Tuina-Massage bei Verspannungen, Migräne und Co.

Redaktion PraxisVITA

Migräne, Nackenschmerzen oder sogar Arthrose einfach wegschieben und wegklopfen? Was zu schön klingt, um wahr zu sein, ist tatsächlich möglich – mit der Tuina-Massage. 

Frau während einer Tuina-Massage
Bei einer Tuina-Massage werden Blockaden unter anderem durch drücken verschiedener Punkte am Körper gelöst Foto:  istock/tjasam
Inhalt
  1. Tuina-Massage: Was ist das?
  2. Was passiert bei einer Tuina-Massage?
  3. Gegen welche Beschwerden hilft eine Tuina-Massage?
  4. Wirkungsgebiete der Tuina-Massage:
  5. Tuina-Massage für Kinder
  6. Wann darf man eine Tuina-Massage nicht durchführen?
  7. Kontraindikationen Tuina-Massage:
  8. Tuina-Massage: Dauer und Kosten
  9. Tuina-Selbstbehandlung
 

Tuina-Massage: Was ist das?

Eine Tuina-Massage ist eine Massageform der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und wird seit rund 2000 Jahren praktiziert. Der Name Tuina setzt sich aus den chinesischen Wörtern “tui” für “schieben” und “drücken” und “na” für “greifen” oder “ziehen” zusammen. Wie der Name bereits erahnen lässt, wird bei der manuellen Behandlung gedrückt, geklopft, gestrichen und geklatscht, gerieben und geschoben. Die Technik wird oft auch als “Akupunktur mit den Fingern” bezeichnet, weil dieselben Punkte behandelt werden wie bei der Therapie mit Nadeln. Dadurch sollen Blockaden gelöst, Organfunktionen harmonisiert und das Immunsystem gestärkt werden. 

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Was passiert bei einer Tuina-Massage?

Vor jeder guten Tuina-Behandlung sollte ein ausführliches Gespräch stehen, in dem vorab geklärt wird, welche Beschwerden, Vorerkrankungen oder Fehlhaltungen der Kunde hat. Anders als in der Schulmedizin werden anschließend nicht nur die einzelnen Schmerzpunkte behandelt, es steht ein ganzheitlicher Ansatz im Fokus. Bei der Tuina-Massage sollen Yin und Yang wieder ins Lot gebracht werden. Es gibt rund 300 Einzelgriffe, die den Qi-Fluss im Körper wieder harmonisieren sollen. Als Qi wird die Lebensenergie des Menschen bezeichnet. Der Massage-Therapeut setzt Fingerspitzen, Handflächen, Handballen, die Faust oder Ellenbogen ein, um Druck auf bestimmte Energiepunkte auszuüben. Durch Rollen, Reiben, Klopfen, Schieben oder Kneifen findet eine manuelle “Energiebandregulation” statt. Außerdem werden bestimmte Mobilisations- und Dehntechniken für Gelenke und Muskeln angewandt. Mit einer sanften Wellness- oder Entspannungsmassage hat die Behandlung in der Regel wenig zu tun. Die Methode kann vor allem bei starken Beschwerden und Blockaden durchaus schmerzvoll sein – ist dafür aber effektiv.

 

Gegen welche Beschwerden hilft eine Tuina-Massage?

Das Anwendungsgebiet der Tuina-Massage ist groß: Sowohl bei orthopädischen Beschwerden als auch bei inneren Erkrankungen soll die chinesische Heiltechnik helfen. 

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Wirkungsgebiete der Tuina-Massage:

  • Schmerzlinderung, insbesondere im Nacken, Rücken, den Schultern oder Muskeln
  • Verspannungen
  • Arthrose
  • Blutstau und Gelenkblockaden
  • Muskelkater
  • Darmstörungen (z.B. Verstopfung)
  • Stress, Erschöpfung, Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Magenstörungen (z.B. Magenschleimhautentzündungen, nervöser Magen)
  • Menstruationsbeschwerden
  • Neurologische Erkrankungen (z.B. Nervenschmerzen, Sensibilitätsstörungen)
  • Förderung der Wundheilung
  • Stärkung der Abwehrkräfte
  • Beschleunigung des Stoffwechsels
 

Tuina-Massage für Kinder

Eine besondere Tradition hat auch die “Kinder-Tuina”. In China wird die Behandlungsmethode bereits bei den Allerkleinsten durchgeführt. Es heißt, Tuina sei für Kinder vom Säuglingsalter, circa ab dem siebten Monat, bis hin zum neunten Lebensjahr am effektivsten, da die Heranwachsenden die äußeren Reize besonders gut aufnehmen. Die Massageform ist speziell an die Entwicklung der Babys und Kleinkinder angepasst. Die Grifftechniken Schieben, Kneten, Reiben, Pressen und greifendes Kneifen kommen auch in einer deutlich sanfteren Form zum Einsatz als bei Erwachsenen. Außerdem wurden bei Kindern 200 spezielle Akupunkturpunkte lokalisiert, die im Fokus stehen. Hände und Finger der zu behandelnden Kinder sind dabei besonders wichtig. Die Tuina-Massage soll präventiv das Immunsystem der Kinder stärken, sich positiv auf die gesamte Entwicklung auswirken, aber auch gegen Erkrankungen wie fieberhafte Infekte, Husten, Durchfall oder Hyperaktivität wirken. 

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Wann darf man eine Tuina-Massage nicht durchführen?

Nicht immer ist eine Tuina-Behandlung ratsam. Bei schweren Krankheitsbildern beispielsweise sollte man von der Massageform Abstand nehmen. Auch in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten, Tuina sollte nur nach Absprache mit dem behandelnden Frauenarzt durchgeführt werden. Die Bauchregion sollte in jedem Fall ausgespart werden.

 

Kontraindikationen Tuina-Massage:

 

Tuina-Massage: Dauer und Kosten

Die Kosten und Dauer einer traditionellen Tuina-Massage können stark variieren. In der Regel dauert eine Therapiesitzung je nach Beschwerdegrad zwischen 20 und 40 Minuten. Die Preise schwanken im Schnitt zwischen 20 bis 50 Euro pro Massage. Mittlerweile werden Tuina-Massagen auch im Wellness-Segment angeboten, diese Spa-Behandlungen sind allerdings meist weniger intensiv, dauern dafür aber bis zu einer Stunde und können noch ein wenig teuer sein.

 

Tuina-Selbstbehandlung

Tuina kann auch im Rahmen einer Selbstmassage durchgeführt werden. Es gibt im Buchhandel viel Fachliteratur zu dem Thema. Wichtig ist, dass man sich genau an die Anleitungen zur Selbsttherapie hält. Zum Einsatz kommt bei der Eigenbehandlung vor allem die Druckpunkttechnik, bei Alltagsbeschwerden wie Verspannungen oder Kopfschmerzen können Sie schnell und relativ einfach die eigenen Schmerzen lindern. Bei ernsten Erkrankungen sollten Sie aber auf jeden Fall einen Profi oder einen Arzt aufsuchen!

Quellen:

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