Tuchmaske: Fragen und Antworten zur Sheet Mask

Redaktion PraxisVITA

Die Tuchmaske gehört für immer mehr Frauen zur Gesichtspflege dazu. Aber was bringt der Beauty-Trend wirklich? Das sind die Vorteile und Nachteile einer Sheet Mask.

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Tuchmasken sollen die Gesichtshaut mit Feuchtigkeit versorgen Foto:  iStock/privetik
Inhalt
  1. Was ist eine Tuchmaske?
  2. Anwendungsbereiche von Tuchmasken
  3. Wie verwendet man eine Tuchmaske?
  4. Tuchmaske im Test
  5. Tuchmasken produzieren Müll
  6. Tuchmaske selber machen

Die Tuchmaske hat mittlerweile einen festen Platz in deutschen Drogerien. Echte Neuerungen sind in den Kosmetikabteilungen selten. Daher sorgte die Sheet Mask vor einigen Jahren besonders für Aufsehen. Mittlerweile hat sich der Beauty-Trend aus Asien auch hierzulande etabliert.

Fans schätzen ihn als Wellness-Ritual, das die Haut mit Feuchtigkeit versorgt und gezielt bei Problemen wie Pigmentflecken, Falten oder Pickeln helfen soll. Kritiker monieren allerdings Verpackungsmüll und schädliche Inhaltsstoffe.

 

Was ist eine Tuchmaske?

Der Trend stammt wie schon die BB Cream aus der Republik Korea. Viele der in deutschen Drogerien angebotenen Tuchmasken werden dort hergestellt. Die Produkte bestehen meist aus einem dünnen Vliesstoff (aus Zellulose, Viskose, Baumwolle oder Bambusfasern).

Dieser ist mit einer Flüssigkeit (Toner, Essenz oder Serum) getränkt. Die Pflege kann dank der Maske konzentriert auf dem Gesicht wirken. Das Tuch ist zudem mit Aussparungen für Augen, Mund und Nasenlöcher versehen.

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Teurere Masken können aus gelartigem Material (sogenanntem Hydrogel) bestehen. Es gibt sie auch in zwei separaten Teilen für den oberen und unteren Teil des Gesichts. Manche Produkte sind seitlich mit “Henkeln” versehen, die über die Ohren gezogen werden. Das alles soll für eine bessere Passform sorgen. Sheet Masks sind fast immer Einwegprodukte. Selten gibt es “trockene” Varianten, die mehrmals verwendet werden können.

Die Preisspanne ist enorm. Günstige Masken gibt es einzeln oder in Multipacks für unter einen Euro pro Stück. Für Luxusprodukte werden schon mal Preise jenseits der 20-Euro-Marke verlangt.

 

Anwendungsbereiche von Tuchmasken

Der Hauptzweck von Tuchmasken besteht darin, die Gesichtshaut mit viel Feuchtigkeit zu versorgen. Daneben gibt es Angebote für verschiedene Hauttypen und -bedürfnisse, wie etwa Unreinheiten und Rötungen.

Hersteller versprechen teils auch, dass ihr Produkt die Sichtbarkeit von Falten mindert. In Asien besonders beliebt ist Kosmetik, die angeblich für einen strahlenden und ausgeglichenen Teint sorgen soll. Sie wird mit Schlagworten wie “Brightening” und “Whitening” vermarktet.

 

Wie verwendet man eine Tuchmaske?

Die Tuchmaske wird aus der Verpackung genommen und entfaltet. Hier sollte man vorsichtig vorgehen, um ein Einreißen zu vermeiden. Das nasse Vlies wird auf das gereinigte Gesicht gedrückt und meist zehn bis 20 Minuten getragen.

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Die auf der Haut verbliebene Flüssigkeit kann durch sanftes Klopfen mit den Fingerspitzen einmassiert werden. Danach sollte schnell eine Gesichtscreme folgen, damit die Feuchtigkeit nicht sofort wieder entweicht.

