Vegetarismus Was sind Lacto-Vegetarier?

Carolin Banser
Lacto-Vegetarier verzehren Milchprodukte
Lacto-Vegetarier akzeptieren Milchprodukte, verzichten aber neben Meerestieren und Fleisch auch auf Eier © istock/grafvision
Inhalt
  1. Drei Gruppen von Vegetariern – wer isst was?
  2. Lacto-Vegetarismus
  3. Was Lacto-Vegetarier essen
  4. Was Lacto-Vegetarier nicht essen
  5. Warum verzichten Lacto-Vegetarier auf Eier?
  6. Leben Lacto-Vegetarier gesünder?
  7. Welche Folgen kann eine lacto-vegetabile Ernährung haben?

Lacto-Vegetarier haben besondere Ernährungsbedürfnisse. Welche das sind und ob gesundheitliche Risiken für diesen Vegetarier-Typ bestehen, erfahren Sie hier.

 

Drei Gruppen von Vegetariern – wer isst was?

Vegetarier ist nicht gleich Vegetarier. Je nachdem, wie stark tierische Produkte vom Speiseplan gestrichen werden, unterscheidet man drei große Gruppen:

  • Ovo-lacto-Vegetarier: Sie essen Eier, Milch und Milchprodukte.
  • Lacto-Vegetarier: Sie akzeptieren nur Milch und Milchprodukte.
  • Veganer: Sie lehnen alle tierischen Lebensmittel ab, sogar Honig.
 

Lacto-Vegetarismus

Die lacto-vegetabile Ernährung ist eine besondere Form des Vegetarismus. Der Lacto-Vegetarier verzichtet nicht nur auf Fleisch, sondern auch auf Lebensmittel, die unter Verwendung von Eiern hergestellt werden. Alle anderen Produkte, die vom lebenden Tier stammen, wie z.B. Milch, Milcherzeugnisse und Honig, werden vom Lacto-Vegetarier konsumiert. Auch pflanzliche Nahrungsmittel wie z.B. Obst und Gemüse lassen sich auf dem Speiseplan eines Lacto-Vegetariers finden. 

 

Was Lacto-Vegetarier essen

  • Pflanzliche Nahrungsmittel
  • Milchprodukte und Käse
  • Honig
 

Was Lacto-Vegetarier nicht essen

  • Fleisch
  • Fisch
  • Meerestiere
  • Eier
 

Warum verzichten Lacto-Vegetarier auf Eier?

Auf der einen Seite gibt es Lacto-Vegetarier, die aus moralischen Gründen auf Eier verzichten. Auf der anderen Seite lehnen einige Lacto-Vegetarier den Verzehr von Eiern ab, um ihre Gesundheit zu schützen. So raten Ärzte Typ-2-Diabetikern mit schlecht eingestellten Blutwerten, sich beim Eierkonsum zurückzuhalten, da es sonst zu einer Kristallisation des Cholesterins kommen kann. Dieser Prozess ruft in vielen Fällen lebensgefährliche Entzündungen in den Arterienwänden hervor. Mögliche Folgen: Herzinfarkt, Schlaganfall oder plötzlicher Herztod.

Menschen mit einem LDL-Cholesterin-Wert über 200 sollten beim Eierkonsum ebenfalls Maß halten, um einer Gefäßverkalkung vorzubeugen. Auch Rheuma-Patienten wird empfohlen, keine Eier zu essen. Mediziner gehen sogar davon aus, dass eine lacto-vegetabile Ernährung zu einer Verbesserung des Allgemeinbefindens beiträgt und Rheuma-Symptome (z.B. Morgensteifigkeit, Gelenkschmerzen, Mund- und Augentrockenheit) lindert.

 

Leben Lacto-Vegetarier gesünder?

Wer sich fleischlos ernährt, hat niedrigere Blutdruck- und Blutfettwerte und meist ein gesünderes Körpergewicht im Gegensatz zu den Nicht-Vegetariern. Außerdem sinkt die Krebstodesrate. Durch den Verzicht auf bestimmte Lebensmittel kann darüber hinaus Krankheiten wie Gicht und Diabetes vorgebeugt werden.

 

Welche Folgen kann eine lacto-vegetabile Ernährung haben?

Lacto-Vegetarier, die sich ausgewogen und abwechslungsreich ernähren, nehmen alle lebenswichtigen Nährstoffe zu sich. Mangelerscheinungen sind daher bei der lacto-vegetabilen Ernährung sehr selten.

Wie sieht eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung aus? So bekommen Lacto-Vegetarier alle wichtigen Nährstoffe:

  • Eisen

Lacto-Vegetarier sollten darauf achten, eisenhaltige Lebensmittel wie Getreideprodukte mit Vitamin-C-reicher Frischkost (z.B. mit Grün- oder Rosenkohl) zu kombinieren, da dem Körper dann mehr Eisen zur Verfügung steht. Hier können Sie nachlesen, wie viel Eisen wir brauchen.

Orangensaft mit Brot

Lacto-Vegetarier sollten eisenhaltige Lebensmittel mit Vitamin C kombinieren, um die Eisenaufnahme zu verbessern © istock/borchee

  • Vitamin B12

Lacto-Vegetarier nehmen vor allem über Milch und Joghurt Vitamin B12 auf. Auch Hüttenkäse, Emmentaler und Camembert sind vegetarische Vitamin-B12-Quellen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 3 µg.

  • Vitamin D

Milch und Milchprodukte versorgen den Körper mit Vitamin D. Auch in Pfifferlingen und Champignons ist Vitamin D enthalten. Sonnenlicht ist jedoch die wichtigste Vitamin-D-Quelle. Da die Sonnenintensität im Winter allerdings gering ist, ist die Einnahme eines Vitamin D-Präparats zu empfehlen. Wie hoch der tägliche Bedarf an Vitamin D ist, erfahren Sie hier.

  • Kalzium

Die beste Kalziumquelle sind Milch und Milchprodukte. Auch mit Gemüse wie Grünkohl, Rucola, Brokkoli oder Fenchel kann die Kalziumversorgung sichergestellt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen die Aufnahme von 1.000 Milligramm Kalzium pro Tag.

  • Eiweiß

Lacto-Vegetarier können ihren täglichen Eiweißbedarf einfach über vegetarische Lebensmittel (z.B. Linsen, Kürbiskerne, Erdnüsse, Haferflocken, Quinoa) abdecken: Für eine gesunde Ernährung sollte man am Tag im Schnitt ein Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen.

Couscous-Salat
Der fleischlose Couscous-Salat liefert eine Menge Eisen © istock/uefraphoto

Rezept: Couscous-Salat

Zutaten für 2 Personen

  • 1 Zwiebel
  • 1 rote Paprikaschote
  • ½ rote Chilischote
  • 2 Avocados
  • ¼ Bund Petersilie
  • ¼ Bund Minze
  • 200 g Couscous
  • 3 EL Olivenöl
  • Meersalz
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • Zitronen- oder Orangensaft

1 Zwiebel schälen und fein hacken. Paprika- und Chilischote waschen und entkernen. Paprika in kleine Würfel, Chili in dünne Scheiben schneiden. Avocados halbieren, schälen und entkernen. Das Fruchtfleisch in Würfel schneiden. Kräuter waschen, trocken schütteln und die Blättchen fein hacken.

2 Couscous nach Packungsanweisung zubereiten. Mit den vorbereiteten Zutaten und Olivenöl mischen, mit Meersalz, Pfeffer und einem Spritzer Zitronen- oder Orangensaft abschmecken.

 

 

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