U9-Untersuchung: Vorbereitung zur Schuleingangsuntersuchung

Michael van den Heuvel Medizin- und Wissenschaftsjournalist

Die U9-Untersuchung steht im Alter von rund fünf Jahren an. Was dabei passiert und worauf der Kinderarzt besonders achtet? Alle Infos hier.

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Inhalt
  1. Wann ist die U9-Untersuchung?
  2. Was ist die U9-Untersuchung?
  3. Welche Informationen erhalten Eltern bei der U9-Untersuchung?
  4. Gegen welche Krankheiten impft der Arzt bei der U9-Untersuchung?

Die U9-Untersuchung  gilt als letzte Vorsorgeuntersuchung vor dem Schuleintritt. Zwar bereitet der Kindergarten auf den neuen Lebensabschnitt vor. Trotzdem sind plötzlich andere Fähigkeiten gefragt, etwa das Sprachvermögen, die Feinmotorik beim Schreiben oder auch die Geduld, länger still zu sitzen. Das berücksichtigt der Kinderarzt bei der U9-Untersuchung. 

 

Wann ist die U9-Untersuchung?

Die U9-Untersuchung ist im Alter von etwa fünf Jahren vorgesehen, genauer gesagt zwischen dem 60. und 64. Lebensmonat. Innerhalb dieses Zeitraums können Eltern einen Termin frei wählen. Verglichen mit früheren U-Untersuchungen, ist die U9 besonders umfangreich, weil sie auf die Schuleingangsuntersuchung, auch Einschulungsuntersuchung genannt, vorbereitet. Diese wird von den jeweiligen Gesundheitsämtern durchgeführt.

 

Was ist die U9-Untersuchung?

Als Teil dieser Früherkennungsuntersuchung hört der Kinderarzt das Herz, die Lungen und den Bauchraum ab. Er wiegt das Vorschulkind und bestimmt seine Größe. Eltern kennen dies bereits von früheren U-Untersuchungen.

Deutlich gründlicher bewertet der Arzt bei der U9-Untersuchung die Sprache. Es geht nicht nur darum, auf Fragen altersgemäß zu antworten und Sätze zu bilden, sondern auch schwierige Buchstaben wie „Sch“ oder ein „scharfes S“ richtig auszusprechen. Bei möglichen Defiziten wird ein Logopäde zurate gezogen. Er kann die Sprachentwicklung über eine Sprachtherapie spielerisch trainieren.

Weiter geht es mit praktischen Übungen. Das Kind sollte bereits mit Stiften und mit der Schere gut umgehen können: Fähigkeiten, die im Unterricht benötigt werden. Auch der Gang und die Körperhaltung werden in Augenschein genommen. Das ist anhand von einfachen Übungen rasch möglich. Hinzu kommen Fragen zum Sozialverhalten.

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Welche Informationen erhalten Eltern bei der U9-Untersuchung?

Als Ergebnis der U9-Untersuchung wird der Kinderarzt den Eltern seine Einschätzung zur altersgemäßen Entwicklung geben. Ist das Kind körperlich, geistig und sozial fit für die Schule? Sollte das der Fall sein, kann die offizielle Schuleingangsuntersuchung kommen.

Falls die Vorsorgeuntersuchung Defizite gezeigt hat, geht es um Möglichkeiten der gezielten Förderung. Vielleicht lautet der ärztliche Rat dann aber auch, das Kind noch ein Jahr zurückzustellen, also später einzuschulen. Die Stichtage unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland – von fünf Jahren und zehn Monaten bis hin zu sechs Jahren und zwei Monaten als Mindestalter.

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Gegen welche Krankheiten impft der Arzt bei der U9-Untersuchung?

Zwischen fünf und sechs Jahren rät die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut zu Auffrischungsimpfungen gegen Rotaviren, die Durchfall und Erbrechen verursachen, gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) und gegen Keuchhusten (Pertussis). Weitere Auffrischungsimpfungen für einen guten Impfstatus sind erst wieder im Alter von neun Jahren erforderlich und werden bei der U9-Untersuchung nicht vorgenommen.

Quellen:

Illing, Stephan; Claßen, Martin (2017): Klinikleitfaden Pädiatrie, München: Elsevier/Urban&Fischer.

Speer, Christian P. et al. (2018): Pädiatrie, Berlin: Springer-Verlag.

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, in: www.rki.de, Robert Koch-Institut

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