Unterschied zwischen Nebenwirkung und Impfreaktion

Ines Fedder Medizinredakteurin

Nach einer Corona-Impfung können unangenehme und sogar gefährlichen Nebenwirkungen auftreten. Wann es sich bei den Anzeichen allerdings wirklich um eine Nebenwirkung oder nur um eine „normale Impfreaktion“ handelt, ist gar nicht so leicht zu unterscheiden. Darauf sollten Sie achten.

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Inhalt
  1. Nebenwirkung oder normale Impfreaktion? Die Unterschiede
  2. Impfreaktion nach Corona-Impfung
  3. Warum überhaupt eine Impfreaktion?
  4. Nebenwirkungen nach COVID-19-Impfung: Das ist zu beachten

Im Zuge der weltweit voranschreitenden Impfkampagne kommt es immer häufiger zu Meldungen von Nebenwirkungen nach einer Corona-Schutzimpfung. In Deutschland werden diese dem Paul-Ehrlich-Institut gemeldet und bei Bestätigung eines möglichen Zusammenhangs mit der COVID-19-Impfung in den sogenannten „Roten Handbrief“ mit aufgenommen.

So geschehen ist es unlängst beim Vakzin von Johnson & Johnson und auch beim Impfstoff von Biontech/Pfizer, bei dem sich herausstellte, dass bei Jüngeren die „seltene Nebenwirkung“ einer Myokarditis eintreten kann. Wann aber handelt es sich wirklich um eine Nebenwirkung und wann lediglich um eine „normale Impfreaktion“? 

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Nebenwirkung oder normale Impfreaktion? Die Unterschiede

Oftmals, wenn von Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einer Corona-Impfung die Rede ist, sind eigentlich Impfreaktionen gemeint. Hierbei gibt es jedoch entscheidende Unterschiede.

 

Impfreaktion nach Corona-Impfung

Impfreaktionen nach einer COVID-Impfung treten als unmittelbare Reaktion nach der Verabreichung des Vakzins auf. Sie treten meist innerhalb von zwei Tagen auf und halten selten länger als zwei Tage an, erklärt das RKI.

Bei einer Corona-Impfung sind die häufigsten Impfreaktionen Beschwerden wie Schmerzen an der Einstichstelle (umgangssprachlich auch COVID-Arm genannt), Kopfschmerzen, Fieber oder Schüttelfrost. Es handelt sich dabei nicht um Nebenwirkungen, sondern um eine direkte Reaktion auf die Schutzimpfung. Bei einer Corona-Impfung kann sie je nach Vakzin unterschiedlich stark ausfallen. Bei manchen bleibt die Impfreaktion aber auch gänzlich aus. 

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Warum überhaupt eine Impfreaktion?

Die leichten Beschwerden nach einer Impfung entstehen deshalb, weil das Immunsystem auf die Impfung reagiert. Der Körper arbeitet daran, Abwehrkräfte gegen den Erreger aufzubauen. „Diese Reaktionen sind Ausdruck der erwünschten Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff und klingen in der Regel nach wenigen Tagen komplett an“, erklärt das Robert Koch-Institut (RKI). 

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Nebenwirkungen nach COVID-19-Impfung: Das ist zu beachten

Nebenwirkungen, in der Fachsprache auch unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) genannt, sind Beschwerden, die weitaus stärker als eine normale Impfreaktion sind. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind diese jedoch sehr selten und treten mit einer größeren zeitlichen Verzögerung auf.
 
Bei einer Impfung gegen Sars-COV-2 sorgte vor allem die sehr selten auftretende Hirnvenen-Thrombose in Folge einer Impfung mit AstraZeneca für Verunsicherung. Diese trat zwar nur in „sehr seltenen Fällen“ auf, endete jedoch tödlich. 

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Derzeit aktuell noch untersucht wird ein Zusammenhang zwischen einer Corona-Schutzimpfung und möglichen Zyklusbeschwerden bei Frauen. Dem Paul-Ehrlich-Institut wurden zwar mehrere Fälle bestätigt, eine Verbindung zur Corona-Impfung konnte man jedoch noch nicht feststellen.

Anders hingegen verhielt es sich im Falle von möglichen Herzmuskelentzündungen nach einer Verabreichung des Vakzins von Biontech. Hier hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Zusammenhang bestätigen können.

Wie entscheiden ob Nebenwirkung oder Impfreaktion?

Nebenwirkungen nach einer Impfung sind laut Infektionsschutzgesetz in Deutschland meldepflichtig. Treten länger anhaltende Beschwerden auf (in einem Zeitraum von vier bis 16 Tagen nach der Impfung), sollte ein Arzt zur Abklärung hinzugezogen werden. Dieser meldet dann die Beschwerden dem Gesundheitsamt, welches den Verdacht dem Paul-Ehrlich-Institut und die Landesbehörden weiterleitet. Sollte sich der Verdacht einer Nebenwirkung bestätigen, wird die Nebenwirkung im sogenannten „Roten Handbrief“ mit aufgenommen. Nun sind Ärzt:innen und Fachpersonal angehalten, auf eine mögliche Komplikation hinzuweisen.

Die Unterscheidung zwischen Impfreaktion und Nebenwirkung ist in jedem Fall wichtig – denn egal, ob nun bestätigt oder nicht: sollten Beschwerden länger anhalten und stark beeinträchtigen, ist ein Arztbesuch in jedem Fall empfehlenswert.

Quellen:

Sicherheit von Impfungen, in: rki.de
Wann treten Impfreaktionen und Nebenwirkungen auf?, in: stuttgarter-zeitung.de
Corona-Faktencheck: Impfreaktionen oder Nebenwirkungen - was ist der Unterschied?, in: infranken.de

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