Trick macht Jugendliche zu besseren Autofahrern

Jugendliche machen ein Selfie im Auto
Fahren Jugendliche mit Gleichaltrigen im Auto, dann regt sie das zu riskantem Verhalten an © Fotolia

Hirnforscher haben untersucht, wann Teenager sicher Auto fahren – und wann nicht. Sie kommen zu einem einfachen Schluss, der Leben retten könnte.

Wie risikoreich Teenager Auto fahren, hängt stark davon ab, wer neben ihnen sitzt. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der University of Illinois in einer Studie, die sie vor Kurzem in der Fachzeitschrift Social Cognitive and Affective Neuroscience veröffentlichten.

„Wir haben herausgefunden, dass gleichaltrige Mitfahrer die Risikobereitschaft deutlich vergrößern“, so Studienleiterin Eva Telzer. Auch wenn sie alleine fuhren, gingen die Teenager noch relativ große Risiken ein. Der Blutfluss im sogenannten Belohnungszentrum des Gehirns (Amygdala) verstärkte sich deutlich. Das Verhalten wurde von den Teenagern als positiv empfunden.

 

Bewusstere Entscheidung

Das änderte sich, sobald ein Elternteil mit im Auto saß. „Wenn Mama mit im Auto sitzt, dann verschwindet bei riskanten Manövern die Aktivität im Belohnungszentrum“, so Telzer. Die Jugendlichen fuhren vorsichtiger. Dazu zeigte eine andere Region des Gehirns verstärkte Aktivität: der präfrontale Cortex. Er ist für die kognitive Kontrolle zuständig und für das Setzen von Zielen, bewusstes Handeln und die Impulskontrolle verantwortlich. Er war besonders dann aktiv, wenn die Jugendlichen auf die Bremse traten.

„Diese Mechanismen helfen Heranwachsenden, gründlich zu überlegen, ob sie wirklich auf eine Kreuzung zurasen sollten – oder nicht“, so Telzer. Sitzen ihre Eltern daneben, dann rasen sie weniger und fahren deutlich sicherer.

Hamburg, 23. April 2015

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