Verbrennungen? Bloß kein Eis!

Grillen mit der Familie
Zur Sicherheit sollte beim Grillen immer ein Eimer Löschwasser in der Nähe stehen, um Verbrennungen vorzubeugen © Fotolia

Gerade in puncto Verbrennungen kursieren diverse Irrtümer. Praxisvita räumt mit den Missverständnissen auf und verrät Ihnen, was im Akutfall wirklich zu tun ist.

Ein Spritzer kochendes Wasser, der unvorsichtige Griff auf den Grill, heißes Bratfett: Hier gilt es, schnell zu reagieren. Und richtig. Das Wichtigste zuerst: Löschen Sie offene Flammen (für brennendes Fett niemals Wasser, sondern eine Decke verwenden). Verständigen Sie bei Schwerverletzten oder größeren Bränden den Notruf 112. Lassen Sie Verletzte nie allein und lesen Sie, was im Akutfall zählt (und was falsch ist):

 

Nur hohe Temperaturen sind gefährlich

Nein! Schon drei Sekunden unter 65 Grad heißem Wasser können zu Verbrennungen führen. Für Kinder sind schon 50 Grad gefährlich.

 

Brandblasen immer öffnen

Nie! Denn so haben Keime leichtes Spiel – das Risiko einer Infektion steigt. Große Wunden müssen deshalb steril verbunden werden, zum Beispiel mit sogenannten Metalline-Tüchern (Apotheke).

 

Brandwunden muss man immer kühlen

Nur Wunden, die kleiner als zwei 1-Euro-Münzen sind, sollte man mit 15-20 Grad kaltem Leitungswasser maximal 10 Minuten kühlen. Und: Eis ist tabu! Es drohen Erfrierungen. Bei großen Wunden das Brandopfer unbedingt warmhalten, zum Beispiel mit der gold-silbernen Rettungsdecke aus dem Verbandskasten.

Die Verbrennungsgrade im Überblick

1. Grad zum Beispiel Sonnenbrand: Nur die Oberhaut ist betroffen. Es kommt zu Rötungen und Schwellungen. Der Patient verspürt Schmerzen. Nach dem Abheilen der Wunde bleiben keine Narben zurück.

2. Grad zum Beispiel Kontakt mit heißem Fett: Verletzt sind Ober- und Lederhaut. Unter starken Schmerzen kommt es zur Bläschenbildung. Je tiefer die Verletzung der Lederhaut, desto wahrscheinlicher sind Narben.

3. Grad zum Beispiel Elektrizität: Der Patient spürt nichts, weil die Nerven in der Unterhaut zerstört sind. Weiße bis schwarze Gewebeschäden bleiben zurück. Eine Hauttransplantation ist nötig, um die Wunde zu schließen.                                    

 

Sofort runter mit der heißen Kleidung

Das gilt nur bei Kontakt mit heißen Flüssigkeiten. Sengende Kleidungsstücke immer löschen. Sobald sie sich in die Haut gebrannt haben, sollten die Kleider nur von einem Arzt entfernt werden.

 

Alte Hausmittel heilen bei Verbrennung

Irrtum! Mehl oder Öl können zur Entzündung führen. Kühlende Salben sollten nur bei Verbrennungen 1. Grades aufgetragen werden. Eingecremte Wunden erschweren dem Arzt die Diagnose.

 

Ist die Brandwunde versorgt, heißt es warten

Auch danach sind Ersthelfer wichtig. Schwere Brandverletzungen sind lebensgefährlich. Lagern Sie die Beine des Opfers erhöht, kontrollieren Sie regelmäßig die Atmung und beruhigen Sie den Verletzten.

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