Turnen gegen Alzheimer

Älterer Mann schwitzt beim Sport
Wer trainiert, um Alzheimer zu bekämpfen, sollte dabei ordentlich ins Schwitzen kommen © Fotolia

Sport ist ein wirksames Mittel gegen Alzheimer. Das konnte eine neue Studie nachweisen. Doch damit es wirkt, muss unbedingt auf eine Sache geachtet werden.

Bewegung ist gesund. Das ist keine Neuigkeit. Zahlreiche Studien dokumentieren, wie sie die geistige Leistungsfähigkeit fördert, die Lebensqualität verbessert und die Gesundheit im Alter erhält. Doch bislang gibt es nur wenige Studien, die ihre Wirkung bei Alzheimerpatienten untersuchen – eine entscheidende Wissenslücke, da die Krankheit durch andere Methoden bislang sehr schlecht therapiert werden kann. Medikamente zeigen nur sehr begrenzt Wirkung.

Eine neue Studie, die auf dem Kongress der European Academy of Neurology vorgestellt wurde, konnte jetzt eindrucksvoll zeigen, wie wichtig Sport in der Alzheimertherapie ist.

 

Intensives Training gegen Alzheimer

Dazu ließen die Wissenschaftler 200 Personen, mit leichten bis mittleren Alzheimersymptomen, drei Stunden in der Woche trainieren. Die Teilnehmer im Alter von 50 bis 89 Jahren sollten dabei ordentlich ins Schwitzen kommen: Das intensive Aerobic-Training war so ausgelegt, dass ihr Pulsschlag während der gesamten Einheit knapp unter der sogenannten Pulsobergrenze lag – wenn sie richtig mittrainierten. Das entschied anscheinend auch über den Erfolg der Maßnahme.

Als die Forscher der Universität Kopenhagen die Daten analysierten, fanden sie zunächst keine Unterschiede zwischen den Probanden und einer Kontrollgruppe. Erst als sie untersuchten, wie die Personen abschnitten, die in der verlangten Intensität trainierten, erkannten sie einen deutlichen Unterschied. Gemessen wurde er mit einem sogenannten Symbol Digit Modalities Test (SDMT) bei dem die Teilnehmer in kurzer Zeit aus Zahlen und geometrischen Formen sinnvolle Paare bilden müssen. Aus dem Ergebnis wird ein Wert ermittelt, der zwischen 0 und 110 liegt. Je mehr Punkte eine Person erlangt, desto besser ihre geistige Leistungsfähigkeit.

 

Sport als Alzheimer-Medikament

Das intensive Training ließ die Teilnehmer in etwa ihr Ausgangsniveau halten – in der Kontrollgruppe fiel es um 4,2 Punkte von 25 auf 20,8. Die Wissenschaftler schließen aus ihrem Ergebnis, dass intensives Training ein wichtiger Teil der Alzheimertherapie werden sollte – besonders, da es anders als Medikamente frei von negativen Nebenwirkungen und relativ kostengünstig ist.

Hamburg, 13. Juli 2015

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