Trennkost-Diät: Abnehmen mit bewährter Methode

Alexander Scherb Medizinredakteur
Inhalt
  1. Was ist die Trennkost-Diät?
  2. Was bringt die Trennkost?
  3. Wie funktioniert Trennkost?
  4. Wie sieht der typische Trennkost-Diätplan aus?
  5. Für wen ist die Trennkost geeignet?
  6. Warum steht Trennkost in solcher Kritik?

Trennkost ist eine der ältesten Methoden zum Abnehmen und heutzutage immer noch genauso beliebt wie zu Beginn. Doch ist sie nicht ganz unumstritten. Denn die strikte Trennung von Eiweiß und Kohlenhydrate erfordert ein immenses Maß an Selbstkontrolle.

 

Was ist die Trennkost-Diät?

Bei Trennkost ist der Name Programm. Begründet wurde sie vom Mediziner Howard Hay vor mehr als 100 Jahren. Während einer Trennkost-Diät werden Eiweiße und Kohlenhydrate streng voneinander getrennt zu sich genommen. Grund dafür ist Hays Annahme, dass vermischtes Essen für ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Verhältnis des Körpers sorgt. Eiweiße und Kohlenhydrate könnten vom Körper nicht gleichzeitig verdaut werden und würden diesen dann übersäuern.

Für eine erfolgreiche Trennkost-Diät gibt es zwei Regeln.

  1.  Die namensgebende Nahrungsmittel-Trennung
  2. Sollen die täglichen Mahlzeiten zu drei Vierteln aus basenbildenden Lebensmitteln wie Salat, Obst oder Gemüse bestehen. Das letzte Viertel darf dann aus säurebildenden Nahrungsmitteln wie Fisch, Fleisch oder Käse bestehen.

Konkret bedeutet dies für einen Diät-Teilnehmer: Keinen Rinderbraten mit Rotkohl oder Currywurst mit Pommes. Selbst Appetizer wie Käsehäppchen mit Weintrauben sind verboten. Gemischte Lebensmittel wie Wurst oder Hülsenfrüchte dürfen ebenfalls nicht gegessen werden. 

Paar macht gesunde Diät
Trennkost soll keine reine Diät sein, sondern eine Ernährungsumstellung © iStock/GeorgeRudy
 

Was bringt die Trennkost?

Im Gegensatz zu vielen anderen Diäten soll Trennkost laut Erfinder nicht allein zum Abnehmen genutzt werden, sondern stellt einen ganz konkreten Plan zur bewussten Ernährung dar. Im Idealfall macht man Trennkost also für den Rest seines Lebens, womit die Bezeichnung "Diät" nicht zutreffend wäre. Vielmehr handelt es sich hierbei um eine Ernährungsumstellung.

Durch die Umstellung kann es tatsächlich zu einem Abnehm-Effekt kommen. Viel Obst und Gemüse ist nicht nur gesund, sondern hält auch die Kalorienaufnahme in überschaubaren Grenzen. 

 

Wie funktioniert Trennkost?

Eiweiße und Kohlenhydrate werden getrennt voneinander zu sich genommen. Dabei sollte Obst und Gemüse den Hauptteil der Nahrung ausmachen. Zwischen den einzelnen Mahlzeiten sollten mindestens drei Stunden liegen. Im Idealfall isst man morgens und abends Kohlenhydrate, mittags eine eiweißhaltige Mahlzeit. Da so viele Lebensmittel nicht leicht zu merken sind, gibt es bei der Trennkost auch eine Ernährungstabelle. Sie umschließt folgende Gruppen:

  • Die Eiweißgruppe: Zur Eiweißgruppe zählen Fleisch, Fisch (und Meeresfrüchte), sämtliche Milchprodukte mit einem Fettanteil unter 50 Prozent, Milch, Joghurt, Quark, Käse, Frischkäse, Weichkäse, Sojaprodukte, die meisten Früchte, Nüsse und Eier.
  • Die Kohlenhydrate-Gruppe: Zu dieser Gruppe zählen Brot und Kuchen jeglicher Art, Weizenmehlprodukte, Roggen, Knäckebrot, Schwarzbrot, Pumpernickel, Nudeln, Kartoffeln, Reis, Süßungsmittel wie Zucker, brauner Zucker, Honig, Ahornsirup und Bananen.
  • Neutrale Lebensmittel: Gemüse, Salate, Avocados, Heidelbeeren, Melonen, Fette wie etwa Öle, Milchprodukte mit wenigstens 60 Prozent Fett, Erdnüsse und Pilze. Neutrale Lebensmittel sind mit den beiden anderen Gruppen beliebig kombinierbar. 

