Unregelmäßiger Zyklus: Was kann das bedeuten?

Verena Elson Medizinredakteurin

Hinter einem unregelmäßigen Zyklus können eine Reihe verschiedener Ursachen stecken. Wann sind Zyklusschwankungen normal, wann sollten sie abgeklärt werden?

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Inhalt
  1. Unregelmäßige Periode: Ursachen sind unterschiedlich
  2. Verlängerter Zyklus: Wann ist der Zyklus zu lang?
  3. Kurzer Zyklus: Was steckt dahinter?
  4. Unregelmäßiger Zyklus: Wechseljahre als Ursache
  5. Unregelmäßiger Zyklus nach der Pille
  6. Unregelmäßiger Zyklus: Ist das Schwangerwerden schwierig?
  7. Unregelmäßiger Zyklus: Wann mache ich den Schwangerschaftstest?
  8. Unregelmäßiger Zyklus nach der Geburt
  9. Unregelmäßiger Zyklus nach Ausschabung
  10. Unregelmäßiger Zyklus: Was tun?

Ein unregelmäßiger Zyklus kann beunruhigend und nervig sein. Häufig stecken falsche Alltagsgewohnheiten dahinter – die Ursache kann aber auch eine Erkrankung sein, die behandelt werden sollte.

 

Unregelmäßige Periode: Ursachen sind unterschiedlich

Ein „normaler“ Menstruationszyklus dauert 25 bis 35 Tage. Ist der Zyklus kürzer (Polymenorrhoe) oder länger (Oligomenorrhoe), sprechen Mediziner von Zyklusstörungen. Dass die Periode immer in exakt gleichen Abständen kommt, ist selten – in einem gewissen Ausmaß sind Zyklusschwankungen also normal.

Ist der Menstruationszyklus unregelmäßig, können verschiedene Ursachen dahinterstecken. In der Pubertät und den Wechseljahren kommt es aufgrund der hormonellen Umstellungen häufig zu einer unregelmäßigen Periode. 

Aber auch verschiedene Erkrankungen können Zyklusschwankungen verursachen: 

  • Polyzystisches Ovar-Syndrom (Überschuss an männlichen Hormonen) 
  • Chronische Entzündungen der Eierstöcke und Eileiter (Adnexitis)
  • Hormonelle Störungen wie etwa eine Schilddrüsenunter- oder -überfunktion 
  • Starkes Unter- oder Übergewicht

Schließlich können sich auch äußere Einflüsse wie körperliche oder psychische Belastung, Stress, Rauchen und eine Fehlernährung auf das Hormonsystem und damit auch auf den Zyklus auswirken.

 

Verlängerter Zyklus: Wann ist der Zyklus zu lang?

Der Zyklus gilt als zu lang, wenn er länger als 35 Tage dauert. Eine häufige Ursache für einen verlängerten Zyklus sind Eierstockzysten. Darüber hinaus können auch hier hormonelle Störungen, Stress oder psychische Belastung eine Rolle spielen. Auch hormonelle Veränderungen in der Pubertät oder den Wechseljahren können hinter einem verlängerten Zyklus stecken.

Ein verlängerter Zyklus kann auch ein Hinweis darauf sein, dass kein Eisprung stattgefunden hat. Ob dies der Fall ist, lässt sich durch Hormonbestimmungen im Blut feststellen.

 

Kurzer Zyklus: Was steckt dahinter?

Von einem kurzen Zyklus spricht man, wenn der Abstand zwischen den Monatsblutungen kürzer als 25 Tage ist. Hinter einem kurzen Zyklus stecken häufig Funktionsstörungen der Eierstöcke, die meist in der Pubertät oder kurz vor den Wechseljahren auftreten.

Ein kurzer Zyklus kann der Grund sein, wenn es mit dem Schwangerwerden nicht klappt – besonders dann, wenn die sogenannte Lutealphase oder Gelbkörperphase verkürzt ist. In der Phase zwischen Eisprung und Periode produziert der sogenannte Gelbkörper (der nach dem Eisprung aus der leeren Hülle des Eis entsteht) das Hormon Progesteron, das zur Aufrechterhaltung der Schwangerschaft notwendig ist.

Normalerweise dauert diese Phase zwölf bis 16 Tage. Eine verkürzte Lutealphase (kürzer als zwölf Tage) kann darauf hinweisen, dass zu wenig Progesteron produziert wird. Diese sogenannte Gelbkörperschwäche kann per Hormontherapie behandelt werden.

Auch ein kurzer Zyklus kann auf einen fehlenden Eisprung hinweisen. Ein Besuch beim Arzt bringt diesbezüglich Klarheit.

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Unregelmäßiger Zyklus: Wechseljahre als Ursache

In den Wechseljahren ist ein unregelmäßiger Zyklus ganz normal. Denn im Zuge der hormonellen Umstellung sinkt die Produktion der Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Dadurch bleibt der Eisprung immer häufiger aus – die Folge ist eine unregelmäßige Periode. Zyklusschwankungen oder Zwischenblutungen können auch die ersten Vorboten der Wechseljahre sein.

In den Wechseljahren sorgt die reduzierte Progesteronproduktion häufig zunächst für, dass sich die Gebärmutterschleimhaut stark verdickt. Die Regelblutungen können darum sogar zunächst stärker ausfallen als zuvor. Möglich sind auch größere Abstände zwischen den Blutungen – es kann auch vorkommen, dass die Menstruation für ein Jahr aussetzt und dann noch einmal wiederkommt.

Neu aufgetretene oder starke Beschwerden sollten in jedem Fall von einem Arzt abgeklärt werden.

