Trockenpflaumen für einen gesunden Bauch

Trockenpflaumen mit Apfelringen
Trockenpflaumen helfen, die Darmflora gesund zu halten © Fotolia

Trockenpflaumen helfen gegen Verstopfung und schützen unsere Zellen – eine aktuelle Studie US-amerikanischer Wissenschaftler zeigt jetzt, dass sie auch den Darm gesund halten können.

In einem gesunden Darm eines Erwachsenen leben Miliarden von Mikroorganismen – zusammen werden sie als „Darmflora“ bezeichnet. Im Mutterleib ist der Magen-Darm-Trakt eines Menschen noch völlig steril. Erst mit der Geburt beginnt die Besiedlung des Darms, die in den ersten Lebensjahren weiter andauert. Nach Abschluss dieses Prozesses befinden sich im Darm etwa 1,5 Kilogramm Bakterien.

 

Wenn die Darmflora aus dem Gleichgewicht gerät

Für unsere Gesundheit ist es wichtig, dass zwischen diesen Mikroorganismen ein Gleichgewicht besteht. Denn dann unterstützen die Darmbakterien das Immunsystem, indem sie verhindern, dass sich über die Nahrung aufgenommene Krankheitserreger im Darm ausbreiten und ins Blut übergehen. Außerdem haben sie Einfluss auf das Körpergewicht – bei übergewichtigen Menschen befinden sich andere und meist weniger Bakterien im Darm als bei Normalgewichtigen.

Ein Ungleichgewicht der Darmflora wird mit der Entstehung von Allergien und Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Reizdarm-Syndrom in Verbindung gebracht. Verschiedene Studien wiesen außerdem darauf hin, dass die Darmflora das Gehirn vor Schädigungen schützt und Einfluss auf Stimmung und Verhalten von Kindern hat. Eine gestörte Darmflora kann darüber hinaus immer wiederkehrende Entzündungen hervorrufen, die auf lange Sicht die Entstehung von Darmkrebs begünstigen.

Wie die Ernährung die Darmflora beeinflusst, beobachten Mediziner schon seit Längerem. Wissenschaftler der Texas A&M University testeten jetzt die Wirkung eines altbewährten Hausmittels gegen Verstopfung auf die Darmflora: Trockenpflaumen.

 

Gesündere Darmflora durch Trockenpflaumen

Trockenpflaumen enthalten sogenannte phenolische Verbindungen, die unsere Zellen vor Schädigungen schützen. Die texanischen Wissenschaftler wollten in ihrer Studie herausfinden, ob diese Stoffe auch die Darmflora schützen und so Darmkrebs vorbeugen können.

Dazu reicherten sie die Ernährung einer Gruppe von Labortieren mit Trockenpflaumen an – eine Kontrollgruppe bekam Futter ohne Trockenpflaumen. Beide Gruppen nahmen täglich dieselbe Kalorienzahl zu sich.

Anschließend analysierten die Wissenschaftler Teile des Darmgewebes auf ihre Bakterienbesiedlung. Dabei beobachteten sie: Bei der Trockenpflaumen-Gruppe hatten sich vor allem im hinteren Darmbereich zwei wichtige Bakterienstämme der Darmflora verändert. Während die sogenannten Bacteroidetes vermehrt vorhanden waren, war die Anzahl der „Firmicutes“ genannten Bakterien verringert. In der Kontrollgruppe beobachteten die Forscher einen umgekehrten Effekt.

 

Weniger Krebs-Vorstufen in Trpockenpflaumen-Gruppe

Bei der Trockenpflaumen-Gruppe fanden sich außerdem weniger Vorstufen sogenannter Darmpolypen – diese gutartigen Ausstülpungen können sich zu bösartigen Darmtumoren entwickeln. Die Erklärung der Forscher: Die vermehrte Besiedlung des Darms mit Bacteroidetes schützte die Labortiere vor der Bildung solcher Krebs-Vorstufen.

Die Wissenschaftler schließen daraus, dass Trockenpflaumen eine gesunde Darmflora fördern und langfristig sogar vor Darmkrebs schützen könnten. Bei Problemen mit der Darmflora, beispielsweise nach längerer Antibiotikum-Einnahme, könnten einige Trockenpflaumen pro Tag hilfreich sein – allerdings sollte diese Begleittherapie mit einem Arzt abgesprochen werden.

Trockenpflaumen haben weitere positive Auswirkungen auf die Gesundheit – hier die wichtigsten im Überblick.

 

Gesunde Verdauung

Wer ein paar Pfunde verlieren will, sollte bei einer Diät zwischendurch zu getrockneten Pflaumen statt zu normalem Obst greifen. Englische Forscher fanden heraus, dass man dadurch rund 25 Prozent mehr Gewicht verlieren kann. Grund: Trockenpflaumen sättigen so gut, dass man bei den Hauptmahlzeiten weniger isst. Eine weitere Erklärung ist ihr hoher Ballaststoffe-Anteil (fünf Gramm pro 100 Gramm), der das gesamte Verdauungssystem in Schwung bringt. Tipp bei Verstopfung: Vor dem Frühstück fünf Trockenpflaumen essen und viel trinken.

 

Jung bleiben

Eine Ende der 1990er Jahre durchgeführte Studie der Tufts University in Boston zeigt: Trockenpflaumen sind weitaus besser darin, sogenannte freie Radikale unschädlich zu machen, als irgendein anderes Obst oder Gemüse. Freie Radikale sind hochaggressive Zerfallsprodukte biochemischer Reaktionen und entstehen im Blut sowie in den Körperzellen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sind diese Stoffe für den Alterungsprozess des Menschen mitverantwortlich. Darüber hinaus stehen sie im Zusammenhang mit Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson sowie Krebs. Die in den Pflaumen enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe regen außerdem den Blutfluss an und helfen so, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen.

Hamburg, 29. September 2015

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