Was ist Tripper (Gonorrhö)?

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Tripper, auch Gonorrhö genannt, wird durch bestimmte Bakterien ausgelöst, die nur beim Menschen vorkommen und fast immer durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden. Die bakterielle Infektion zählt zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Wenn die Geschlechtskrankheit früh erkannt wird, lässt sie sich in der Regel gut behandeln. Unentdeckt kann Tripper jedoch zu ernsten Komplikationen führen. Menschen mit wechselnden Sexualpartnern sollten sich regelmäßig testen lassen, denn eine indirekte Übertragung ist möglich.

 

Was ist eine Tripper-Infektion?

Für den Tripper, auch Gonorrhö genannt, ist der Erreger Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken) verantwortlich. Er braucht sehr spezielle Bedingungen, um existieren zu können, unter anderem eine Temperatur zwischen 36 und 38 Grad Celsius, eine hohe Luftfeuchtigkeit und einen bestimmten Gehalt an Kohlendioxid. Daher kann er sich nur auf empfindlichen Schleimhäuten dauerhaft ansiedeln, aber beispielsweise nicht auf der normalen Hautoberfläche. Normalerweise erfolgt eine Infektion mit Tripper über ungeschützten Geschlechtsverkehr. Durch bloßes Händeschütteln kann der Tripper-Erreger hingegen nicht übertragen werden.

Tripper-Auslöser sind Bakterien
Für den Tripper ist der Erreger Neisseria gonorrhoeae verantwortlich © istock/royaltystockphoto

Tripper kommt nur beim Menschen vor und gehört weltweit zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass jedes Jahr mehr als 100 Millionen Menschen neu an Tripper erkranken, wobei der Schwerpunkt in der Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen liegt. Experten vermuten, dass der Grund für diese Häufung in einem sorgloseren Sexualverhalten zu finden ist. Tendenziell scheint die Zahl der Tripper-Fälle in den Industrienationen anzusteigen. Zahlen für Deutschland liegen jedoch nicht vor, weil die Meldepflicht für Gonokokken-Infektionen im Jahr 2001 abgeschafft wurde. Die einzige Ausnahme ist das Bundesland Sachsen.

Tripper führt zu Beschwerden an der Harnröhre
Tripper löst Beschwerden an der Harnröhre aus und schädigt in schweren Fällen das Nervensystem © istock/anulla
 

Welche Arten von Tripper gibt es?

Tripper ist eine sexuell übertragbare Krankheit; Fachleute unterscheiden jedoch den genitalen vom extragenitalen Verlauf. Während sich der genitale Tripper ausschließlich auf die Geschlechtsorgane bezieht, handelt es sich beim extragenitalen Tripper um eine Infektion, bei der die Bakterien weitere Schleimhäute befallen, etwa im Rachenraum oder in den Augen. Dabei werden die Tripper-Erreger durch entsprechende Sexualpraktiken oder die Hände an andere Orte verschleppt. Selten gelangen die Gonokokken in die Blutbahn, was zu Komplikationen wie Entzündungen von Organen und Gelenken führen kann.

 

Was sind die Symptome von Tripper?

Männer wie Frauen leiden meist zwei bis drei Tage nach der Tripper-Infektion unter Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen sowie einem eitrigen Ausfluss aus der Harnröhre. Darüber hinaus kann es zu einer Bindehautentzündung kommen, wenn sich Erkrankte mit verunreinigten Händen ins Auge fassen. Bei beiden Geschlechtern können Schmierblutungen auftreten, die oft mit Fieberschüben verbunden sind. Bei Männern kann sich durch Analverkehr eine Entzündung im Enddarm entwickeln. Sie wird, wenn überhaupt, durch schleimig-eitrige Beimengungen im Stuhl sichtbar.

Gebärmutterentzündung durch Tripper
Bei Frauen kann die Tripper-Infektion eine Entzündung hervorrufen, die sich bis zur Gebärmutter, in die Eileiter und Eierstöcke ausbreitet © istock/magicmine

Manchmal verbreitet sich der Tripper aber völlig unbemerkt: Etwa die Hälfte aller infizierten Frauen haben zunächst keinerlei Beschwerden – und auch bei einem Drittel der Männer macht er sich zunächst überhaupt nicht bemerkbar. Viele Betroffene wissen gar nicht, dass sie eine ansteckende Krankheit haben – und geben sie deshalb oft ahnungslos weiter.

 

Wie erfolgt die Tripper-Diagnose?

Die Bakterien sind in dem aus der Harnröhre stammenden Eiter mikroskopisch nachweisbar. Mit Hilfe eines Abstrichs aus der Harnröhre, der Gebärmutter, dem Rachen (bei oralem Verkehr) oder dem After werden Gonokokken nachgewiesen.

 

Wie kann ich mich mit Tripper anstecken?

Tripper wird in erster Linie durch Geschlechtsverkehr übertragen. Mütter, die an Tripper erkrankt sind, können ihre Kinder während der Geburt anstecken. Besonders gefährdet sind Personen, die häufig ihre Sexualpartner wechseln oder ungeschützten Sex haben.

Sex durch Tripper
Tripper wird durch Geschlechtsverkehr übertragen © istock/nd3000
 

Wie wird Tripper behandelt?

Zur Behandlung von Tripper werden Antibiotika verschrieben. Allerdings gibt es schon Erreger, die gegen einige Antibiotika resistent sind. Wichtig ist, dass auch der Partner oder die Partnerin untersucht und behandelt wird, um eine erneute Ansteckung auszuschließen.

 

Ist Tripper heilbar?

Wird Tripper rechtzeitig behandelt, heilt die Erkrankung vollständig aus. Mit Spätfolgen ist nicht zu rechnen.

 

Welche Folgen kann Tripper haben?

Eine unbehandelte Tripper-Infektion kann sich ausbreiten, bei Frauen eine Entzündung hervorrufen, die sich bis zur Gebärmutter, in die Eileiter und Eierstöcke ausbreitet und bei Männern zu Entzündungen der Nebenhoden führen. In schweren Fällen folgen Gehirnhaut- und Herzmuskelentzündung.

Kondome beugen Tripper vor
Der einzig sichere Schutz vor Geschlechtskrankheiten wie Tripper: Immer Kondome benutzen! © Fotolia
 

Wie kann ich mich vor Tripper schützen?

Der beste Schutz vor Tripper ist das Verwenden von Kondomen bei jedem Sexualverkehr.

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