 

Unregelmäßiger Zyklus nach der Pille

Das Absetzen der Pille ist für den Körper eine große hormonelle Umstellung – diese kann sich auch in einem unregelmäßigen Zyklus bemerkbar machen. Häufig lässt die erste Regelblutung nach dem Absetzen der Pille bis zu sieben Wochen auf sich warten. In einigen Fällen bleibt die Periode bis zu einem Jahr aus – Mediziner sprechen in diesem Fall von einer Post-Pill-Amenorrhoe. Setzt die Regelblutung pünktlich nach dem Absetzen der Pille wieder ein, kann es dennoch vorkommen, dass die ersten Zyklen ohne Eisprung ablaufen.

Häufig ist der unregelmäßige Zyklus nach Absetzen der Pille auch lediglich die „Rückkehr zum Normalzustand“: Die Pille hat dafür gesorgt, dass die Periode regelmäßig auftritt und jeder Zyklus etwa die gleiche Länge hat. Nach dem Absetzen fällt die regulierende Wirkung der Pille weg und die Periode kommt wieder so unregelmäßig wie vor der Einnahme der Pille. Weitere mögliche Nebenwirkungen nach dem Absetzen der Pille sind etwa starke Regelblutungen oder ein schlechteres Hautbild.

 

Unregelmäßiger Zyklus: Ist das Schwangerwerden schwierig?

Ein unregelmäßiger Zyklus kann das Schwangerwerden erschweren – schon allein deshalb, weil er es schwieriger macht, die fruchtbaren Tage im Zyklus der Frau zu bestimmen. Zudem können die Zyklusschwankungen darauf hindeuten, dass nicht in jedem Zyklus ein Eisprung stattfindet.

Steht der unregelmäßige Zyklus dem Kinderwunsch im Wege, kann ein Arztbesuch hilfreich sein. Der Mediziner kann den Hormonstatus im Blut bestimmen und entscheiden, ob eine Hormonbehandlung sinnvoll ist.

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Unregelmäßiger Zyklus: Wann mache ich den Schwangerschaftstest?

Ein unregelmäßiger Zyklus kann auch die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für den Schwangerschaftstest erschweren: Handelt es sich bei dem Ausbleiben der Periode noch um die gewohnten Zyklusschwankungen oder bereits um das erste Anzeichen der Schwangerschaft?

Frauen mit Kinderwunsch und einer unregelmäßigen Periode sollten sich die Länge ihrer Zyklen immer notieren. Besteht der Verdacht auf eine Schwangerschaft, sollten sie mindestens so lange mit dem Test warten, wie der längste Zyklus der vergangenen Monate gedauert hat.

 

Unregelmäßiger Zyklus nach der Geburt

Ein unregelmäßiger Zyklus nach der Geburt ist nichts Ungewöhnliches, denn der Körper muss sich zunächst von dem Hormonzustand „schwanger“ auf den Normalzustand umstellen.

Nach der Geburt setzt zunächst der Wochenfluss (Austritt von Wundsekret aus der Gebärmutter) ein, der bis zu sechs Wochen andauern kann. Bei stillenden Müttern dauert es meist bis nach dem Abstillen, bis die Menstruation wieder beginnt. Der Grund dafür ist das Hormon Prolaktin, das bei der Milchproduktion freigesetzt wird. Es hemmt das Heranreifen von Eizellen und den Eisprung. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Befruchtung in dieser Phase unmöglich ist – auch stillende Frauen sollten verhüten, wenn sie nicht erneut schwanger werden wollen.

Wenn Mütter nicht stillen, setzt die Periode in der Regel sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt wieder ein. Die erste Menstruation nach der Geburt kann stärker oder schmerzhafter als gewohnt ausfallen. Starke Beschwerden sollten im Zweifel immer ärztlich abgeklärt werden.

 

Unregelmäßiger Zyklus nach Ausschabung

Auch eine Ausschabung bedeutet das Ende einer Schwangerschaft und ist für den Körper mit einer großen Umstellung verbunden. In den ersten Monaten nach der Ausschabung sind Zyklusschwankungen darum normal. Auch Zwischenblutungen kommen in den ersten zwei bis vier Monaten danach häufig vor.

Meist setzt die Regelblutung vier bis sechs Wochen nach der Ausschabung wieder ein. Bereits im ersten Zyklus nach dem Eingriff kann ein Eisprung stattfinden – dieser kann aber auch noch ein bis zwei Monate ausbleiben.

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Unregelmäßiger Zyklus: Was tun?

Da ein unregelmäßiger Zyklus häufig mit Stress zusammenhängt, kann schon eine Änderung der Alltagsgewohnheiten die Beschwerden verringern. So kann es helfen, Stressfaktoren möglichst abzubauen und immer wieder Entspannungseinheiten in den Alltag einzubauen. Eine ausgewogene Ernährung, ein Rauchstopp sowie der Abbau von Über- oder Untergewicht können den Zyklus ebenfalls positiv beeinflussen.

Liegt den Zyklusschwankungen eine Grunderkrankung wie beispielsweise eine Schilddrüsenfehlfunktion zugrunde, muss diese zunächst behandelt werden, etwa durch eine Hormontherapie. Bei einem anhaltend unregelmäßigen Zyklus ist darum ein Besuch beim Gynäkologen immer angeraten.

Quellen:

Lutealphaseninsuffizienz, in: www.link.springer.com

Was tun, wenn der Eisprung ausbleibt?, in: www.deutsche-apotheker-zeitung.de

Weiblicher Zyklus – wann sind die fruchtbaren Tage?, in: www.frauenaerzte-im-netz.de

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