Trotz Inzidenz von über 100: Berlin will keine Corona-Notbremse

Daphne Sekertzi

Obwohl Berlin eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 erreicht, hat der regierende Bürgermeister Michael Müller am Donnerstag verkündet, dass die Öffnungsschritte vorerst nicht zurückgenommen werden. Alle Infos!

Inhalt
  1. Keine Notbremse in Berlin trotz Inzidenz von 111
  2. Müller rückt von Bund-Länder-Vorgaben ab
  3. Impfen und Tests als neue Möglichkeiten
 

Keine Notbremse in Berlin trotz Inzidenz von 111

In Berlin sollen die seit dem 8. März herrschenden Lockerungen weiter bestehen, obwohl die Inzidenz seit drei Tagen den Grenzwert von 100 übersteigt. Wie den aktuellen Zahlen des RKI zu entnehmen ist, liegt die Inzidenz derzeit bei 111 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Aufgrund der bundesweit steigenden Infektionszahlen und der stark grassierenden ansteckenden Corona-Mutation B.1.1.7 ist auch in Berlin keine abflachende Infektionskurve zu erwarten.

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Müller rückt von Bund-Länder-Vorgaben ab

Mit dieser Entscheidung rückt Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) von dem Beschluss ab, den Bund und Länder auf dem Corona-Gipfel Anfang März getroffen und der bei den letzten Beratungen am Montag nochmals bekräftigt wurde. Danach soll die Notbremse greifen und vorgenommene Öffnungsschritte wieder zurückgenommen werden, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Region drei Tage hintereinander die 100er-Marke erreicht.

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Impfen und Tests als neue Möglichkeiten

In einer Regierungserklärung im Abgeordnetenhaus erklärte Michael Müller seine Entscheidung: „Ich glaube, dass es kein gangbarer Weg ist, jetzt wieder alles zurückzudrehen, was wir uns in den letzten Tagen und Wochen an Möglichkeiten und Freiheiten erkämpft haben". Durch Impfungen und Tests sei es nun möglich, nicht mehr nur mit einschränkenden Corona-Maßnahmen zu reagieren. Berlin wolle einen „besonnen Weg“ gehen, der „eine Abwägung zwischen Machbarem und Wünschenswertem“ beinhalten solle.

In Berlin dürfen seit dem 8. März Buch- und Schreibwarenläden, Gartencenter geöffnet haben, Einkaufen ist nach dem „Click an Meet“-Konzept möglich. Auch Museen und Galerien dürfen unter strengen Auflagen wieder Besucher empfangen. Ob die Lockerungen bei noch weiter steigender Inzidenz weiter bestehen bleiben werden, ist nicht klar.

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