Trockene Haut im Winter

Dr. med. Nadine Heß

Viele Kinder und Erwachsene leiden – insbesondere in der kalten Jahreszeit – unter trockener, juckender Haut oder sogar Ekzemen. Erfahren Sie hier, warum trockene Haut im Winter so oft bei Kleinkindern vorkommt und was Sie dagegen tun können.

Expertin Nadine Hess
Expertin Dr. Hess: „Bei trockener Haut – egal ob bei Ihrem Baby, Kleinkind oder bei sich selbst – sollte zur Reinigung auf seifenhaltige Substanzen verzichtet werden.“ © privat
 

Trockene Haut im Winter – Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess:

Gerade im Winter beobachten viele Eltern bei ihren Kindern und auch sich selbst trockene, vielleicht sogar schuppende Hautstellen. Es können größere Körperareale betroffen sein oder nur einzelne Stellen, wie die Wangen oder die Beine. Durch die Heizungsluft und die Kälte draußen trocknet die Haut bei uns allen schneller aus und benötigt im Winter mehr Feuchtigkeit und auch Fett.

Mit der Geburt ist die Haut zwar anatomisch fertig ausgebildet, jedoch funktionell noch nicht. Das zeigt sich an einer erhöhten Aufnahmefähigkeit für Substanzen von außen, einer verringerten Barrierefunktion, verminderten mechanischen Belastbarkeit und Temperaturregulationsfähigkeit der Babyhaut.[1] Kurz gesagt bedeutet das: Babyhaut muss besonders geschützt werden und darf nicht mit jedem für ältere Kinder und Erwachsene geeigneten Produkt behandelt werden.

 

Trockene Haut im Winter richtig pflegen

Trocken Haut im Winter
Was hilft gegen trockene Haut im Winter? Tipps für die Pflege zarter Baby-Haut von Kinderärztin Nadine Hess© Fotolia

Außer in besonderen Fällen, brauchen Babys keine besondere Pflege für Ihre Haut. Es reicht, wenn Sie Ihr Baby mit klarem Wasser waschen und ein- bis zweimal pro Woche baden. Seifenzusätze sind nicht notwendig und auch kein Eincremen. Bei trockener Haut im Winter – egal ob bei Ihrem Baby, Kleinkind oder bei sich selbst – sollte zur Reinigung auf seifenhaltige Substanzen verzichtet werden – wählen Sie entweder ein seifenfreies Syndet (gibt es in jeder Drogerie als Duschgel, Badezusatz, etc.) oder duschen Sie mit einem Duschöl. Zum Baden (was durchaus erlaubt ist, allerdings sollte die Temperatur nicht höher als 37°C liegen, da zu heißes Wasser die Haut austrocknet – und das Bad sollte nicht länger als 10-15 Minuten dauern) sollte ein sogenanntes spreitendes Badeöl verwendet werden. Es sorgt dafür, dass sich ein pflegender Ölfilm auf die Haut legt. Anschließend sollte sie nur abgetupft werden, um den Ölfilm nicht wieder abzurubbeln.

 

Eincremen gegen trockene Haut im Winter – was muss ich beachten?

Solange die Haut noch feucht ist, ist sie besonders aufnahmefähig für pflegende Substanzen. Achten Sie bei trockener Haut im Winter also darauf, dass Sie Pflegecremes rasch nach dem Bad oder der Dusche auftragen, ideal ist es innerhalb der ersten Minute nach dem Abtrocknen.

Bei Säuglingen sollte in der Pflegecreme Glycerin enthalten sein, da es ein guter und für diese Altersgruppe unbedenklicher Feuchtigkeitsspender ist. Harnstoffhaltige Produkte, die ebenfalls sehr gute Feuchtigkeitsträger sind, können bei kleineren Kindern, Säuglingen und auf offenen Hautstellen brennen und sollten darum nicht oder nur nach vorsichtigem Testen angewendet werden. Bei Erwachsenen sind sie hingegen sehr empfehlenswert und werden meist gut vertragen. Harnstoffhaltige Pflegeprodukte (auch Urea-haltig genannt) gibt es in unterschiedlichen Konzentrationen. Beginnen Sie mit der niedrigsten Konzentration, dann können Sie sicher sein, dass es nicht beim Auftragen brennt. Meist sind Ureagehalte von drei bis fünf Prozent ausreichend.

 

[1] Peter Höger, Kinderdermatologie, 3. Auflage, siehe besonders Seiten 7-14

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.