Verbot von codeinhaltigem Hustensaft für Kinder

Kind hustet
Spätestens jetzt sollten Eltern wissen: Kinder sollten keinen codeinhaltigen Hustensaft verabreicht bekommen - egal wie schwer der Husten ist © Fotolia

Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), darf seit dem 16.10.2015 codeinhaltiger Hustensaft nicht mehr an Kinder verabreicht werden, da dieser bis zur Atemnot führen kann.

Zuvor waren mehrere tödliche oder lebensbedrohliche Fälle aufgrund von starken Atemproblemen im Zusammenhang mit Codein in Europa bekannt geworden. Deshalb ist die Behandlung von Kindern unter 12 Jahren mit codeinhaltigen Arzneimitteln gegen Husten, insbesondere der  Codeinsaft-CT 5 mg/5 ml, nicht mehr erlaubt. Auch Kindern und Jugendlichen zwischen 12-18 Jahren mit Atemproblemen wird von der Einnahme codeinhaltiger Hustensäfte abgeraten. Zusätzlich müssen jetzt alle Arzneimittel mit Codein einen kindersicheren Verschluss haben. Um ein erhöhtes Risiko auszuschließen, sollte vor dem Verabreichen von Medikamenten zur Therapie von Erkältungskrankheiten an Kinder, die Packungsbeilage auf den Inhaltsstoff Codein geprüft werden.

 

Diese 5 Medikamente können für ihr Kind noch gefährlich sein

 

Schmerzmittel

Rezeptfreie Schmerzmittel sind überall auf der Welt erhältlich und bewähren sich schon seit mehr als 100 Jahren gegen Schmerzen wie Kopfschmerzen oder Migräne und Fieber. Schmerzmittel wie Aspirin gelten als bedenklich und können besonders im Zusammenhang mit einem Infekt, die Ursache lebensbedrohlicher Krankheiten sein. Medikamente mit dem Wirkstoff ASS können bei Kindern unter 12 Jahren Reye-Syndrom auslösen. Bei dem Reye-Syndrom erhöht sich der Gehirndruck durch eine starke Ansammlung von Flüssigkeit. Dieser beeinträchtigt einerseits wichtige Nervenzentren und Nervenbahnen im Gehirn und führt gleichzeitig zu einer Schädigung und Verfettung der Leber – im schlimmsten Fall mit tödlicher Wirkung.Verabreichen Sie Medikamente an Kinder am besten immer nur in Absprache mit einem Arzt.

 

Ätherische Öle

Ätherische Ölen werden seit Jahrhunderten wegen ihrer heilenden Wirkung als Medizin verwendet. Sie bestehen aus unterschiedlich zusammengesetzten Stoffgemischen flüssiger, flüchtiger und fettlöslicher Pflanzeninhaltsstoffe oder aus synthetischen Aromastoffen, die beim Einatmen über die Schleimhaut, beim Einreiben über die Haut oder bei der Einnahme über den Magen vom Körper aufgenommen werden. Diese können jedoch zu hoch dosiert bei Kindern zu unerwünschten Wirkungen wie Haut und Schleimhautreizungen, Atemproblemen oder Erbrechen führen. Minzöle, Menthol und Kampfer sind Inhaltsstoffe von Erkältungsbädern oder Produkten zum Inhalieren und Einreiben der Brust und werden oft zur Lösung von Husten verwendet. Sie können bei Kindern im schlimmsten Fall zu Asthma ähnlichen Zuständen führen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (Bfr) rät sowohl bei Erkältungs- oder Entspannungspräparaten als auch bei Duft- oder Aromaölen, die über Duftlampen an die Raumluft abgegeben werden, zur Vorsicht bei Kindern und Säuglingen. Erkältungsbalsame die Kiefernnadel-, Eukalyptus- oder Thymianöl enthalten, können ohne Bedenken für Kinder verwendet werden.

