Vaskuläre Demenz – das sollten Sie wissen

Redaktion PraxisVITA
Vaskuläre Demenz durch Blutgerinnsel
Die vaskuläre Demenz entsteht aufgrund von Durchblutungsstörungen im Gehirn, etwa in Folge eines gerissenen Blutgefäßes oder eines Blutgerinnsels (Schlaganfall) © istock

Die vaskuläre Demenz ist nach Alzheimer die zweithäufigste Form der Demenz. Ist vaskuläre Demenz erblich? Was sind typische Symptome? Und gibt es Möglichkeiten, einer vaskulären Demenz vorzubeugen? PraxisVITA hat Antworten auf die häufigsten Fragen.

 

Sind Alzheimer und vaskuläre Demenz das Gleiche?

Demenz ist der Oberbegriff für Erkrankungen, die mit dem Verlust geistiger Leistungsfähigkeit einhergehen. Insgesamt gibt es über 50 verschiedene Formen, wobei die Alzheimer-Demenz die häufigste ist. Die sogenannte vaskuläre Demenz ist die zweithäufigste Demenzerkrankung. Das heißt: Nicht jede Demenz kann als Alzheimer beeichnet werden. Aber jeder Alzheimer-Patient wird zunehmend dement.

Die Unterschiede zwischen Alzheimer-Demenz und vaskulärer Demenz liegen im Wesentlichen in den Ursachen, dem Krankheits-Verlauf und den Symptomen. Mehr dazu in den folgenden Abschnitten.

 

Wie entsteht eine vaskuläre Demenz?

Die Hauptursache der vaskulären Demenz sind Veränderungen der Blutgefäße und dadurch bedingte chronische Durchblutungsstörungen im Gehirn. Ein unregelmäßiger Herzrhythmus (vor allem Vorhofflimmern), dauerhaft hoher Blutdruck und Arteriosklerose steigern das Risiko, an vaskulärer Demenz zu erkranken. Die Wände der kleinen Blutgefäße werden dicker und starrer, das Blut fließt schlechter. Infolge dessen kommt es nach und nach zur Mangelversorgung an verschiedenen Stellen im Gehirn.

Vaskuläre Demenz durch Arteriosklerose
Bluthochdruck und Arteriosklerose erhöhen das Risiko, an vaskulärer Demenz zu erkranken© istock

Weitere Risikofaktoren für eine vaskuläre Demenz sind:

 

Wie verläuft eine vaskuläre Demenz und wie äußert sie sich?

Die vaskuläre Demenz verläuft schubweise. Der Zustand eines Patienten ist daher meist lange stabil, bevor er sich rapide verschlechtert. Angehörige erleben oft, wie sich gute Gedächtnisleistungen und des Allgemeinzustands mit starken Gedächtnisstörungen und Stimmungsschwankungen abwechseln.

Charakteristisch für die vaskuläre Demenz sind:

Einige Symptome der vaskulären Demenz ähneln denen der Alzheimer-Krankheit. Dazu zählen vor allem Verwirrtheit, Sprachstörungen, Verlangsamung der Motorik, Stimmungsschwankungen, Koordinationsschwierigkeiten und Orientierungslosigkeit. Im Gegensatz zur Alzheimer-Krankheit treten diese jedoch häufig früher und intensiver auf.

Aber: Sowohl Persönlichkeit als auch Sozialverhalten werden durch die vaskuläre Demenz nicht beeinträchtigt. Außerdem kann bei einer vaskulären Demenz das Gedächtnis deutlich länger erhalten sein, als bei der Alzheimer-Demenz. Der Verlauf ist abhängig von der Stärke und der Zahl der Hirnschläge, die die Durchblutung unterbrechen und dadurch Gewebe im Gehirn zerstören.

So kann ein schwerer Hirnschlag eine Gangstörung, Muskeleigenreflexe sowie Störungen der Blasenentleerung (Harndrang und Inkontinenz) zur Folge haben. Kleine Hirnschläge können hingegen der Grund für Schwankungen der geistigen Leistungsfähigkeit des Betroffenen sein.

 

Ist die vaskuläre Demenz vererbbar?

Die vaskuläre Demenz an sich ist nicht vererbbar. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, die die Krankheit begünstigen und möglicherweise vererbt werden. Dazu gehören z.B. Übergewicht und Suchtverhalten.

 

Ist vaskuläre Demenz heilbar?

Die vaskuläre Demenz ist nicht heilbar. Es existieren aber Medikamente, die den Verlauf der Krankheit (mindestens um ein Jahr) verzögern können, sodass die Phase der Pflegebedürftigkeit entsprechend später beginnt.

Darüber hinaus eröffnet eine frühe Diagnose die Chance, sich auf die vaskuläre Demenz rechtzeitig vorzubereiten und z.B. Vorsorgevollmachten auszustellen.

 

Wie wird die vaskuläre Demenz behandelt?

Die vaskuläre Demenz wird vorrangig mit Blutverdünnern behandelt – etwa Acetylsalicylsäure (ASS). Diese soll die Blutversorgung aufrechterhalten und weitere Hirninfarkte verhindern. Auch Clopidogrel wird von den Ärzten häufig verschrieben, da es für eine bessere Durchblutung sorgt. Außerdem wurde der Ginkgo biloba Spezialextrakt EGb 761 in die Behandlungsempfehlungen für Demenz-Patienten aufgenommen.

Neben Medikamenten spielt auch die Zusammenarbeit von Ärzten, Pflegekräften und Physiotherapeuten eine große Rolle.

Die Bandbreite der Therapiemöglichkeiten:

  • Gedächtnistraining
  • Physiotherapie
  • Logopädie
  • Ergotherapie
  • Begleitende Psychotherapie

Jeder Patient hat außerdem die Möglichkeit, über die Behandlung von veränderbaren Risikofaktoren den Demenz-Verlauf positiv zu beeinflussen. Betroffene sollten auf eine gesunde Lebensweise achten, auf fettes Essen verzichten, das Rauchen einstellen sowie genügend Bewegung in den Alltag integrieren. Empfehlenswert ist ein leichtes Ausdauertraining z.B. zu walken oder spazieren zu gehen für mindestens 2½ Stunden in der Woche.

Ausführliche Informationen zur Behandlung der Demenz finden Sie hier.

Ginkgo gegen vaskuläre Demenz
Inhaltsstoffe der Blätter des Ginkgobaumes können bei einer vaskulären Demenz die Lebensqualität verbessern © istock

 

 

Lässt sich einer vaskulären Demenz vorbeugen?

Um der der vaskulären Demenz vorzubeugen, ist es besonders wichtig, den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren. Denn Bluthochdruck ist nicht nur ein Risikofaktor für Schlaganfälle, die eine vaskuläre Demenz zur Folge haben können. Er kann auch direkt durch Gefäßschädigung zum Verlust vieler mentaler Fähigkeiten beitragen.

Bewährte Tipps zur Vorbeugung von Demenz können Sie hier nachlesen.

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.