Über Hämorrhoiden-Behandlung entscheidet der Arzt

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte

Bei entzündeten Hämorrhoiden richtet sich die Behandlung nach dem Stadium und Art der Symptome. Ist das Gewebe nur leicht vergrößert und bereitet nur wenige Beschwerden, empfiehlt der Arzt Hämorrhoiden-Mittel („Hämorrhoidalia“) wie Salben, Cremes, Zäpfchen oder auch Zäpfchen mit Mulleinlage, sogenannte Analtampons.

Hämorrhoiden-Mittel können verschiedene Wirkungen haben: Sind sie entzündungshemmend, spricht man von Antiphlogistika (zum Beispiel Kortikosteroide). Gegen Schmerzen helfen Lokalanästhetika (zum Beispiel Lidocain). Manche Mittel, sogenannte Adstringentia, haben eine Gefäß verengende Wirkung (zum Beispiel Policresulen). Ob Salbe, Creme oder Zäpfchen – alle Mittel können die Beschwerden von Hämorrhoiden deutlich lindern, die Gewebeveränderungen aber nicht heilen.

 

Im Anfangsstadium kann das Gewebe verödet werden

Bei Hämorrhoiden-Beschwerden ersten oder zweiten Grades, also im Anfangsstadium, kann der Arzt das Gewebe veröden (Sklerosierung). Dazu spritzt er Mittel (zum Beispiel Polidocanol), welche die Blutversorgung der Hämorrhoiden unterbrechen. Das Veröden wirkt meist gut, doch können sich die Hämorrhoiden nach einiger Zeit erneut ausbilden und eine weitere Hämorrhoiden-Behandlung erforderlich machen.

Arzt reicht Salbe
Salben oder Cremes können zur Hämorrhoiden-Behandlung eingesetzt werden, da sie die Beschwerden, wie z.B. Juckreiz, lindern können© Fotolia

Treten die Hämorrhoiden teilweise aus dem After hervor (zweiten oder dritten Grades), bietet sich eine sogenannte Gummiring-Ligatur als Hämorrhoiden-Behandlung an. Dazu bringt der Arzt einen Gummiring an, welcher die Hämorrhoide abschnürt. Sie wird nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt und das vergrößerte Gewebe stirbt ab.

 

Operativer Eingriff zur Hämorrhoiden-Behandlung

Ist ein Hämorrhoiden-Leiden weit fortgeschritten oder schlägt eine der anderen Behandlungen nicht an, erwägt der Arzt einen operativen Eingriff. Bei einer Operation entfernt er überschüssiges Gewebe, ohne aber die Hämorrhoiden ganz zu entnehmen. Zwei Verfahren sind möglich: Entweder schneidet der Arzt einen Teil des Hämorrhoiden-Gewebes heraus (Hämorrhoidektomie), oder er stanzt Schleimhaut heraus (Hämorrhoidopexie), sodass die Hämorrhoiden sozusagen wie bei einem Lifting nach oben in ihre natürliche Position gezogen werden.

Der Gang zum Arzt sowie eine eventuelle Hämorrhoiden-Behandlung sind wichtig, da sich das Hämorrhoiden-Leiden unbehandelt häufig verschlimmert. Außerdem können Krankheiten wie Analthrombosen oder schwarzer Hautkrebs für die Beschwerden verantwortlich sein.

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