Übelkeit nach dem Essen: Ursachen und Tipps

Gerade noch hat man ein leckeres Essen genossen und schon stellt sich ein flaues Gefühl im Magen ein – diese Situation kennen viele Menschen. Wer immer wieder oder gar täglich Übelkeit nach dem Essen verspürt, sollte den Ursachen auf den Grund gehen. Was hinter der ständigen Übelkeit stecken kann und was dagegen hilft.

Eine Frau hat Übelkeit nach dem Essen
Die Ursachen für Übelkeit nach dem Essen müssen nicht immer mit dem Magen zusammenhängen Foto: iStock/skynesher

Die Ursachen für die Übelkeit nach dem Essen liegen oft auf der Hand: Man hat vielleicht zu viel, zu hastig oder etwas Schlechtes gegessen. Doch wenn die Übelkeit ein ständiger Begleiter ist, kann das ein Warnsignal für eine tieferliegende Erkrankung sein.

Übelkeit nach dem Essen: Ursachen können vielfältig sein

Übelkeit entsteht durch eine Reizübermittlung an das Gehirn – und diese kann von verschiedenen Körperbereichen und Sinnen stammen. Es kann einem beim Anblick oder Geruch eines bestimmten Lebensmittels schlecht werden. Noch öfter verursacht aber der Verdauungstrakt die Übelkeit, etwa infolge eines Magen-Darm-Infekts oder einer Lebensmittelvergiftung.

Wenn regelmäßig nach dem Essen Übelkeit auftritt, wird zunächst an Magen-Erkrankungen wie eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) oder Magengeschwüre gedacht. Auch chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn kommen als Ursache infrage. Es gibt jedoch auch Erkrankungen und äußere Faktoren, die die Beschwerden auslösen können, aber auf die der Verdacht nicht direkt fällt.

Ständige Übelkeit nach dem Essen ohne Erbrechen wegen Lebensmittelunverträglichkeit

Eine Lebensmittelunverträglichkeit oder -allergie zeigt sich typischerweise durch Magen-Darm-Beschwerden. Neben Übelkeit kann es auch zu Bauchkrämpfen, Blähungen und Durchfall kommen. Zu den häufigsten Lebensmittelunverträglichkeiten gehören Laktose-, Gluten- und Fructoseintoleranzen – also Unverträglichkeiten gegen Milchzucker (Laktose), Klebeeiweiß in Getreide (Gluten) und Fruchtzucker (Fructose). Sie werden durch Antikörperreaktionen und einen Enzymmangel im Dünndarm verursacht.

Übelkeit nach dem Essen könnte an der Galle liegen

Wer nur nach fettreichem Essen ein flaues Gefühl im Magen bekommt, könnte ein Problem mit der Galle haben. Denn das kleine birnenförmige Organ ist an der Fettverdauung beteiligt. Ist der Nahrungsbrei im Dünndarm angekommen, wird Gallenflüssigkeit in den Darm abgesondert. Die Galle löst Fette aus dem Nahrungsbrei und lässt daraus kleine Tropfen entstehen, die im weiteren Verdauungsprozess aufgespalten werden.

Neben Gallenerkrankungen wie Gallensteine oder einer Gallenblasenentzündung können auch viele Medikamente (z.B. Antibiotika), aber auch natürliche Alterungsprozesse zu einer verminderten Produktion der Gallenflüssigkeit führen. Als Folge werden die aufgenommenen Fette unverdaut ausgeschieden – es kommt zum sogenannten Fettstuhl. Als Begleitbeschwerden treten mitunter Blähungen, Oberbauchschmerzen und Übelkeit auf.

Übelkeit nach fettigem Essen: Bauchspeicheldrüse als Auslöser

Dass Frittiertes, Fast Food und Sahnesoßen dem Magen nicht guttun und Übelkeit nach dem Essen auslösen können, kann unterschiedliche Gründe haben: Die Verdauung von fettigem Essen dauert länger, sodass die Nahrung länger im Magen verbleibt. Infolgedessen wird mehr Magensäure produziert, was sich in Sodbrennen und Übelkeit äußern kann.

