Trockene Augen: Unterschätzt und weit verbreitet

Julia Rommelfanger Medizinjournalistin

Trockene Augen – das Problem klingt banal, kann sich aber zu einem schmerzhaften Leiden entwickeln. Trockene Augen jucken, tränen und können sich mitunter auch entzünden. Eine schnelle, gezielte Behandlung schafft Abhilfe.

Nahaufnahme einer Person, die ihre trockenen Augen mit Augentropfen benetzt
Frauen leiden besonders oft unter trockenen Augen Foto:  istock_galitskaya

Viele Millionen Menschen in Deutschland kennen trockene Augen. Frauen sind öfter davon betroffen als Männer. Das unter Fachleuten als Keratoconjuncivitis sicca oder Sicca-Syndrom bezeichnete Problem darf nicht unterschätzt werden. Und es tritt mit zunehmendem Alter immer häufiger auf. Durch zu wenig Tränenflüssigkeit oder eine zu schnelle Verdunstung des Tränenfilms ist die Benetzung der Augenoberfläche gestört. Das Resultat: die Augenoberfläche wird trocken, juckt oder brennt.

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Trockene Augen: Was ist die Ursache?

Unterschiedliche Auslöser können dazu führen, dass die Augen nicht mehr genügend befeuchtet werden. Bei Frauen können Hormonschwankungen, vor allem in den Wechseljahren, zu trockenen Augen führen. Auch das Tragen von Kontaktlinsen, Klimaanlagen oder trockene Raum- oder Heizungsluft, bestimmte Erkrankungen (z. B. Diabetes) sowie Medikamente (z. B. Beta-Blocker oder lokale Kortisonmittel) können Benetzungsstörungen nach sich ziehen. Ebenso können die Augen durch zu langes Arbeiten am Bildschirm oder konzentriertes Fernsehen mit seltenem Blinzeln trocken werden.

 

Trockene Augen – welche Symptome treten auf?

Typische Symptome für das Sicca-Syndrom sind

  • Juckreiz
  • Kratzen
  • Brennen
  • müde Augen
  • geschwollene Augenlider
  • Schleimabsonderung und
  • Augenrötung

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Zudem hat mancher Betroffener das Gefühl, dass sich ein Fremdkörper im Auge befindet. Ein trockenes Auge kann sich zudem durch Probleme bei der Arbeit am Bildschirm äußern, durch Unverträglichkeit von Cremes oder anderen Kosmetika und durch Schmerzen bei Luftzug oder im Flugzeug. Manchmal können trockene Augen infolge einer Benetzungsstörung paradoxerweise auch tränen.

 

Was schafft bei trockenen Augen Abhilfe?

Da die Augen während des Schlafs weniger Tränenflüssigkeit als tagsüber produzieren, sind trockene Augen auch nachts ein häufig auftretendes Phänomen. Wirksam sind gegen trockene Augen Tropfen und Gele mit hohen Fettanteilen, die die Tränenschicht stabilisieren. Diese sind in der Apotheke erhältlich.

Ist das trockene Auge mit einer starken Rötung, Schmerzen, einem Druckgefühl oder dem Nachlassen der Sehschärfe verbunden, sollten Betroffene einen Augenarzt aufsuchen. Eine nicht mehr ausreichend mit Flüssigkeit benetzte, trockene Augenoberfläche kann wund werden und ist unter Umständen nicht mehr ausreichend vor Keimen geschützt. Das erhöht die Entzündungsgefahr. Der Augenarzt setzt sogenannte „künstliche Tränen“ in Form von Tropfen oder Gel ein, um den Flüssigkeitsmangel auszugleichen.

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Viel frische Luft, häufigere PC- und Fernsehpausen und Raumluftbefeuchter können helfen, trockenen Augen vorzubeugen. Auch Bewegung und Sport wirken dem Augenleiden entgegen, da sie die Durchblutung erhöhen. Dadurch wiederum werden die Tränendrüsen besser mit Sauerstoff versorgt und produzieren mehr Tränenflüssigkeit. Trockene Augen und die damit verbundenen Symptome können somit durch einfache Mittel gelindert werden.

Quellen:

Das trockene Auge; in: Berufsverband der Augenärzte, Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

Grehn, Franz (2012): Augenheilkunde, Berlin: Springer Verlag

Marquardt, Rolf; Lemp, Michael (2013): Das trockene Auge in Klinik und Praxis, Berlin: Springer-Verlag

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