U8-Untersuchung: Was macht der Arzt?

Michael van den Heuvel Medizin- und Wissenschaftsjournalist

Im Alter von vier Jahren müssen Heranwachsende sich einer Untersuchung unterziehen, die sogenannte U8-Untersuchung. Aber wie genau läuft dieser Termin beim Kinderarzt eigentlich ab?

Inhalt
  1. Wann ist die U8-Untersuchung?
  2. Was ist die U8-Untersuchung?
  3. Gegen welche Krankheiten impft der Arzt bei der U8-Untersuchung?

Im Alter von vier Jahren ist die U8-Untersuchung als umfangreiche Vorsorgeuntersuchung beim Kind geplant. Der Kinderarzt bringt in Erfahrung, ob sich die Motorik und die Sprache altersgemäß entwickelt haben. Zudem untersucht er das Gehör und das Sehvermögen. Es geht aber auch um das Sozialverhalten des Kindes.

Zwischen der Geburt und der U8-Untersuchung hat sich viel getan. Die Entwicklung ging vom Baby und Kleinkind zum Vorschulkind. Besonders wichtig ist es, bei dieser U-Untersuchung Fähigkeiten im Blick zu behalten, die für die spätere Einschulung benötigt werden. 

Kinder lernen unterschiedlich schnell und gern schwimmen
Baby & Kleinkind Kinder lernen unterschiedlich schnell

 

Wann ist die U8-Untersuchung?

Die U8-Untersuchung ist im Alter von rund vier Jahren vorgesehen, sie sollte möglichst zwischen dem 46. und 48. Lebensmonat stattfinden. Innerhalb dieses Zeitraums können Eltern individuell einen Termin beim Kinderarzt vereinbaren.

 

Was ist die U8-Untersuchung?

Eltern kennen die Herangehensweise des Kinderarztes bereits. Wie bei den früheren Vorsorgeuntersuchungen beim Baby untersucht er jetzt beim Kind die Lungen, das Herz und den Bauchraum mit dem Stethoskop, um etwaige Erkrankungen zu erkennen. Er bestimmt die Größe und das Gewicht und dokumentiert alle Werte.

Hör- und Sehtests folgen bei der U8-Untersuchung. Auch die Milchzähne werden begutachtet, um Fehlstellungen oder Karies zu erkennen. Solche Zahnerkrankungen behandelt dann aber ein Kinderzahnarzt, falls erforderlich. Eine Urinprobe wird ebenfalls genommen. Eiweiß oder Zuckerwerte geben gegebenenfalls Hinweise auf Stoffwechselstörungen oder auf Erkrankungen der Nieren. Sollte der Kinderarzt hier etwas feststellen, wird er Eltern den Befund erklären und gegebenenfalls weitere Fachärzte hinzuziehen. 

Die geistige Entwicklung erfasst der Kinderarzt anhand eines einfachen Gespräches mit dem Kind. Er stellt Fragen oder lässt sich Erlebnisse erzählen, um den Wortschatz zu bewerten. Das Sozialverhalten wird anhand eines Fragebogens geprüft. Im Idealfall kommen solche Information von Erziehern des Kindergartens oder alternativ von den Eltern.

Weiter geht es mit einfachen Übungen, die Hinweise auf eine altersgemäße motorische Entwicklung geben. Das Kind soll sich anhand unterschiedlicher Vorgaben bewegen, auf einem Bein stehen oder springen. Weitere Übungen kommen dazu, etwa einfache Figuren auf Papier zu zeichnen oder Gegenstände auszuschneiden. Ziel ist es, rechtzeitig Defizite zu erkennen, damit der Einschulung in etwa zwei Jahren nichts im Wege steht. Da die Werte von der ersten Untersuchung beim Baby bis zur U8-Untersuchung vorliegen, lassen sich Fortschritte gut beurteilen.

Baby, Vorsorgeuntersuchung
Kindergesundheit Vorsorgeuntersuchung fürs Kind: In welchem Lebensmonat?

 

Gegen welche Krankheiten impft der Arzt bei der U8-Untersuchung?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut sieht für den 46. bis 48. Lebensmonat keine Maßnahmen vor. Falls erforderlich, wird der Kinderarzt jedoch fehlende Impfungen zu diesem Zeitpunkt nachholen. Besonders wichtig ist das Thema Masern, da es mittlerweile eine Impfpflicht in Deutschland gilt. Spätestens zur Einschulung ist ein entsprechender Schutz nachzuweisen – ansonsten bereits zum Besuch des Kindergartens. Hier reicht der Impfpass als Dokument für den Impfstatus aus.

Quellen:

Illing, Stephan; Claßen, Martin (2017): Klinikleitfaden Pädiatrie, München: Elsevier/Urban&Fischer.

Speer, Christian P. et al. (2018): Pädiatrie, Berlin: Springer-Verlag.

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, in: Robert Koch-Institut

Impfpflicht soll Kinder vor Masern schützen, in: bundesgesundheitsministerium.de

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