Mischspeisen wie Wurstwaren dürfen bei der Trennkost-Diät überhaupt nicht zu sich genommen werden.

Beachtet man die Regeln, kann man so viel essen, wie man möchte. Eine Mengenangabe gibt es nicht. Wichtig ist nur die Trennung von Kohlenhydrate und Eiweiße

Gesunde Lebensmittel
Trennkost: Eiweiße und Kohlenhydrate werden streng voneinander getrennt zu sich genommen © iStock/GeorgeRudy
 

Wie sieht der typische Trennkost-Diätplan aus?

So lange man sich an die drei Gruppen hält, sieht der Diätplan keine besonderen Umstellungen vor. Allerdings sollte sich an die Vorgabe morgens und abends Kohlenhydrate, mittags Eiweiße gehalten werden. Ein durchschnittlicher Tagesplan könnte also wie folgt aussehen:

  • Morgens ein Weißbrot mit Honig und eine Banane
  • Mittags Fisch in Käsesauce (allerdings ohne Kartoffeln oder Ähnliches)
  • Abends Bratkartoffeln (in Olivenöl gebraten) mit Salat.

Klingt eigentlich nicht schlecht oder? Übrigens wird im Plan auch empfohlen viel Wasser und ungesüßten Tee zu trinken. 

 

Für wen ist die Trennkost geeignet?

Obwohl Howard Hay selbst an einer schweren Nierenerkrankung litt und deshalb diesen Ernährungsplan erstellte, nannte er ihn für alle Menschen als gemeingültig. Mit anderen Worten: Laut Hay kann jeder Mensch nach der Lehre leben. Allerdings ist Kindern, Schwangeren und stillenden Müttern von der Diät abzuraten, da es zu einer Unterversorgung mit Kalzium und Eisen kommen kann. Ein gesunder Mensch ohne Mangelerscheinungen kann aber ruhigen Gewissens Trennkost versuchen, ohne Nebenwirkungen fürchten zu müssen.

Diät
Heute weiß man: Eiweiße und Kohlenhydrate können vom Körper zusammen aufgenommen werden. © Foxys_forest_manufacture/iStock
 

Warum steht Trennkost in solcher Kritik?

Seit mehreren Jahren steht die Trennkost bei Medizinern und Ernährungswissenschaftlern in der Kritik, warum? In erster Linie liegt dies daran, dass die Trennkost-Diät vorgibt, das Trennen der Nahrungsmittel führe zu einem gesünderen Lebensstil. Dem ist aber nachweislich nicht so. Schon lange hat die Wissenschaft bewiesen, dass der menschliche Körper sehr wohl in der Lage ist, Eiweiße und Kohlenhydrate zusammen aufzunehmen.

Ein Beispiel: Muttermilch besteht zu großen Teilen aus Eiweiß und Kohlenhydrate. Nach Hays Lehre müssten Kinder schon im Säuglingsalter Probleme mit der Nahrungsaufnahme bekommen. 

Ein weiterer Kritikpunkt der Trennkost ist die, teilweise willkürlich wirkende, Zusammensetzung der verschiedenen Gruppen. Beispielsweise zählt das meiste Obst zur Eiweißgruppe, Milchprodukte mit hohem Fettanteil aber zur neutralen Gruppe. Kartoffeln werden der Kohlenhydrate-Gruppe zugeteilt, obwohl sie einen hohen Anteil an Eiweiß enthalten. Eine wirkliche Systematik erkennt man kaum.

Trotzdem lassen sich Erfolge bei Trennkost nicht von der Hand weisen. Allerdings liegt dies nicht an der getrennten Nahrungsaufnahme, sondern an dem generell verbesserten Ernährungsstil der Teilnehmer. Immerhin werden "Dickmacher" wie Burger, Currywurst mit Pommes oder Pizza vom Speiseplan verbannt und durch gesunde Lebensmittel wie Gemüse und Obst ersetzt. Wer hauptsächlich letztere Nahrungsmittel auf den Speiseplan setzt und dazu nur Wasser oder ungesüßten Tee trinkt, wird zwangsläufig abnehmen. Mit Trennkost hat dies allerdings nichts zu tun. Wer einen strengen Ernährungsplan braucht, um Erfolge verzeichnen zu können, kann es mit der Trennkost-Diät aber gerne versuchen. Schädlich ist sie nicht.

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