Tuberkulose: So stellt der Arzt die Diagnose

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei der Tuberkulose gestaltet sich die Diagnose meist schwierig, denn oftmals verläuft die Erkrankung symptomlos oder die Symptome sind uncharakteristisch und zum Beispiel einer Grippe sehr ähnlich. Häufig wird die Tuberkulose daher nicht erkannt. I

Im Rahmen des Gesprächs zur Krankheitsgeschichte (Anamnese) versucht der Arzt unter anderem herauszufinden:

  • Gibt es Tuberkulosefälle in der Familie oder in der näheren Umgebung?
  • Gibt es eine zurückliegende Tuberkulose-Erkrankung?
  • Liegen bestimmte (Grund-)Erkrankungen vor?
  • Gab es einen Aufenthalt in einem Land mit hoher Tuberkulose-Erkrankungsrate?
  • Bestand enger Kontakt zu Tuberkulose-Patienten?
  • Liegen Risikofaktoren vor, die das Immunsystem schwächen?

Auf die Anamnese folgt in aller Regel eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt die Lunge abhört und abklopft. Zur weiteren Diagnose lässt der Arzt meist eine Röntgenaufnahme der Lunge anfertigen. Auf ihr lassen sich Entzündungsherde oder die für eine Tuberkulose typischen Kavernen in der Lunge gut erkennen. Eine frische Tuberkulose-Infektion ist jedoch auf einer Röntgenaufnahme häufig nicht erkennbar, weshalb nach rund drei Monaten eine Röntgenkontrolle notwendig ist.

Zur Tuberkulose-Diagnose führt der Arzt auch den Tuberkulin-Hauttest (kurz THT oder Mendel-Mantoux-Test) durch, der eine durchgemachte Infektion nachweist – er ist daher nicht zwingend ein Beweis für eine aktuell vorliegende Erkrankung. Bei diesem Test wird Tuberkulin, ein Bestandteil des Erregers, in geringen Mengen in die Haut an der Beugeseite des Unterarms gespritzt. Nach 72 Stunden wird das Ergebnis kontrolliert: Der Test gilt als positiv, wenn sich ein Knötchen bildet, das größer als 5 mm ist. Bei einem negativen Testergebnis ist eine Tuberkulose-Erkrankung unwahrscheinlich, kann aber auch nicht sicher ausgeschlossen werden, da der Tuberkulose-Erreger bei einer frischen Infektion manchmal noch nicht nachweisbar ist.

Der Tuberkulin-Hauttest wird häufig mit dem sogenannten Interferon-Gamma-Test (IGRA) kombiniert und dient zur Bestätigung eines positiven THT-Tests oder zur Ergänzung bei einem unklaren THT-Ergebnis. Dabei handelt es sich um eine Blutuntersuchung, die Interferon-Gamma im Blut nachweist: Hatte das Immunsystem bereits Kontakt mit Tuberkulose-Erregern, setzen bestimmte Abwehrzellen des Körpers Interferon-Gamma frei. Ein positives Ergebnis ist also Hinweis auf eine Infektion mit Tuberkulose-Bakterien.

 

Zur Tuberkulose-Diagnose führt der Arzt  verschiedene bakteriologische Laboruntersuchungen durch an:

  • Auswurf (Sputum) von mehreren aufeinanderfolgenden Tagen
  • Magensaft
  • Bronchialsekret
  • Urin
  • Stuhl
  • Abstriche von Haut und Schleimhäuten
  • Gewebeproben

Mit bestimmten Färbetechniken können die Erreger der Tuberkulose sichtbar gemacht und mikroskopisch untersucht werden. Zudem können die Erreger zum Nachweis einer aktuellen Erkrankung auf einem speziellen Nährmedium in einer Kultur gezüchtet werden; allerdings dauert die Anzucht in Kultur mehrere Wochen. Zum schnellen Nachweis einer durchgemachten Infektion gibt es spezielle Verfahren, sogenannte Nukleinsäureamplifikationstechniken (kurz NAT). Solche Verfahren liefern Ergebnisse innerhalb von ein bis zwei Tagen, müssen jedoch durch eine zweite Probe bestätigt werden. Diese Techniken können auch frühere Tuberkulose-Erkrankungen nachweisen, die bis zu einem Jahr zurückliegen.

Eine Tuberkulose ist meldepflichtig, das heißt: Stellt der Arzt die Diagnose Tuberkulose, ist er dazu gesetzlich verpflichtet, dies dem jeweiligen Gesundheitsamt zu mitzuteilen.

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