Vaginalverjüngung per Laser – was steckt dahinter?

Redaktion PraxisVITA
Vor einer Vaginalverjüngung sollten sich Frauen eingehend beraten lassen
Vor einer Vaginalverjüngung sollten sich Frauen eingehend beraten lassen Foto:  YakobchukOlena/iStock

Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Wasserlassen und Geschlechtsverkehr – viele Frauen leiden nach der Menopause an diesen Symptomen. Ein neues Verfahren soll ihnen helfen – und zwar ohne den Einsatz von Hormonen. Doch es gibt auch warnende Stimmen.

Die sogenannte Vaginalverjüngung verfolgt keine kosmetischen Ziele – sie soll lediglich dazu dienen, Beschwerden wie Scheidentrockenheit, Juckreiz und Schmerzen, die mit der Hormonumstellung im Zuge der Menopause einhergehen können, entgegenzuwirken. Die Methode wird seit einigen Jahren von vielen deutschen Gynäkologen angeboten.

 

Wie funktioniert die Vaginalverjüngung?

Bei der Vaginalverjüngung wird eine Vaginalsonde eingesetzt, die – gegebenenfalls unter lokaler Betäubung – per Laser elektrische Impulse an das Gewebe am Scheideneingang oder der Scheidenwand abgibt. Diese Stimulation soll die Produktion von Kollagen anregen, was wiederum eine bessere „Lubrikation“, also Befeuchtung, der Vagina zur Folge hat.

 

Wie ist die Studienlage?

Die Vaginalverjüngung per Laser ist in den vergangenen Jahren verstärkt in den Fokus der Wissenschaft gerückt. Erste Studien zeigen positive Ergebnisse – doch Langzeitstudien zu Nutzen und Risiken der Methode stehen noch aus. In einer 2016 veröffentlichten Metastudie kamen Forscher zu dem Ergebnis, dass die Behandlung in den meisten Fällen gute Erfolge erzielt – so hatten viele Frauen, die zuvor aufgrund ihrer starken Beschwerden keinen Geschlechtsverkehr mehr hatten, nach der Behandlung wieder ein normales Sexleben.

 

Wie viel kostet die Scheidenverjüngung?

Die drei bis vier Therapiesitzungen können mit je etwa 400 Euro zu Buche schlagen – die Kosten werden nicht von der Krankenkasse übernommen.

 

Gibt es auch Kritik an dem Verfahren?

Die US-Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) warnt in einer aktuellen Meldung vor dem Einsatz der Lasertechnik zur Vaginalverjüngung und verweist darauf, dass die Methode zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden wie Scheidentrockenheit noch nicht ausreichend erforscht sei. Zudem könne es zu Komplikationen oder Nebenwirkungen wie Verbrennungen, Narbenbildung und chronischen Schmerzen kommen. Wie hoch das Risiko für solche unerwünschten Wirkungen ist, führen die US-Experten nicht auf – sie raten Patientinnen aber zu einer gründlichen Abwägung von Nutzen und Risiko zusammen mit ihrem Arzt.

Quelle:
Karcher, C., & Sadick, N. (2016): Vaginal rejuvenation using energy-based devices, in: International journal of women's dermatology.

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