 

Antihistaminika (AHG1)

Der Wirkstoff Antihistamin wird  meist als Spray, Tropfen, Tablette oder Zäpfchen gegen Übelkeit, Schlafprobleme oder bei Kombinationspräparaten gegen Erkältungen verwendet. Er unterdrückt grundsätzlich die Wirkung von Histamin im Körper und unterbricht somit allergische Reaktion und schwächt Juckreiz ab. Es wird zwischen den Wirkstoffen der ersten Generation H1-Antihistaminika (H1R) und der zweiten Generation (H2R) unterschieden. Die erste Generation des H1-Antihistaminika, ist hauptverantwortlich für alle allergischen Reaktionen, wie Juckreiz, Niesen, Rötung oder Schwellungen und kommt oft bei Erkältungen zum Einsatz. Der Wirkstoff der zweiten Generation H1 Antihistaminika blockiert diese Rezeptoren sehr genau und wird deswegen als Antiallergika zb. bei Heuschnupfen verabreicht. Dieser Wirkstoff der ersten Generation (H1R) kann für das Kind jedoch sehr gefährlich sein, da die Wirkstoffe sowohl ins Gehirn vordringen und müde machen, als auch den Herzschlag und die Atemfrequenz beeinflussen.

 

Antibiotika

Antibiotika helfen uns, Krankheiten schnell zu bekämpfen und sind bei manchen Erregern lebensnotwendig. Jedoch werden sie oft  zu vorschnell von Ärzten verabreicht. Das Problem: Antibiotika bekämpfen im Körper nicht nur die krankmachenden Keime, sie schädigen unter anderem auch die lebenswichtigen Milchsäurebakterien im Darm – und können dadurch noch Jahre später zu Pilzerkrankungen, chronischer Müdigkeit oder Allergien führen. Alles zur Anwendung von Antibiotika finden Sie hier. Besonders für Kinder sollten deshalb Antibiotika nur verschrieben werden, wenn sie zwingend Notwendig sind. Durch einen sogenannten CRP-Schnelltest beim Arzt, können Sie eine unnötige Schädigung der Darmflora verhindert, Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit und Durchfall bleiben aus und Ihr Kind bekommt eine optimale Versorgung.

 

Honig bei Säuglingen

Das süße Gold bekämpft Keime, heilt Wunden, lindert Rheuma – und schützt sogar vor Falten. Honig schmeckt nicht nur lecker, sondern enthält auch mehr als 180 medizinisch wirksame Stoffe. Bei Erkältungsbeschwerden ist er sogar wirksamer als Hustensaft. Seine wertvollen Inhaltsstoffe, vor allem die sogennanten Flavonoide, stärken die körpereigenen Abwehrzellen, wirken antibakteriell und antiviral. Selbst wenn entzündete Gelenke schmerzen, kann Honig verflüssigt und erwärmt im Wickel, deutliche Besserung bringen. Die enthaltenen Stoffe hemmen Rötung und Schwellung. Mehr zum Honigwickel finden Sie hier. Deshalb ist es umso wichtiger zu wissen, dass Honig bei Kindern bis zum ersten Lebensjahr eine schwere Vergiftung auslösen kann. Der Grund: Honig ist ein Naturprodukt, in dem gelegentlich das Bakterium Clostridium botulinum zu finden ist. Siedelt es sich in der noch nicht vollständig ausgereiften Darmflora eines Babys an, vermehrt es sich dort explosionsartig und schüttet ein Nervengift, das sogenannte Botulinumtoxin, aus. Das gelangt in den Blutkreislauf des Säuglings und löst massive Muskellähmungen aus – Mediziner sprechen vom Säuglingsbotulismus. Neben dem Darmstillstand kommt es dann auch zu Lähmungen der Augen-, Arm-, Bein- und Atemhilfsmuskulatur und im schlimmsten Fall sogar zum Tod des Kindes.

Hamburg, 21. Oktober 2015

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