Unglaublicher Corona-Ausbruch: Wanderer machen Mühlheim zum Hotspot

Ein heftiger Corona-Ausbruch, verursacht durch eine Wandergruppe, entsetzt ganz Baden-Württemberg. Was ist geschehen und wie viele Personen haben sich bereits infiziert?

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Eine Wandergruppe mit 14 Teilnehmern hat anscheinend gegen alle Corona-Regeln verstoßen und mit ihrem Verhalten für einen heftigen Corona-Ausbruch gesorgt. Nicht nur der Bürgermeister der 3.500-Einwohner Stadt Mühlheim an der Donau zeigt sich fassungslos und wütend. Dies berichten unter anderem die Stuttgarter Nachrichten und der Südwestrundfunk in ihren Online-Ausgaben.

Corona-Ausbruch: Wanderer haben Corona-Regeln missachtet

Demnach hat die Gruppe Mitte Januar einen Wanderausflug durch das Donautal zu einer Hütte unternommen. Die 14 Wanderer kamen aus zehn Haushalten, keiner von ihnen hätte sich an die Corona-Regeln gehalten, so der Bürgermeister von Mühlheim, Jörg Kaltenbach (CDU). So haben sie sich gegenseitig mit SARS-CoV-2 infiziert. Noch schlimmer: Einige Teilnehmer haben später offenbar trotz eines positiven Corona-Tests die Quarantäne gebrochen, sind zur Arbeit gegangen und haben dort andere Menschen mit dem Coronavirus angesteckt – ein Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetzt und damit strafbar.

Mindestens 25 Infizierte – die Polizei ermittelt

Die Folge: Mindestens 25 positive Coronafälle sind bisher registriert worden, der Sieben-Tage-Inzidenz in Mühlheim schnellte Ende letzter Woche auf fast 1.000. Mittlerweile hat er sich zwar etwa halbiert, dennoch ist das Infektionsgeschehen in der Kleinstadt extrem. Entsetzt zeigte sich auch der Landrat des Landkreises Tuttlingen, Stefan Bär, der das Verhalten rücksichtslos nennt. Inzwischen haben Polizei und Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen. „Es geht nicht mehr nur um Bußgeld, sondern um Straftatbestände, die zu prüfen sind“, so Bär. Laut Bürgermeister Kaltenbach solle die Strafe „weh tun“ und eine abschreckende Wirkung haben.

Schaden für den Ruf der Stadt

Die kleine Stadt hat durch den Vorfall deutschlandweit für negative Schlagzeilen gesorgt. Der Gemeinderat befürchtet, dass der Ruf darunter leiden könnte – auch deshalb ist eine Aufklärung und Bestrafung der Verursacher gewünscht. Zumal offenbar auch bewusst falsche oder unvollständige Angaben gemacht und die Kontaktnachverfolgung erschwert wurde. Bei allem Unverständnis warnt Jörg Kaltenbach jedoch vor einer Hexenjagd: Die Beteiligten müssten geschützt und dürften nicht öffentlich an den Pranger gestellt werden. Trotzdem dürfte der durch Wanderer verursachte Corona-Ausbruch noch länger für Aufregung in Mühlheim sorgen.