Löst fettiges Essen allerdings immer Übelkeit aus, kann das auch auf eine Fettunverträglichkeit hindeuten, die durch eine gestörte Funktion der Bauchspeicheldrüse hervorgerufen wird: Die Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse spalten die im Dünndarm gebildeten Fetttröpfchen in seine Bestandteile auf, die schließlich ins Blut gelangen. Wenn jedoch zu wenige Verdauungsenzyme produziert werden, geraten unverdaute Nahrungsbestandteile in den Dickdarm, was verschiedene Beschwerden auslöst – neben Bauchschmerzen und Blähungen auch Übelkeit und Durchfall.

Nach dem Essen Übelkeit – mögliche Folge von Diabetes

Auch ein unbehandelter oder schlecht eingestellter Diabetes ist eine mögliche Erklärung für die Übelkeit. Ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht, treten Nervenschädigungen auf, die die Muskelbewegungen im Magen-Darm-Trakt beeinträchtigen können. Als Folge wird der Weitertransport des Nahrungsbreis erschwert. Zudem führen die Nervenschädigungen mitunter dazu, dass weniger Verdauungssäfte freigesetzt werden. Die Funktionsstörungen äußern sich unter anderem in Form von Sodbrennen, Völlegefühl und Übelkeit.

Übelkeit nach dem Essen kann psychisch bedingt sein

Neben organischen Ursachen kann auch die Psyche die Übelkeit hervorrufen. So schlägt Dauerstress sprichwörtlich auf den Magen. Denn bei Stress wird der Magen-Darm-Trakt schlechter durchblutet, wodurch die Magenschleimhaut weniger Schleim bildet und somit nicht mehr gut gegen die Magensäure geschützt ist.

Außerdem haben Stress und Anspannung einen Einfluss auf das Essverhalten: Wenn keine Zeit dafür bleibt, zu kochen und in Ruhe zu essen, kann es schnell dazu kommen, dass man kalorienreiche Fertigprodukte zu sich nimmt oder das Essen regelrecht herunterschlingt– mit der Folge, dass der Magen rebelliert.

Übelkeit nach dem Essen mit Hausmitteln lindern

Gegen die Übelkeit können Sie im Akutfall Hausmittel einsetzen, die den Magen beruhigen – diese drei sind besonders wirksam:

  • Ingwer: Die enthaltenen ätherischen Öle und Scharfstoffe, die sogenannten Gingerole, können die Übelkeit lindern und Erbrechen entgegenwirken. Einfach ein Stück geschälten Ingwer zerkauen oder mit kochendem Wasser übergießen und als Tee trinken.

  • Zitrone: Bei Übelkeit und Bauchschmerzen kann es helfen, ein Stück Zitrone zu essen, da die Zitrusfrucht eine verdauungsfördernde Wirkung hat und den Brechreiz hemmen kann.

  • Melisse: Ob frisch oder als Tee – Melisse ist ein altbewährtes Hausmittel gegen Übelkeit. In der Pflanze stecken nämlich ätherische Öle, die die Muskulatur im Magen-Darm-Trakt entspannen. Die frischen Melisseblätter können als Tee aufbereitet oder zerkaut werden.

Übelkeit nach dem Essen – was tun zur Vorbeugung?

Wenn keine Erkrankungen, Unverträglichkeiten oder Allergien hinter den Magenproblemen stecken, sind die Ursachen in äußeren Faktoren zu finden. Diese Maßnahmen helfen, um Übelkeit nach dem Essen vorzubeugen:

  • Bei stressbedingten Magenproblemen sind Entspannungsmethoden sinnvoll, die zur Stressreduktion beitragen, wie Yoga und progressive Muskelentspannung.

  • Beobachten Sie, welche Lebensmittel Ihre Übelkeit auslösen und versuchen Sie, diese konsequent zu meiden.

  • Setzen Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

  • Nehmen Sie sich für das Essen Zeit und kauen Sie alles gut durch. So hat der Magen weniger Arbeit.

  • Fettreiche und scharf gewürzte Speisen, Koffein und Alkohol sind häufige Auslöser für Übelkeit nach dem Essen, da sie den Magen reizen – empfehlenswert ist es daher, den Konsum einzuschränken oder ganz darauf zu verzichten.

Quellen:

Häufige Erkrankungen von Magen und Darm, in: internisten-im-netz.de

Diabetes und Magen-Darm-Beschwerden, in: deximed.de