In Südkorea gehören Sheet Masks zur täglichen Beauty-Routine. Die kann aus zehn oder noch mehr Schritten bestehen. Die Tuchmaske kommt hier morgens oder abends nach der Gesichtsreinigung und einer dünnflüssigen Gesichtspflege wie Toner und Essenz zum Einsatz. Anschließend werden Cremes aufgetragen.

Tipps zur Anwendung von Tuchmasken
  • Tuchmasken im Kühlschrank lagern: Auf diese Weise kommt zur Pflege noch ein angenehmer Kühlungseffekt.
  • In vielen Produkten stecken 20 Milliliter Flüssigkeit. Diese Menge kann gar nicht von dem Vlies aufgenommen werden. Deshalb bleibt so viel Serum über, dass es noch für ein bis zwei weitere Einsätze reicht.
  • Während des Tragens regelmäßig von den unteren Rändern über den Hals streichen, um die Pflege-Essenz auch hier wirken zu lassen.
  • Während die Maske einwirkt, sollte man Essen vermeiden – dafür ist das Loch für den Mund meistens ohnehin zu klein. Außerdem kann durch die Kaubewegungen die Maske ins Rutschen geraten.
 

Tuchmaske im Test

Manche Tuchmasken scheinen eher Spaß- als Kosmetikartikel zu sein. Sie sind beispielsweise mit lustigen Motiven bedruckt oder mit Glitzer versehen. Aber auch anscheinend seriöse Produkte stehen in der Kritik. Experten bemängeln, dass die Feuchtigkeitszufuhr nur temporär ist. Das gilt allerdings auch für andere Pflegeprodukte dieser Art.

Schwerer wiegt der Vorwurf, dass viele Tuchmasken schädliche Inhaltsstoffe enthalten. Darunter fallen Kritikern zufolge Konservierungsstoffe wie Parabene, Silikone oder Alkohol. “Öko-Test” hat für das Januarheft 2020 Gesichtsmasken getestet, darunter 21 Hydrogel- und Tuchmasken. Rund die Hälfte erhielt die Note “sehr gut” oder “gut”.

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Darunter waren auch günstige Drogerie-Eigenmarken für teils unter einem Euro pro Stück. Bei einigen dieser Produkte wurden zwar Parfümstoffe gefunden, die bei empfindlicher Haut Reizungen auslösen können. Andere bedenkliche oder umstrittene Inhaltsstoffe fanden die Experten nach eigenen Angaben bei den sehr guten Produkten aber nicht.

Auch die Wirkung der Inhaltsstoffe konnte sie in diesen Fällen überzeugen. Bei manch einem Verkaufsschlager aus der Drogerie vergab “Ökotest” hingegen nur ein “mangelhaft”. Bei Tuchmasken ist es also ratsam, genau zu prüfen, was drin steckt.

 

Tuchmasken produzieren Müll

Ein Vorwurf lässt sich nicht von der Hand weisen: Die Einmal- und Wegwerfprodukte verursachen viel Müll. Wer nicht auf das Beauty-Ritual verzichten möchte, kann wenigstens Produkte mit den folgenden Eigenschaften wählen:

  • möglichst kleinformatige Verpackung
  • ohne zusätzliche Schutzfolie auf dem Vlies (meist ohnehin überflüssig)
  • aus nachwachsenden, nachhaltig angebauten Rohstoffen
  • in Bio-Qualität
 

Tuchmaske selber machen

Ein sparsamer, bewusster Einsatz hilft ebenfalls dabei, Verpackungsmüll möglichst gering zu halten. Tuchmasken lassen sich auch selber herstellen. Anbieter aus Asien verkaufen hierzu Vliesmasken, die sich mit Serum oder auch Mizellenwasser tränken lassen. Auf diese Weise spart man wenigstens die Verpackung und nebenbei noch eine Menge Geld.

Eine gute Alternative sind zudem die dünnen, kleinen Vliestücher, die in Korea und Japan anstelle von Wattepads benutzt werden. Sie bieten den Vorteil, dass sie sich gezielt auf besonders beanspruchte oder trockene Stellen auflegen lassen, beispielsweise auf die Wangen. Daher sind diese Produkte auch umweltfreundlicher als herkömmliche Tuchmasken.

Quellen:

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