Unterschied Psychologe und Psychiater

Ines Fedder Medizinredakteurin

Wer sich in psychologische Behandlung begeben möchte, steht häufig nicht nur vor dem Problem, einen Therapieplatz zu bekommen. Auch die Frage nach dem richtigen Ansprechpartner steht zunächst einmal im Raum. Denn die Unterschiede zwischen Psychologe, Psychotherapeut und Psychiater sind vielen gar nicht bekannt. Dabei gibt es klare Abgrenzungen, die für eine erfolgreiche Behandlung wichtig sein können.

Frau starrt traurig an die Decke
Bei der Wahl einer psychologischen Betreuung geht es um mehr als nur Begrifflichkeiten Foto:  istock/Vladimir Vladimirov
Inhalt
  1. Was macht ein Psychiater?
  2. Psychologe oder Psychotherapeut? Der Unterschied liegt im Detail
  3. Zusatzqualifikation Psychotherapeut
  4. Depressionen, Burn-out und Co.: Welche Therapie ist am besten?

Aber worin genau besteht eigentlich der Unterschied?

Die Berufsbezeichnungen Psychiater, Psychologe und auch der Psychotherapeut sind klar definiert und sogar rechtlich geschützt. Ausschlaggebend für die Unterscheidung bei der Wahl der Begrifflichkeit ist die jeweilige Ausbildung des therapeutischen Betreuers.

 

Was macht ein Psychiater?

Psychiater dürfen sich nur diejenigen nennen, die im Anschluss an ein Medizinstudium eine zusätzliche, mehrjährige Weiterbildung in der Psychiatrie und Psychotherapie abgeschlossen und eine Facharztprüfung absolviert hat. Die Basis der Ausbildung zum Psychiater ist also ein Medizinstudium, welches später auf die psychiatrische Medizin spezialisiert wird. Daher darf der Psychiater auch Arzneimittel verschreiben, um bestimmte psychische Störungen zu behandeln. Der Patient kann hier sowohl körperlich als auch psychisch betreut werden. Ein Psychiater führt in der Regel keine Psychotherapie mit dem Patienten durch. Möchte der Patient – zum Beispiel im Rahmen einer Verhaltenstherapie – psychologisch betreut werden, muss dieser einen Psychotherapeuten aufsuchen.

 

Psychologe oder Psychotherapeut? Der Unterschied liegt im Detail

Auch als Psychologe muss man ein Studium absolvieren, allerdings kein Medizinstudium. Als Psychologe werden bereits Absolventen geführt, die einen Bachelor im Fach Psychologie erworben haben. Allerdings: Der Titel berechtigt noch nicht dazu, eine psychische Erkrankung zu behandeln. In diesem Falle muss erst noch eine mehrjährige Psychotherapeutenausbildung absolviert werden. 

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Zusatzqualifikation Psychotherapeut

Hat man im Anschluss die Psychotherapeutenausbildung absolviert, kann man nun als Psychotherapeut arbeiten und psychische Störungen behandeln. Die Ausbildung zum Psychotherapeuten wird über das Psychotherapeutengesetz geregelt. Wichtig jedoch ist, dass eine Approbation vorliegt, das heißt die staatliche Erlaubnis zur Ausübung eines Heilberufs. Der Psychotherapeut behandelt in seiner Praxis zum Beispiel durch Einzel- und Gruppentherapien, Tiefenpsychologische Analysen oder andere Gesprächstherapien, jedoch ohne das Verschreiben von Arzneimitteln. Eine medikamentöse Behandlung kann nur von einem Psychiater initiiert werden, der ein Medizinstudium absolviert hat. 

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Depressionen, Burn-out und Co.: Welche Therapie ist am besten?

In den allermeisten Fällen gibt es nicht „den“ richtigen Behandlungsweg. Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Burn-out können auf unterschiedlichste Weise behandelt werden. Zudem gehen psychische Erkrankungen nicht selten mit organischen Erkrankungen einher, weshalb eine Kombinationstherapie sich in den allermeisten Fällen bewährt hat. So kann eine Gesprächstherapie in Kombination mit Psychopharmaka eine gute Wahl sein, dem Patienten zu helfen. Manchmal reicht es aber auch aus, dass der Patient zum Beispiel eine mehrwöchige Gruppentherapie absolviert. Ein Patentrezept gibt es nicht. 

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Quellen:

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