Über 1.000 Masernfälle seit Jahresbeginn

Ein Mädchen wird geimpft
Wer noch nicht gegen Masern geimpft ist, sollte die Impfung jetzt nachholen, raten Mediziner © Fotolia

Die Masernwelle ist noch nicht überwunden: 1.043 Krankheitsfälle wurden laut Robert-Koch-Institut seit Jahresbeginn registriert – und die Zahl der Neuerkrankungen steigt weiter an. Das sollten Sie über den Impfschutz wissen.

Knapp zwei Drittel der Masernfälle traten in Berlin auf – seit Anfang 2015 gab es dort laut Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales 684 Neuansteckungen. Die Behörden rufen weiterhin zu Impfungen auf. Maximal einen Werktag müssen Patienten auf den Impfstoff warten, da nicht alle Arztpraxen ihn vorrätig haben – Engpässe bei der Versorgung gibt es laut Berliner Apothekerverein aber nicht.

 

Impfcheck – das sollten Sie wissen

Was steht im Impfpass?

Im Impfpass werden alle Impfungen genau mit Datum, Impfstoff und Chargen-Nummer dokumentiert. Nur der Arzt, der die Impfung durchgeführt hat, kann die Einträge machen.

Kann man auch bei unklarem Impfstatus impfen?

Wenn der Impfstatus unklar ist, weil beispielsweise der Impfpass verloren gegangen ist, sollte man ohne Bedenken die wichtigsten Impfungen nachholen. Ein „Über-Impfen“ ist nicht möglich.

Kann jeder geimpft werden?

Kinder unter zehn Monaten dürfen noch nicht geimpft werden. Auch bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem (beispielsweise nach einer Organ-Transplantation oder Krebs-Erkrankung) ist die Impfung nicht immer möglich – die individuelle Entscheidung muss der behandelnde Arzt fällen. Doch gerade für sie  ist ein vollständig geimpftes Umfeld besonders wichtig, denn sie sind besonders infektanfällig. Daher ist die Immunität aller Menschen in ihrem Umfeld umso wichtiger – man spricht dabei vom sogenannten „Herdenschutz“. Auch Säuglinge, die noch zu jung für eine Impfung sind, werden dadurch geschützt.

Wer entscheidet, welche Impfungen wichtig sind?

Die ständige Impfkommission (STIKO) ist ein unabhängiges Gremium von 18 Experten, die ehrenamtlich arbeiten und vom Bundesminister für Gesundheit berufen werden. Jährlich werden Impf-Empfehlungen veröffentlicht und entsprechend der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse aktualisiert.

Hamburg, 17. März 2015

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