Überträger von Viren und Bakterien: Sandmücken breiten sich in Deutschland aus

Katharina Flick

Sandmücken sind Überträger der gefährlichen Krankheit Leishmaniose, eigentlich im Mittelmeerraum beheimatet, tauchen sie dank des Klimawandels jetzt auch verstärkt in Deutschland auf.

Gefährlicher Krankheitsüberträger: Die Sandmücke breitet sich in Deutschland aus
Gefährlicher Krankheitsüberträger: Die Sandmücke breitet sich in Deutschland aus Foto:  iStock/GoodLifeStudio
Inhalt
  1. Wie erkennt man Sandmücken?
  2. Welche Krankheiten übertragen Sandmücken?
  3. Schutz vor Sandmücken

Sandmücken übertragen mit ihrem Speichel Viren und Bakterien auf den Menschen, auch die tückische Infektionskrankheit Leishmaniose.

 

Wie erkennt man Sandmücken?

Sandmücken sind stark behaart, bis zu 3 mm klein und beigefarben wie Sand. Sie sind so gut getarnt, dass sie für das menschliche Auge kaum zu erkennen sind, lediglich ihre großen schwarzen Augen fallen im Sand auf. Die weibliche Sandfliege ist ein Blutsauger und überträgt so Bakterien und Viren. Die Mücken sind eigentlich in warmen Gefilden wie dem Mittelmeerraum oder den Tropen beheimatet, doch seit 1999 werden immer wieder Tiere der Sandmückenart "Phlebotomus mascittii" in Deutschland entdeckt. Sie verbreiten sich durch Transportmittel und importierte Hunde.

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Bevorzugter Verbreitungsraum sind dabei Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die globale Klimaerwärmung begünstigt die Ausbreitung der Sandmücke. Sie findet in Ländern wie Deutschland, die eigentlich zu kalt wären, plötzlich ideale Lebensbedingungen vor. Auf dem Europäischen Kongress für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten (ECCMID) in Amsterdam 2019 hieß es dazu: Klimawandel und die zunehmende Globalisierung ermöglichten es Mücken und Zecken, neue Lebensräume in Europa zu erschließen.  

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Welche Krankheiten übertragen Sandmücken?

Sandmücken übertragen hauptsächlich die Infektionskrankheit Leishmaniose. Übertragen wird die Krankheit durch den Stich der Sandmücke, die durch ihren Speichel beim Saugen des Blutes Viren und Bakterien ins Blut überträgt.

Besonders betroffen sind Gesicht, Nacken, Knöchel, Arme und Beine. Es gibt drei Formen der Leishmaniose: die Haut-Leishmaniose, die Schleimhaut-Leishmaniose und die Eingeweide-Leishmaniose. Bei der Haut-Leishmaniose, der leichtesten Form der Infektionskrankheit, bilden sich rote Knötchen auf der Haut, aus denen ein leichtes Geschwür entstehen kann und die häufig Narben auf der Haut hinterlassen. Bei der Schleimhaut-Leishmaniose werden Nasen- und Rachenraum befallen. Wird die Krankheit nicht rechtzeitig behandelt, können z.B. Löcher in der Nasenscheidewand die Folge sein und bleibende Schäden hinterlassen. Die Eingeweide-Leishmaniose kann schwere Leber-, Milz oder Knochenmarkschäden verursachen. Anzeichen für eine Eingeweide-Leishmaniose sind: Fieber, Kopfschmerzen, Lymphknotenschwellung, Müdigkeit, Schwächegefühl, Durchfall und Erbrechen, Gewichtsverlust, Blutarmut, eine vergrößerte Leber und Milz.

Die Leishmaniose ist mit Medikamenten behandelbar. Die Heilungschancen werden durch eine frühzeitige Diagnose und Behandlung erhöht.

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Schutz vor Sandmücken

Spezielle Mückensprays sind besonders in Risikogebieten der beste Schutz vor den Blutsaugern. Lange Kleidung sowie Mückenschutzgitter vor Fenstern oder als Moskitonetz über dem Bett können ebenfalls einen wirksamen Schutz gegen die Sandmücken bieten.

Quelle: ECCMID Abstract Book, in: escmid.org/

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