Tuberkulose: Ursachen sind Bakterien

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei der Tuberkulose sind die Ursachen bestimmte Bakterien. Es handelt sich um Erreger aus der Familie der Mykobakterien, die zum sogenannten Mycobacterium tuberculosis-Komplex zählen: Das Mycobakterium tuberculosis ist in 95 Prozent aller Fälle für eine Tuberkulose-Erkrankung verantwortlich. Daneben zählen Mycobacterium bovis und Mycobacterium africanum zu den Tuberkulose-Ursachen.

Allen Erregern gleich ist ihre Übertragungsart: Die direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch durch eine Tröpfcheninfektion. Über eingeatmete, infektiöse Tröpfchen gelangen die Erreger in die Lunge. Insbesondere durch Niesen oder Husten werden die Erreger von infizierten Patienten über die Luft verteilt, die dann Personen in der unmittelbaren Umgebung infizieren können. Bei der sogenannten pulmonalen Tuberkulose ist nur die Lunge betroffen. Es ist jedoch auch möglich, dass die Erreger über die Lymph- oder Blutbahn in andere Organe gelangen und diese befallen: Dann ist von der sogenannten extrapulmonalen Tuberkulose die Rede, die zum Beispiel Knochen, Lymphknoten, Harnwege, Gelenke oder Verdauungsorgane betrifft. Extrapulmonale Tuberkulosen stellen allerdings nur selten ein Ansteckungsrisiko dar. Generell gilt: Gelangen bei einer infizierten Person die Tuberkulose-Erreger zum Beispiel durch Auswurf (Sputum) oder Urin nach außen, wird dies als offene Tuberkulose bezeichnet. Im Gegensatz dazu besteht bei der geschlossenen Tuberkulose keine Ansteckungsgefahr.

Bei einer Tuberkulose können die Ursachen theoretisch auch mit der Nahrung zusammenhängen: Mycobacterium bovis ist der Erreger der Tuberkulose bei Rindern. Sind bei erkrankten Kühen die Euter durch das Bakterium befallen, können die Erreger auf die Milch übertragen werden. Der Infektionsweg über rohe, nicht-pasteurisierte Milch spielt heutzutage in Mitteleuropa jedoch kaum eine Rolle.

Bei einem intakten Immunsystem erkranken nur fünf bis zehn Prozent der infizierten Personen an einer Tuberkulose. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit, beträgt dann zwischen sechs und acht Wochen.

 

Ob sich Personen mit der Tuberkulose infizieren, hängt dabei von mehreren Faktoren ab:

  • Dauer, Häufigkeit und Enge des Kontakts zu einer erkrankten Person
  • Menge und Ansteckungsfähigkeit (Virulenz) des Tuberkulose-Erregers
  • Empfänglichkeit für Krankheiten, z. B. geschwächtes Immunsystem
 

Es gibt zudem einige Risikofaktoren, die eine Tuberkulose-Erkrankung begünstigen:

  • Einnahme bestimmter Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken bzw. schwächen (z.B. sogenannte Immunsuppressiva oder Zytostatika)
  • HIV-Infektion
  • Unterernährung (Malnutrition)
  • Stress
  • hohes Lebensalter
  • Rauchen
  • Alkoholkrankheit
  • Drogenabhängigkeit
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Tumorerkrankungen

Ein geschwächtes Immunsystem birgt zudem die Gefahr der sogenannten Reaktivierung, das heißt, dass es auch Jahrzehnte nach einer Infektion noch zur Erkrankung kommen kann.

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