Unterleibserkrankungen – So können Sie sich schützen

Im Schwimmbad herrscht Ansteckungsgefahr von Geschlechtskrankheiten
Keimfalle Schwimmbad: Herrscht hier mangelnde Hygiene, steigt das Risiko von Intiminfektionen. Nach dem Schwimmen möglichst bald zur Toilette gehen, damit in die Harnröhre eingedrungene Keime herausgespült werden © Fotolia

Eine Infektion im Intimbereich kann schnell einmal passieren. Wenn Sie sofort das Richtige tun, müssen Sie aber keine langwierigen Folgen fürchten. Praxisvita hat dazu den Experten Prof. Albrecht befragt.

Unterleibserkrankungen wirken besonders unangenehm und beunruhigend. Häufig sind Keime verantwortlich, vor denen sich der Körper normalerweise selbst gut schützt. Nur bei einer Überforderung der Abwehrkräfte können sich Bakterien oder Pilze stark vermehren. Dann kommt es zu schmerzhaften Entzündungen der Geschlechtsorgane oder Harnwege, Juckreiz, Brennen, Ausfluss, Problemen beim Wasserlassen und Blutungsstörungen. Auch Fieber, Unterbauch- und Rückenschmerzen gehören zu den möglichen Symptomen. Experten raten, dann sofort zum Arzt zu gehen und nicht darauf zu warten, dass die Beschwerden von selbst vergehen.

 

Gefahren einer Unterleibssenkung

Außer einer Intim-Infektion kann eine Unterleibssenkung oder Krebserkrankung für manche Symptome verantwortlich sein. Je früher die richtige Diagnose gestellt wird, desto leichter gelingt die Heilung. Eine hohes Ansteckungsrisiko besteht beim Besuch von sanitären Anlagen, Saunen oder Schwimmbädern, in denen mangelnde Hygiene herrscht. Eine mögliche Ursache von bakteriellen Infektionen sind ebenso ungeschützter Geschlechtsverkehr oder häufig wechselnde Partner. Vor allem Pilzerkrankungen können außerdem auf Stress, hormonelle Störungen, seelische Probleme, Antibiotika-Behandlungen oder die Pille zurückzuführen sein.

 

Die richtige Körperpflege zur Vorbeugung von INtim-Infektionen

Eine normale, regelmäßige Körperpflege genügt als Schutz vor Infektionen. Auf keinen Fall Scheidenspülungen vornehmen oder mehrmals täglich baden. Diese Maßnahmen schwächen die natürliche Abwehrkraft. Vermeiden Sie zu enge Kleidung, und achten Sie bei der Intimpflege darauf, keine Bakterien aus dem Analbereich in Richtung Scheide zu reiben. Besuchen Sie nur Sport- und Wellnesseinrichtungen, deren sanitäre Einrichtungen vom Personal ständig kontrolliert werden. Hygieneprodukte wie Seifen oder frische Handtücher sollten in ausreichender Zahl vorhanden sein. Um Blasenentzündungen vorzubeugen, ist es wichtig, feuchte Sachen rasch zu wechseln und den Unterleib ausreichend warm zu halten. Das beste Mittel, um sich vor Ansteckungen auf sexuellem Weg zu schützen, sind Kondome.

 

Behandlung bei Intiminfektionen und Pilzerkrankungen

Bei bakteriellen Infektionen bringen Antibiotika schnell Linderung. In vielen Fällen sollte sich auch der Partner behandeln lassen. Gegen Pilzerkrankungen helfen Salben und Zäpfchen. Eine gesunde Scheidenumgebung kann durch Hausmittel wie Joghurt-Anwendungen gefördert werden.

 

Vorbeugen gegen Krebs

Die beste Vorbeugung gegen Krebserkrankungen der Unterleibsorgane sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Beim jährlichen Vorsorge-Check beim Gynäkologen wird unter anderem ein Abstrich gemacht und auf bösartige Zellen untersucht. Falls bei einer Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter „Myome" entdeckt werden, ist dies kein Grund zur Beunruhigung. Es handelt sich um gutartige Geschwulste, die 70 Prozent aller gebärfähigen Frauen aufweisen. Sie werden meist nur behandelt, wenn sie zu Beschwerden führen. Seit neuestem stehen sehr einfache und sichere Katheter-Therapien gegen Myome zur Verfügung. Auch Zysten, die aus Eibläschen entstehen können, sind in der Regel gutartig und bilden sich häufig innerhalb von Wochen selbst zurück. Gehen Sie aber bei Beschwerden und ungewöhnlichen Blutungen immer zum Arzt. Falls ein bösartiger Tumor entdeckt wird, müssen häufig die Gebärmutter und die Eierstöcke entfernt werden. Geschieht die Behandlung in einem frühen Stadium der Erkrankung, sind die Heilungschancen ausgesprochen gut.

 

Interview: Wie gefährlich sind Infektionen der Geschlechtsorgane?

Prof. Albrecht: Sie können bis zum Eileiter aufsteigen und auch die Eierstöcke angreifen. Dann drohen Unfruchtbarkeit und Lebensgefahr.

Kann auch Krebs durch Ansteckung entstehen?

Beim Geschlechtsverkehr übertrage Papillom-Viren können Gebärmutterhalskrebs auslösen. Manche Tumore gelangen aber nicht bis zu den Blutbahnen. Dann muss nur befallenes Gewebe großräumig entfernt werden. Gebärmutterschleimhautkrebs entsteht hingegen aufgrund von hormonellem Ungleichgewicht. Ältere und übergewichtige Frauen haben ein erhöhtes Risiko. Vorsorgeuntersuchungen sind lebensrettend! Schwangerschaften mindern die Gefahr, Eierstockkrebs zu bekommen.

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