Trockenpflaumen: So gesund sind sie für den Darm

Zur Wirkung von Trockenpflaumen gibt es mittlerweile jede Menge Studien, die allesamt das gleiche Bild zeichnen: Die Wirkung von getrockneten Pflaumen auf den Darm geht viel weiter, als man glaubt. Das Trockenobst hilft nicht nur bei Verstopfung, sondern könnte sogar vor Darmkrebs schützen.

Trockenpflaumen in einer Holzschale
Trockenpflaumen helfen, die Darmflora gesund zu halten Foto: iStock_Maryna Iaroshenko

Trockenpflaumen sind ein altbewährtes Hausmittel gegen Verstopfung. Denn das Trockenobst bringt die Verdauung mächtig in Schwung. Getrocknete Pflaumen haben jedoch noch viel mehr gesundheitliche Vorteile zu bieten, wie verschiedene Studien zeigen.

Wenn die Darmflora aus dem Gleichgewicht gerät

In dem gesunden Darm eines Erwachsenen leben Milliarden von Mikroorganismen – zusammen werden sie als Darmflora bezeichnet. Ein Ungleichgewicht der Darmflora wird mit der Entstehung von Allergien und Erkrankungen wie dem Reizdarm-Syndrom in Verbindung gebracht. Verschiedene Studien wiesen außerdem darauf hin, dass die Darmflora das Gehirn vor Schädigungen schützt und Einfluss auf Stimmung und Verhalten von Kindern hat. Eine gestörte Darmflora kann darüber hinaus immer wiederkehrende Entzündungen hervorrufen, die auf lange Sicht die Entstehung von Darmkrebs begünstigen.

Wie die Ernährung die Darmflora beeinflusst, beobachten Mediziner schon seit Längerem. Wissenschaftler:innen der Texas A&M University testeten die Wirkung eines altbewährten Hausmittels gegen Verstopfung auf die Darmflora: Trockenpflaumen.

Studie: Gesündere Darmflora durch Trockenpflaumen

Trockenpflaumen enthalten sogenannte phenolische Verbindungen, die unsere Zellen vor Schädigungen schützen. Die texanischen Forscher:innen wollten in ihrer Studie herausfinden, ob diese Stoffe auch die Darmflora schützen und so Darmkrebs vorbeugen können. Dazu reicherten sie die Ernährung einer Gruppe von Labortieren mit Trockenpflaumen an – eine Kontrollgruppe bekam Futter ohne Trockenpflaumen. Beide Gruppen nahmen täglich dieselbe Kalorienzahl zu sich.

Anschließend analysierten die Wissenschaftler Teile des Darmgewebes auf ihre Bakterienbesiedlung. Dabei beobachteten sie: Bei der Trockenpflaumen-Gruppe hatten sich vor allem im hinteren Darmbereich zwei wichtige Bakterienstämme der Darmflora verändert. Während die sogenannten Bacteroidetes vermehrt vorhanden waren, war die Anzahl der „Firmicutes“ genannten Bakterien verringert. In der Kontrollgruppe beobachteten die Forscher einen umgekehrten Effekt.

Trockenpflaumen als Schutz vor Krebs?

Bei der Trockenpflaumen-Gruppe fanden sich außerdem weniger Vorstufen sogenannter Darmpolypen – diese gutartigen Ausstülpungen können sich zu bösartigen Darmtumoren entwickeln. Die Erklärung der Forscher: Die vermehrte Besiedlung des Darms mit Bacteroidetes schützte die Labortiere vor der Bildung solcher Krebs-Vorstufen.

Die Studienautor:innen schließen daraus, dass Trockenpflaumen eine gesunde Darmflora fördern und langfristig sogar vor Darmkrebs schützen könnten. Bei Problemen mit der Darmflora, beispielsweise nach längerer Antibiotikum-Einnahme, könnten einige Trockenpflaumen pro Tag hilfreich sein – allerdings sollte diese Begleittherapie mit einer Ärzt:in abgesprochen werden.

Trockenpflaumen für eine gesunde Verdauung

Abnehmen mit getrockneten Pflaumen? Das klingt aufgrund des enthaltenen Fruchtzuckers erstmal widersprüchlich. Doch englische Forscher fanden heraus, dass man dadurch rund 25 Prozent mehr Gewicht verlieren kann. Denn Trockenpflaumen sättigen so gut, dass man bei den Hauptmahlzeiten weniger isst. Eine weitere Erklärung ist ihr hoher Ballaststoff-Anteil (fünf Gramm pro 100 Gramm), der das gesamte Verdauungssystem in Schwung bringt.

Warum getrocknete Pflaumen noch gesund sind

Eine Ende der 1990er Jahre durchgeführte Studie der Tufts University in Boston zeigt: Trockenpflaumen sind weitaus besser darin, sogenannte freie Radikale unschädlich zu machen, als irgendein anderes Obst oder Gemüse. Freie Radikale sind hochaggressive Zerfallsprodukte biochemischer Reaktionen und entstehen im Blut sowie in den Körperzellen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sind diese Stoffe für den Alterungsprozess des Menschen mitverantwortlich. Darüber hinaus stehen sie im Zusammenhang mit Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson sowie Krebs.

Die in den Pflaumen enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe regen außerdem den Blutfluss an und helfen so, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Auch auf den Wasserhaushalt wirken sich Trockenpflaumen positiv aus. Verantwortlich dafür sind Pektine – spezielle Ballaststoffe, die vor allem in der Schale stecken.

Wie viele Trockenpflaumen sollte man am Tag essen?

Trockenpflaumen sollten grundsätzlich in Maßen verzehrt werden, da sie eine abführende Wirkung haben. Aber genau das macht sie zu einem beliebten Hausmittel gegen Verstopfung. Damit die Verdauung angekurbelt wird, sollte man vor dem Frühstück fünf Trockenpflaumen essen und dabei viel Wasser trinken. Alternativ können die Pflaumen über Nacht in Wasser eingeweicht werden.

Wenn keine Darmbeschwerden bestehen, spricht nichts dagegen ein, zwei Trockenpflaumen pro Tag zu essen, um von den gesundheitlichen Vorteilen zu profitieren. Mehr als 150 Gramm Trockenpflaumen sollten es aber nicht sein, weil es dann zu Bauchschmerzen und Blähungen kommen kann.