Varencilin – das beste Mittel zur Rauchentwöhnung?

Redaktion PraxisVITA

Für die meisten Raucher ist es extrem schwierig, auf Zigaretten zu verzichten. Doch zu spät dafür ist es nie. Selbst Betroffene, die kurz vor einem Herzinfarkt stehen, können fast die Hälfte an gefährlichen Komplikationen verhindern, wenn sie vom ‚Blauen Dunst‘ loskommen.

Inhalt
  1. Varencilin hilft bei der Rauchentwöhnung
  2. Einer von vier Rauchern wird dank Varencilin rauchfrei
  3. Medikamente zur Rauchentwöhnung – die Dosierung
  4. Wer zahlt das Medikament Varencilin?
  5. Neben- und Wechselwirkungen
 

Varencilin hilft bei der Rauchentwöhnung

Gerade, wenn die Gewohnheit zuschlägt oder Langeweile aufzieht, greifen viele zur Zigarette. Doch wie kann man dieses Verlangen umgehen? Der verschreibungspflichtige Wirkstoff Vareniclin soll genau das erreichen. Er bindet im Gehirn an dieselben suchtauslösenden Rezeptoren, die auch durch Nikotin angeregt werden – jedoch mit weniger Effekt. So soll das Verlangen reduziert werden. Wird dennoch geraucht, sind diese Rezeptoren durch das Vareniclin bereits besetzt. Die Zigarette schmeckt also weniger gut.

Frau bricht Zigarette durch – mit dem Rauchen aufhören
Mit dem Rauchen aufzuhören ist meist schwierig – Varencilin kann dabei unterstützen © iStock/KUO CHUN HUNG
 

Einer von vier Rauchern wird dank Varencilin rauchfrei

Schaut man auf die Erfolge (hier nach einem Jahr), dann schafft es etwa einer von vier Rauchern zum Ex-Raucher zu werden. Das sind zwei- bis dreimal so viele Menschen, wie unter einem Scheinmedikament (Placebo). Wichtig zu wissen: Nur das Medikament allein bringt zu wenig. Besonders wichtig ist ein begleitender Kurs, um im Alltag ohne Glimmstängel zurechtzukommen. An den Kurs-Kosten beteiligen sich in vielen Fällen die Krankenkassen – Fragen Sie vorher gezielt nach, da bestimmte Kriterien erfüllt sein müssen.

 

Medikamente zur Rauchentwöhnung – die Dosierung

Vareniclin sollte für eine möglichst gute Verträglichkeit langsam eingeschlichen werden. Am Tag eins bis drei werden einmal 0,5mg empfohlen, dann an den Tagen vier bis sieben zweimal 0,5 mg. Ist die erste Woche vorbei, kann auf ein Milligramm, dann zweimal täglich erhöht werden. Mit dem Rauchen sollte nach Plan aufgehört werden – auch schrittweise. Am besten ist es, einen genauen Termin in den ersten vier Wochen festzulegen.

In den meisten Fällen endet die Behandlung nach zwölf Wochen. Ist das Verlangen nach einer Zigarette nach drei Monaten jedoch immer noch stark, können weitere 12 Wochen drangehängt werden. Auch empfiehlt sich ein Ausschleichen des Medikaments (also umgekehrt zur Eindosierung).

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Wer zahlt das Medikament Varencilin?

Auch wenn Rauchen eine Sucht ist – die Krankenkassen übernehmen die Kosten leider nicht. Pro Monat liegen sie bei etwas mehr als 100 Euro.

 

Neben- und Wechselwirkungen

Ein Rauch-Stopp alleine bringt die Gefühlswelt schon ordentlich durcheinander – sehr häufig treten Übelkeit, Schlaflosigkeit und Albträume sowie  Kopfschmerzen auf. Wer zu Depressionen oder psychischen Erkrankungen neigt, sollte mit seinem Arzt vor Therapiebeginn offen sprechen. Wichtig: Vareniclin kann Schwindel und Müdigkeit auslösen. Wer also Auto fahren möchte, sollte abwarten, bis klar ist, dass diese möglichen Nebenwirkungen nicht auftreten.
 

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