kontakt mit Menschen oder Tieren kommt. So lassen sich Unfälle durch Verbrühungen am einfachsten vermeiden.

 

Welche Gefahren lauern noch im Garten?

Spielt das Kind im Sommer im Garten, gibt einige Gefahrenquellen, die Eltern aber leicht beseitigen können:

  • Giftige Pflanzen

Generell sollten Sie bestenfalls keinerlei giftige Pflanzen im Garten haben, wenn Kinder bei Ihnen leben – es kann vorkommen, dass gerade jüngere Kinder Bestandteile der Pflanze unbemerkt in den Mund nehmen und verschlucken. Folgende Pflanzen sollten Sie besser nicht im Garten oder auf dem Balkon haben:

  • Bilsenkraut
  • Blauregen
  • Eibe
  • Eisenhut
  • Engelstrompete
  • Goldregen
  • Herbstzeitlose
  • Pfaffenhütchen
  • Rizinus (Christuspalme oder Wunderbaum)
  • Schierlingsarten
  • Tollkirsche

Erkundigen Sie sich bei Unsicherheiten am besten direkt im Gartencenter, ob die Pflanzen, die Sie kaufen wollen, giftig sind.

  • Vorsicht mit Wasser

Neben erhitztem Wasser aus Gartenschläuchen oder Sprinklern gibt es auch einige andere Dinge bei dem frischen Nass zu beachten: Lassen Sie Ihren Nachwuchs generell nie unbeaufsichtigt im Wasser spielen. Gerade jüngere Kinder können auch in einem kleinen Planschbecken mit geringem Inhalt ertrinken! Stehen mit Wasser gefüllte Tonnen auf Ihrem Grundstück, sollten diese gut verschlossen werden. Gartenteiche, größere Schwimmbecken und Ähnliches grenzen Sie am besten mit einem Zaun ab, über den das Kind nicht klettern kann.

  • Schuppen und Gartenhäuser

Bewahren Sie Gartengeräte wie Rasenmäher immer in einem abgeschlossenen Schuppen auf. Auch Stoffe und Flüssigkeiten wie Pflanzenschutzmittel, Dünger, Farben oder Lacke sollten immer unzugänglich aufbewahrt werden, so dass das Kind sie nicht erreichen kann.

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