Urlaub im Kloster: Kurze Auszeit für die Seele

Michelle Kröger

So leben wie eine Nonne oder ein Mönch – aber auf Zeit. Immer mehr Urlaubsbedürftige nehmen sich im Kloster eine Auszeit vom hektischen Alltag. Ein Urlaub im Kloster kann vor schwierigen Entscheidungen wahre Wunder wirken.

Frau schaut sich ein Kloster an
Urlaub im Kloster liegt voll im Trend Foto:  istock/Oleh Slobodeniuk
Inhalt
  1. Immer mehr im Kommen: ein Urlaub im Kloster
  2. Was genau ist eigentlich ein Kloster?
  3. Was bieten Klöster Urlaubern an?
  4. Entschleunigung des Alltags durch Urlaub im Kloster
  5. Suche nach Selbsterkenntnis und Sinn des Lebens
 

Immer mehr im Kommen: ein Urlaub im Kloster

Stille ist ein knappes Gut. Um dem Stress des alltäglichen Lebens wirksam zu entkommen, suchen viele Menschen die hundertprozentige Ruhe. Und wo gibt es die mehr als in einem Kloster? Richtig, wohl nirgends. Immer mehr Klöster in Deutschland und den benachbarten Ländern bieten Gästen eine Auszeit hinter ihren Mauern an. Zur inneren Einkehr. Zum Runterkommen, Entspannen und Loslassen. Je nach Kloster fallen die Angebote ganz unterschiedlich aus. In der einen Anlage erwartet den Urlauber eher Wellness, in der anderen wird er ganz realitätsgetreu in den Tagesablauf der Nonnen und Mönche eingegliedert. Je nachdem, wonach einem der Sinn steht – und worauf man sich einlassen kann und möchte. Jeder Orden verfolgt eine andere Ausrichtung.

Auszeit im Kloster: Weltweit werden die unterschiedlichsten Einzel- oder Gruppenreisen angeboten. Von Deutschland über Frankreich bis hin nach Indien sind Aufenthalte im Kloster möglich. 

 

Was genau ist eigentlich ein Kloster?

Ein Kloster ist eine Anlage, in der Menschen, also in der Regel Mönche oder Nonnen, gemeinsam leben und ihrer Religion nachgehen. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort "claustrum" (verschlossen) ab und bezieht sich auf den von der Außenwelt abgeschlossenen Bereich der Mönche oder Nonnen. Es handelt sich also eigentlich um eine Art religiöse Lebensgemeinschaft.

Ein klösterliches Leben beinhaltet vor allem die lebenslange Bindung an den Orden. Dazu gehören auch Gebet und Einkehr, körperliche Arbeit, Gastfreundschaft und das Studium. Beispiele für Ordensgemeinschaften, die hinter Klostermauern leben: Benediktiner, Zisterzienser, Trappisten, Kartäuser sowie Karmelitinnen und Klarissen.

 

Was bieten Klöster Urlaubern an?

Gastfreundschaft spielt schon seit langer Zeit eine große Rolle im Leben von Nonnen und Mönchen. Es handelt sich um eine lange Tradition, die bereits die alten Benediktiner verfolgten. Fremde waren schon bei ihnen jederzeit willkommen. Außerdem gilt die Gastfreundschaft als eine christliche Tugend – und ist im Kloster deshalb quasi selbstverständlich.

Die Angebote können von Kloster zu Kloster variieren. Häufig umfassen die Programme folgende Punkte:

  • Möglichkeit zur Meditation und Kontemplation (aufmerksames Verweilen in der Stille, Schweigemeditation)
  • Seminare und Workshops zu verschiedenen Themenbereichen (meditativ, kreativ und/oder handwerklich)
  • Systemische Aufstellungen
  • (Begleitete) Fastenkuren
  • Heilfasten
  • Kulturelle Führungen
  • Offene Gottesdienste
  • Kneipp-Kuren und Kräuterkurse
  • Wellness
  • Wanderungen

Religiosität und Spiritualität

Ein Urlaub in einem Kloster zählt zu den Formen des spirituellen Reisens. Meistens ist bei Interessierten also ein gewisses Maß an religiösem Interesse vorhanden. Zum spirituellen Tourismus gehören beispielsweise auch Pilgerreisen oder Wallfahrten. Es kann aber auch sein, dass sich derjenige in einem Urlaub im Kloster erstmals intensiver mit dem Thema Religiosität und Spiritualität auseinandersetzen möchte.

Außerdem interessiert viele Reisende auch einfach das Leben in einem Kloster. Sie können ihrer Faszination des klösterlichen Lebens nachgehen und mal hinter die Mauern blicken. 

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Gemeinschaft erleben

Eine Auszeit im Kloster muss nicht immer ein Solo-Trip sein. Nein, viele Klöster bieten auch Gruppenreisen an. Ein angeleiteter Urlaub im Kloster kann auch mit Freunden oder Familie heilend sein. Wichtig: Sie sollten Vertrauen zu denjenigen haben, mit denen Sie hier einkehren. Denn Stillsein, ja, das hat auch viel mit Emotionen und vor allem dem Geschehenlassen zu tun.

 

Entschleunigung des Alltags durch Urlaub im Kloster

Innere Einkehr geht mit Entspannung einher. Das mag vielleicht zunächst für einige nicht so klingen, doch wer mal eine gewisse Zeit nur mit sich selbst verbringt, der wird schnell merken, wie die Gedanken klarer werden – und das Entspannungs-Level immens ansteigt. Wer im Alltag oftmals gestresst ist und kaum Zeit für sich hat, der kann während eines Urlaubes im Kloster die nötige Kraft tanken. Ja, das gelingt auch mittels Ruhe und Besinnung.

Unterstützung in Lebenskrisen

Egal ob im Job, in der Beziehung oder etwa in der Familie: Wer unter besonderen seelischen Belastungen oder vor schwierigen Lebensentscheidungen steht (zum Beispiel Trennung, berufliche Neuorientierung), der kann von einem Urlaub im Kloster profitieren.

Mit ein bisschen Abstand und in einem stillen Umfeld lassen sich Probleme manchmal viel besser lösen. Außerdem findet sich bestimmt eine Schwester mit einem offenen Ohr und einem guten Ratschlag. In manchen Klöstern erhalten Besucher zusätzlich auch Unterstützung in der Trauerbewältigung. 

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Suche nach Selbsterkenntnis und Sinn des Lebens

Zu guter Letzt kann derjenige die Zeit im Kloster auch dafür nutzen, sich Gedanken über eine eventuelle Neuausrichtung seines Lebens zu machen. Im Kloster hat man schließlich sehr viel Zeit zum Nachdenken. Wer bin ich eigentlich? Was will ich in meinem Leben erreichen? Wie sieht mein ideales Leben aus? Was macht mich wirklich glücklich? Warum tue ich, was ich tue? All das sind mögliche Fragen, mit denen man sich während einer Kloster-Auszeit beschäftigen kann.

Quellen:

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