Unglücklichsein verkürzt nicht das Leben

Traurige Frau
Dieses Forschungsergebnis ist überraschend: Unglückliche Menschen haben keine verkürzte Lebenszeit © Fotolia

Lange Zeit gingen Wissenschaftler davon aus, dass unglückliche Menschen früher sterben. Doch das stimmt nicht, zeigt jetzt eine australische Studie.

Schlechte Laune und Unzufriedenheit schaden der Gesundheit und können das Leben verkürzen – davon gingen Mediziner lange Zeit aus. Doch Wissenschaftler der University of South Wales in Australien ziehen in ihrer aktuellen Studie einen anderen Schluss: Eine schlechte Gesundheit macht unglücklich – darum gibt es so viele Menschen die gesundheitliche Probleme haben und nicht glücklich sind.

Das Team um Dr. Bette Liu analysierte die Daten von beinahe 720.000 Frauen, die alle an der „Million Women Study“ teilgenommen hatten, einer großangelegten britischen Studie zur Gesundheit von Frauen.

Die Frauen waren zum Studienbeginn im Schnitt 59 Jahre alt. Mittels eines spezifisch dafür entwickelten Fragebogens wurde ermittelt, wie zufrieden die Frauen waren. Darin wurden sie zu ihrer Gesundheit und ihren Gefühlen von Glück, Stress, Kontrolle und Entspannung befragt. Rund 39 Prozent der Teilnehmerinnen gaben an, fast immer glücklich zu sein, 44 Prozent sagten, sie seien meistens glücklich und 17 Prozent bezeichneten sich als unglücklich. Im Laufe der folgenden zehn Jahre starben rund 31.500 der Frauen.

 

Unglückliche Menschen sterben nicht früher

Die Analyse der Forscher ergab, dass Frauen, die zu Studienbeginn bereits eine schlechte Gesundheit hatten, am häufigsten angaben, unglücklich oder gestresst zu sein, keine Kontrolle zu haben und sich nicht entspannen zu können. Doch die Sterberate unterschied sich nicht, egal ob die Frauen glücklich oder unglücklich waren.

Laut den Studienergebnissen kann Unzufriedenheit durchaus einen ungesunden Lebensstil und darum auch die Entstehung von Krankheiten fördern: So rauchten unglückliche Frauen häufiger und bewegten sich weniger. Doch sie starben nicht früher – und damit kommen die australischen Forscher zu einem anderen Ergebnis als Autoren früherer Studien. Der Grund dafür ist ihrer Ansicht nach, dass in den vorherigen Arbeiten nicht berücksichtigt wurde, dass eine schlechte Gesundheit Glück und Zufriedenheit von Betroffenen beeinträchtigt.

Hamburg, 11. Dezember 2015

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