Transplantation für Benedikt Höwedes Haare

Redaktion PraxisVITA
Nationalspieler Benedikt Höwedes
Nationalspieler Benedikt Höwedes Haare sehen nach der Transplantation wieder voll und gesund aus © Corbis

Benedikt Höwedes stand während der Fußball-WM in Brasilien mit der deutschen Nationalmannschaft im Fokus der nationalen und internationalen Presse. Da nicht nur seine fußballerische Leistung bewertet wurde, sondern auch Höwedes Haare und deren Schwinden ein großes Thema war, entschied sich der Schalker Abwehrspieler für eine Haartransplantation.

Wie nun bekannt wurde, machte es Höwedes Dortmunds Trainer Jürgen Klopp nach und ließ sich Haare vom Hinterkopf auf den lichten vorderen Teil verpflanzen – beide wurden übrigens in der gleichen Klinik behandelt. Bereits vor vier Wochen hatte sich der Weltmeister – der außerhalb des Spielfeldes schon länger nur noch mit Mütze gesehen wurde – dem Eingriff unterzogen. Viel voller sind seine Haare seitdem allerdings (noch) nicht. Tatsächlich dauert es rund drei Monate, bis die Haartransplantation Wirkung – oder besser gesagt Höwedes Haare – zeigte.

 

Höwedes Haare sind kein Einzelfall

In Deutschland bekommen rund 80 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen im Laufe ihres Lebens lichte Stellen in ihrer Haarpracht. In den letzten Jahren haben deswegen die Versuche, diese Lücken auf dem Kopf durch Haarverpflanzungen wieder zu schließen, stark zugenommen.

Bei der Haartransplantation werden Haare – oder besser gesagt Haarfollikel – neu auf dem Kopf verteilt. Mehr Haare bekommt dadurch niemand. In diesem Fall mussten Höwedes Haare vom normal behaarten Hinterkopf weichen – zumindest ein paar, damit sie auf die lichte Stirnregion umgesiedelt werden konnten.
Der Eingriff selbst erfolgt bei örtlicher Betäubung. Der Chirurg entnimmt einen Haarwurzelstreifen und vernäht die entstehende Narbe. Der heraus geschnittene Haarwurzelstreifen wird darauf hin in viele kleine Teile – sogenannte Grafts – zerlegt, die maximal fünf Haarwurzeln enthalten. Diese Grafts wiederum werden dann an den Stellen der Kopfhaut eingepflanzt, wo die Haare wieder dichter werden sollen.

Benedikt Höwedes
Nach rund drei Monaten waren Benedikt Höwedes Haare nachgewachsen© alamy
 

Weshalb brauchten Höwedes Haare so lange zum Nachwachsen?

Bis die Haare nach der Haartransplantation tatsächlich nachwachsen, vergehen in der Regel Monate. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht. Auch wenn der Eingriff viele tausend Euro kostet, kann kein Mediziner vorhersagen, ob die Haar-Aufforstung funktioniert. Dass Höwedes Haare schon nach ein paar Monaten wieder voll aussahen, war somit Glück für den Schalker. Bei einem anlagebedingten Haarausfall allerdings ist das Verfahren der Haartransplantation recht erfolgreich. Das liegt daran, dass bei dieser Art des Haarausfalls die Haarwurzeln des vorderen Kopfbereichs – anders als die Haare am Hinterkopf – häufig überempfindlich auf das Hormon Testosteron reagieren, was wiederum ihre Wachstumszyklen verringert.

Es ist also ein Gerücht, wenn Männer mit Glatze von sich behaupten, besonders viel Testosteron zu besitzen. Tatsächlich haben die ausgefallenen Haare – oder besser gesagt deren Haarwurzeln – das Hormon nur schlechter vertragen. Generell besitzt übrigens jedes Haar eine begrenzte Lebensdauer. Nach einigen Jahren sind sie einfach verschwunden.

Weitere Informationen zum Thema Haarausfall finden Sie in unserer Bildergalerie „Haar-Sprechstunde“.

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