Unterarmgehstützen: So finden Sie das richtige Modell

Redaktion PraxisVITA

Unterarmgehstützen ermöglichen es dem Patienten, nach Unfällen, Operationen oder bei Schmerzen weiterhin mobil zu sein. 

Mann stützt sich beidseitig auf Krücken
Unterarmgehstützen gibt es in verschiedenen Größen Foto:  istock/andreypopov
Inhalt
  1. Was sind Unterarmgehstützen?
  2. Wie funktionieren Unterarmgehstützen?
  3. Unterarmgehstützen: Worauf Sie beim Kauf achten sollten
  4. Gehen mit Unterarmgehstützen – so funktioniert’s
  5. Wer übernimmt die Kosten für Unterarmgehstützen?
 

Was sind Unterarmgehstützen?

Unterarmgehstützen – auch Unterarmkrücken genannt – sind eine physiologische Gehhilfe. Generell formuliert werden sie dann eingesetzt, wenn die Beine nicht in der Lage sind, das ganze Körpergewicht zu tragen. Das ist zum Beispiel nach Unfällen, Verletzungen oder Operationen der Fall. Auch bei Menschen mit Handicaps oder als Sturzprophylaxe kommen sie zum Einsatz. In weniger schwierigen Fällen reicht auch die Verwendung eines Gehstocks.

 

Wie funktionieren Unterarmgehstützen?

Bei Unterarmgehstützen werden – der Name sagt es – Unterarm und Hand abgestützt, um einen Teil des Körpergewichts auf die Arme zu verlagern und damit die Beine zu entlasten.

Die Stützen gleichen Defizite aus, bieten Halt und spielen eine wesentliche Rolle für den Heilungsprozess. So ermöglichen sie die bei Verletzungen so wichtige Mobilität – denn Muskeln, die nicht genutzt werden, sind unterfordert und bilden sich unter Umständen zurück.

Neben den regulären Unterarmgehstützen gibt es auch weitere Arten von Krücken, die je nach Bedürfnis und Krankheitsbild infrage kommen – dazu gehört die sogenannte Achselstütze. Diese kennt man auch unter dem Begriff amerikanische Krücke. Hier stützt sich der Patient mit einer Querverstrebung unter den Armhöhlen auf der Krücke ab. Eine weitere Möglichkeit sind Arthritis-Gehstützen. Sie kommen für all jene infrage, die nicht dazu in der Lage sind, sich mit den Händen und Unterarmen aufzustützen. Hier wird der Unterarm in einer Schale mit Klettverschluss befestigt. 

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Unterarmgehstützen: Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Zumeist bestehen die Krücken aus einem Rohr aus Leichtmetall/Stahl mit einem Gummiende. Sie besitzen außerdem einen Handgriff samt Manschette, auf dem der Unterarm abgestützt werden kann – sowie einen ergonomischen Griff für den optimalen Halt der Krücken. Es ist wichtig, dass Unterarmgehstützen auch bequem sind und über einen längeren Zeitraum ohne Schmerzen benutzt werden können – besonders, wenn Sie permanent auf die Krücken angewiesen sind.

Unterarmgehstützen gibt es in den verschiedensten Größen und Gewichtsklassen. Die meisten Modelle sind für ein Körpergewicht bis maximal 140 Kilogramm konzipiert, stark Übergewichtige müssen zu speziellen Modellen greifen. Es ist ratsam, dass Sie sich die Krücken von einem Fachmann auf Ihre speziellen körperlichen Maße und Bedürfnisse anpassen lassen. Wichtig ist, dass die Handgriffe aus einem weichen Material bestehen und zugleich einen sicheren Handgriff ermöglichen.

Wie hoch die Krücken sein sollten, können Sie auch selbst feststellen: Dazu stellen Sie sich aufrecht hin und lassen die Arme nach unten hängen. Der Griff der Krücken muss genau auf der Höhe der herabhängenden Armgelenke sein. 

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Gehen mit Unterarmgehstützen – so funktioniert’s

Gehen Sie aufrecht und sorgen Sie für eine stabile Körperhaltung. Achten Sie darauf, sich auch wirklich auf die Krücken aufzustützen. Passen Sie beim Gehen mit Unterarmgehstützen auf Hindernisse auf dem Boden auf – egal, ob Sie sich auf der Straße oder in Ihrem Zuhause befinden.

Wenn Sie nicht nur eine, sondern zwei Krücken benötigen, verwenden Sie den sogenannten 3-Punkte-Gang. Dieser funktioniert wie folgt:

  1. Setzen Sie beide Krücken einen Schritt nach vorne.
  2. Stellen Sie das beanspruchte oder verletzte Bein zwischen die beiden Krücken – und überholen Sie mit dem anderen Bein.
  3. Setzen Sie beide Krücken mit dem betroffenen Bein nach vorne.

Am besten informieren Sie sich bei Ihrem Arzt über den richtigen Umgang mit Krücken. Gerade am Anfang kann die Fortbewegung mit Unterarmgehstützen eine Herausforderung sein – besonders, wenn es um Dinge wie Treppensteigen geht.

Tipp: Die Gummifüße am Ende der Krücken sorgen für den richtigen Halt. Überprüfen Sie diese regelmäßig – sind sie abgenutzt oder schadhaft, sollten diese dringend ersetzt werden. Auch an den Gummifüßen haftender Schmutz sollte für einen sicheren Halt umgehend entfernt werden. 

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Wer übernimmt die Kosten für Unterarmgehstützen?

In Deutschland beurteilt die Krankenkasse, ob ein medizinischer Bedarf für Krücken vorhanden ist. Besteht medizinische Notwendigkeit, übernimmt die Krankenkasse auch die Kosten für die erstmalige Einstellung der Krücken.
Fragen Sie Ihre Krankenkasse, mit welchen Sanitätshäusern sie kooperiert. Anschließend besuchen Sie ein solches Sanitätshaus und lassen sich über Modelle informieren beziehungsweise suchen sich eine passende Krücke aus. Das Sanitätshaus kann Ihnen dann einen Kostenvoranschlag schicken. Den Kostenvoranschlag schicken Sie, gemeinsam mit einer ärztlichen Verordnung, an die Krankenkasse. Stimmt diese dem Antrag zu, können Sie die Krücke bestellen. Es kann sein, dass Sie eine gewisse Summe zuzahlen müssen – mindestens fünf, maximal zehn Euro.

Lehnt die Krankenkasse eine Zahlung ab, können Sie prinzipiell Berufung einlegen oder auf eigene Kosten ein solches Modell anschaffen. Über die Kosten können Sie sich im Internet auf den Webseiten der diversen Sanitätshäuser informieren.

Quellen:

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