Unfallgefahr auch auf ausgewiesenen Wegen – Achtung, Radfahrer!

Die Folge eines Unfalls kann eine Gehirnerschütterung sein
Die Folge eines Unfalls kann eine Gehirnerschütterung sein. Aber wer trägt die Kosten der Versicherung bei einem Zusammenstoß? © shutterstock

Wenn Sie im Straßenverkehr unterwegs sind, ist es wichtig, zu wissen wer in kritischen Momenten im Recht ist. Praxisvita hat dazu die wichtigsten Urteile.

Der Stärkere gewinnt? Im Straßenverkehr sollten Sie da zurückstecken! Hier trägt der Stärkere im Falle eines Unfalls eher mal eine Mitschuld.

 

Radler gegen Fußgänger

Lediglich optisch voneinander abgegrenzte Geh- und Fahrradwege werden oft zum Problem. So muss ein Radler seine Geschwindigkeit drosseln, wenn er Personen auf dem Fußgängerweg sieht. Es reicht nicht, nur zu klingeln, um auf sich aufmerksam zu machen. Ein Radfahrer stürzte und verletzte sich, als eine Fußgängerin auf den Radweg trat. Auch wenn er ordnungsgemäß hier fuhr, sprach das Gericht dem Radler eine Mitschuld zu: Der Radfahrer ist verpflichtet, auf Fußgänger Rücksicht zu nehmen (BGH VI ZR 171/07).

 

Motorradfahrer gegen Radler

Ein Motorradfahrer verletzte sich im Taunus bei einem Sturz, nachdem ein Fahrradfahrer plötzlich aus einem Waldweg vor ihm auf die Landstraße einbog. Laut Urteil hatte er den Unfall dennoch aus eigener Unachtsamkeit selbst verschuldet: In einem Ausflugs- und Wandergebiet müsse ein Verkehrsteilnehmer immer mit Spaziergängern und Radfahrern rechnen, meinten die Richter (LG Frankfurt/Main, Az.: 2-20 O 8806/06).

 

Hund gegen Radfahrer

Stößt jedoch ein nicht angeleinter Hund mit einem Radler zusammen, kann dies für den Hundeeigentümer teuer werden. Die Unfallursache ließ sich zwar nicht genau klären, die Richter gingen aber davon aus, dass das Verhalten des Hundes den schweren Sturz verursachte und verurteilte den Hundehalter zu Schadenersatz (OLG Hamm 6 U 60/08).

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