Ursachen: Wodurch wird ein Nerv eingeklemmt?

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Oft sind Muskelverhärtungen, eine Fehlhaltung, eine falsche Schlafstellung oder manchmal eine einfache falsche Bewegung die Ursache dafür, dass ein Nerv eingeklemmt wird.

Das verhärtete Gewebe drückt dabei auf den Nerv und löst so die Symptome aus. Bei Menschen mit überwiegend sitzender Tätigkeit treten diese Muskelverhärtungen häufiger im Schulter-, Hals- und Nackenbereich auf. Ist ein Nerv eingeklemmt, kann die Nervenreizung die Folge eines bereits länger voranschreitenden Problems sein.

 

Nerv eingeklemmt – die häufigsten Ursachen

  • Bandscheibenvorfall: Die Bandscheiben sind eine Art Stoßdämpfer unserer Wirbelsäule. Sie liegen zwischen den Wirbeln, schützen diese und sorgen zudem für die Beweglichkeit der Wirbelsäule. Mit zunehmendem Alter oder aufgrund dauerhafter starker Belastung verlieren diese Gelkissen an Kraft und verschleißen. Bei einem Bandscheibenvorfall tritt der weiche Kern (Gallertkern) der Bandscheibe aufgrund von Rissen aus und drückt auf das umliegende Gewebe sowie auf die benachbarten Nerven. Eine mögliche Folge sind starke Schmerzen im Rücken, vor allem bei Bewegung. Je nachdem, wie stark die Reizleitung der Nerven beeinträchtigt ist, kann es zu einem Taubheitsgefühl und sogar zu Lähmungen kommen. Betroffen sind dabei jene Bereiche, die von dem Nerv versorgt werden. Bandscheibenvorfälle passieren am häufigsten im Bereich der unteren Wirbelsäule (Lendenwirbel).
Ner eingeklemmt durch falsche Schlafposition
Manchmal ist eine falsche Schlafposition dafür verantwortlich, dass ein Nerv eingeklemmt wird © istock/AntonioGuillem
  • Eingeklemmter Ischias-Nerv: Der Ischias-Nerv ist, genau genommen, ein Nervenbündel tausender Nervenbahnen. Im Bereich der Lendenwirbelsäule verlässt dieses Nervenbündel den Wirbelkanal, teilt sich in zwei Stränge auf und verläuft durch die Beine bis hin zu den Zehen. Damit ist der „Nervus ischiadicus“, so der lateinische Name, der längste Nerv unseres Körpers. Ischias-Schmerzen – medizinisch als Ischialgie bezeichnet – beginnen meist im Bereich von Hüfte und Gesäß, sie können aber bis in den Fuß ausstrahlen. Häufig werden die Schmerzen dadurch verursacht, dass eine verrutschte Bandscheibe auf den Ischias-Nerv drückt. Wenn der Nerv eingeklemmt wird, sendet er Schmerzsignale aus. Meistens ist bei der Ischialgie nur ein Bein betroffen, in seltenen Fällen sind beide Beine beeinträchtigt. Manche Menschen haben nur leichte Schmerzen, andere hingegen können sich kaum und nur unter Schmerzen bewegen. Zusätzlich zu den Schmerzen können sich die betroffenen Bereiche taub anfühlen oder kribbeln.
Ischias-Nerv eingeklemmt
Wenn der Ischias-Nerv eingeklemmt wird, sendet er Schmerzsignale aus © istock/dtimiraos
  • Karpaltunnel-Syndrom: Treten Symptome wie Schmerzen in den Unterarmen (besonders nachts) sowie ein Taubheitsgefühl oder ein Kribbeln in den Fingern auf, insbesondere in den ersten drei Fingern (Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger), sind dies Hinweise auf ein Karpaltunnel-Syndrom. Der Karpaltunnel befindet sich an der Innenseite der Handgelenke. Gebildet wird er durch die Handwurzelknochen, die von einem Bindegewebsband überspannt werden. Er dient als Durchgang für die Sehnen und den Nerv der Handinnenfläche. Aufgrund verschiedener Ursachen, zum Beispiel Verletzungen, Erkrankungen der Sehnenscheiden oder eine Überbeanspruchung, kann es zu einer Verengung des Tunnels kommen, wodurch der Nerv eingeklemmt wird. Eine typische Bewegungseinschränkung beim Karpaltunnel-Syndrom ist das sogenannte Flaschenzeichen: Der Daumen kann nicht mehr weit genug abgespreizt werden, um zum Beispiel eine Flasche zu greifen.
Nerv eingeklemmt in der Hand
Beim Karpaltunnel-Syndrom kommt es zu einer Verengung des Tunnels, wodurch der Nerv eingeklemmt wird © istock/Staras
  • Verengter Wirbelkanal: Unser Rückenmark durchläuft die Wirbelsäule in einer Art Tunnel, der als Wirbelkanal bezeichnet wird. Einerseits soll dieser Kanal die Nerven schützen, andererseits wird er bei Problemen auch zur Falle. Ein solches Problem liegt zum Beispiel dann vor, wenn der Wirbelkanal zu eng wird. Die Nerven werden zusammengedrückt und können eingeklemmt werden. Bei einer Verengung des Wirbelkanals spricht der Arzt von einer Spinalkanal-Stenose. Diese kann angeboren oder altersbedingt sein.
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