Übergewicht bei Kindern: Welcher BMI ist relevant?

Michael van den Heuvel Medizin- und Wissenschaftsjournalist

Übergewicht tritt bei Kindern in Deutschland häufig auf. Eltern sollten bei einem hohen Body Mass Index zusammen mit dem Kinderarzt Maßnahmen ergreifen.

Kind fässt sich an den Bauch und formt eine Speckrolle
Übergewicht kann in späteren Jahren schwere Folgen nach sich ziehen Foto:  af_istocker
Inhalt
  1. Wie kommt es zu Übergewicht bei Kindern?
  2. Welche Folgen hat Übergewicht bei Kindern?
  3. Welcher BMI bei Kindern ist noch im Normalbereich?
  4. Wie behandeln Ärzte Übergewicht bei Kindern?

An Übergewicht leiden viele Kinder in Deutschland. Laut Robert Koch-Institut ist davon jedes siebte Kind zwischen drei und sieben Jahren betroffen. In späteren Jahren drohen Folgeerkrankungen wie die Zuckerkrankheit Diabetes Typ 2 oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Deshalb sollten Eltern gegensteuern.

Übergewicht ist bei Kindern beider Geschlechter recht gleichmäßig verteilt. Insgesamt sind davon 15,4 Prozent aller Mädchen und Jungen im Alter zwischen drei und 17 Jahren betroffen, laut Untersuchungen des Robert Koch-Instituts. Eltern sollten zusammen mit dem Arzt möglichst früh Maßnahmen gegen Übergewicht bei Kindern ergreifen.

 

Wie kommt es zu Übergewicht bei Kindern?

Forscher gehen davon aus, dass Übergewicht und Adipositas bei Kindern vielfältige Ursachen haben. Das Erbgut spielt eine Rolle. Übergewicht tritt in manchen Familien gehäuft auf. Wenig Bewegung steht ebenfalls mit einem hohen Körpergewicht in Verbindung. Nicht zuletzt gehört falsche Ernährung zu den Ursachen, wie Fast Food und zuckerhaltige Softdrinks. In seltenen Fällen können auch Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder seelische Erkrankungen zu Übergewicht führen. Leidet die Mutter während der Schwangerschaft an Diabetes (Gestationsdiabetes), ist das Risiko für ein späteres Übergewicht beim Kind ebenfalls erhöht.

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Welche Folgen hat Übergewicht bei Kindern?

Übergewicht bei Kindern kann viele körperliche und seelische Folgen nach sich ziehen. Mittelfristig steigt unter anderem das Risiko für eine Störung des Zuckerstoffwechsels (Diabetes Typ 2), für Bluthochdruck (Hypertonie) und für hohe Blutfettwerte (Hyperlipidämie und Hypercholesterinämie). Später drohen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das Fettgewebe selbst ist hormonaktiv und kann den Hormonstoffwechsel stören, was zu einer früheren Pubertät führen kann. Aufgrund des größeren Körpergewichts sind zudem orthopädische Erkrankungen wahrscheinlich, beispielsweise Senk- und Spreizfüße oder Rückenschmerzen.

 

Welcher BMI bei Kindern ist noch im Normalbereich?

Unter dem Body Mass Index (BMI) versteht man ein Verhältnis aus dem Körpergewicht in Kilogramm und dem Quadrat der Körpergröße in Quadratmetern. Er hilft Ärzten bei der Beurteilung, ob Kinder Untergewicht, Normalgewicht, leichtes Übergewicht oder starkes Übergewicht (Adipositas) haben. Die Angabe von Referenzgrößen ist bei Kindern und Jugendlichen nicht so einfach wie bei Erwachsenen. Ärzte vergleichen BMI-Werte anhand von Tabellen mit Referenzgrößen für das jeweilige Alter und Geschlecht.

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Haben 90 Prozent aller Kinder beziehungsweise Jugendlichen in der Gruppe niedrigere BMI-Werte als das untersuchte Kind, spricht man von Übergewicht bei Kindern.

Sind in den Vergleichstabellen 97 Prozent darunter, spricht man von Adipositas bei Kindern.

Für Eltern wäre dieses Verfahren zu umständlich. Hier geht es zum kostenlosen BMI-Rechner, um schnell Werte inklusive einer Bewertung zu erhalten. Dieses Tool ersetzt aber keine ärztlichen Diagnosen.

 

Wie behandeln Ärzte Übergewicht bei Kindern?

Ärzte setzen beim Abnehmen für Kinder auf ein Paket mit unterschiedlichen Maßnahmen. Dazu gehören vor allem Lebensstil-Änderungen, nämlich mehr Bewegung im Alltag und mehr Sport. Auch die Ernährung ist grundlegend umzustellen. Obst und Gemüse sollten im Mittelpunkt stehen, während Zucker und Fette eher reduziert werden sollten. Dies kann anhand der Optimierten Mischkost erfolgen, einem etablierten Ernährungskonzept. Damit gelingt es meist, Übergewicht bei Kindern erfolgreich zu verringern.

 

Quellen:

Elterninfo: Mein Kind is zu dick, in: Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin

Übergewicht (Fettsucht/Adipositas) bei Kindern, in: kinderaerzte-im-netz.de

Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen, in: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

KiGGS Welle 2 – Erste Ergebnisse, aus Querschnitt- und Kohortenanalysen, in: Robert Koch-Institut

Optimierte Mischkost, in: ernaehrungs-umschau.de

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