Unverträglichkeit trotz negativem Test? Die Wahrheit über Gluten

Belächelt und als Hypochonder abgestempelt – dieses Schicksal trifft viele Menschen, die kein Gluten vertragen. Doch jetzt ist es bewiesen: Die Unverträglichkeit ist real, auch wenn der Test negativ ausfällt.

Die Zöliakie ist eine sogenannte Autoimmunerkrankung – das heißt, das Immunsystem richtet sich gegen den eigenen Körper. Sobald die Betroffenen Gluten zu sich nehmen, bildet das Immunsystem Antikörper gegen die Dünndarmzellen. Das führt zu einer Entzündung der Schleimhaut, in deren Folge der Dünndarm die Nahrung schlechter aufnehmen kann. Für die Betroffenen äußert sich dieser Prozess durch Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall.

 

Glutenunverträglichkeit trotz negativem Zöliakie-Test

Die Zöliakie-Diagnose wird per Blutuntersuchung gestellt – die Blutprobe wird dabei auf Antikörper getestet. Doch bei vielen Menschen fällt dieser Test negativ aus, obwohl jedes Brötchen und jede Portion Pasta Beschwerden macht.

Wissenschaftler des US-amerikanischen National Institutes of Health wollten herausfinden, ob die Beschwerden dieser Menschen wirklich mit dem Verzehr von Gluten zusammenhängen. Dazu gaben sie 59 Betroffenen für eine Woche fünf Gramm Gluten in Pillenform oder ein Placebo.

Nach Ablauf des Studienzeitraums zeigten ausschließlich die Probanden der Glutengruppe Symptome wie Bauchschmerzen, Blähungen, depressive Verstimmungen und Benommenheitsgefühl. Das Fazit der Wissenschaftler: Eine Glutenunverträglichkeit lässt sich nicht immer im Blut nachweisen – am verlässlichsten ist darum ein Ernährungstest, bei dem die Betroffenen probeweise Gluten weglassen.

 

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