Undichte Impfspritzen im Umlauf

Redaktion PraxisVITA
Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline hat fehlerhafte Impfspritzen auf den Markt gebracht
Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline hat fehlerhafte Impfspritzen auf den Markt gebracht © iStock/scyther5

Impfspritzen des Herstellers GlaxoSmithKline (GSK) sind teilweise undicht. Zurücknehmen möchte der Pharmakonzern die betroffenen Chargen nicht – was bedeutet das für Patienten?

Anfang April schickte GSK Angaben der Süddeutschen Zeitung zufolge ein Schreiben an deutsche Ärzte, in dem der Konzern die Mediziner über die „undichten“ Impfspritzen informierte. Demnach kann bei den betroffenen Spritzen Flüssigkeit auslaufen, sodass nicht die vollständige Impfdosis im Körper des Patienten landet.

Der Arzt soll dann laut Angaben des Unternehmens je nach Menge der ausgetretenen Impfflüssigkeit selbst abwägen, ob er die Impfung wiederholt oder es bei der Impfung mit der verringerten Menge Impfstoff belässt.

 

Kein Rückruf der fehlerhaften Spritzen

Zurückrufen will GSK die betroffenen Chargen nicht, mit der Begründung, dass die flächendeckende Versorgung mit Impfstoffen dann nicht mehr gewährleistet sei. Den Berichten zufolge handelt es sich um Impfstoffe gegen Diphterie, FSME, Hepatitis A und B, Hib (Haemophilus influenzae b), Keuchhusten, Kinderlähmung und Tetanus.

Obwohl der Fehler bei der Herstellung der Impfspritzen inzwischen behoben ist, werden die mangelhaften Impfdosen noch bis Ende 2019 an Ärzte verkauft – Mediziner, die versuchen, über Apotheken an neuere Chargen zu kommen, werden laut dem SZ-Bericht abgewiesen.

 

Was können Patienten tun?

Kommt es bei einer Impfung zu einem der beschriebenen „Unfälle“, das heißt, Impfstoff tritt  aus und läuft auf die Spritze, hat der Patient die Möglichkeit, überprüfen zu lassen, ob die gewünschte Immunisierung stattgefunden hat. Das geschieht mit der sogenannten Titerbestimmung.

Unter dem Begriff Titer versteht man das Maß der nach einer Impfung erfolgten Immunisierung gegen einen bestimmten Erreger. Dabei wird (einen bis sechs Monate nach der Impfung) die Konzentration der Antikörper gegen den spezifischen Erreger im Blut ermittelt. Auf Grundlage des Ergebnisses kann der Patient gemeinsam mit seinem Arzt entscheiden, ob eine wiederholte Impfung sinnvoll ist. Je nach Labor kostet die Titerbestimmung etwa 20 bis 50 Euro – die Kosten werden in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen.

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