Torwart Ralf Fährmann bangt um sein Gehör

Fährmann bangt um sein Gehör
Ralf Fährmann muss zurzeit einmal am Tag in eine Druckkammer, um sein Gehör zu retten © Wiki-Commons

Sorge um Ralf Fährmann: Der Torwart des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 bekam am vergangenen Spieltag gegen den FC Bayern München von Torjäger Robert Lewandowski einen Schuss direkt aufs Ohr. Nach dem Spiel war er auf dem rechten Ohr taub. Wird er je wieder richtig hören können?

Obwohl Fährmann schon während des Spiels starke Probleme mit seinem Ohr hatte, spielte er nach kurzer Behandlung weiter. Erst nach dem Spiel wurde bekannt, dass er auf dem rechten Ohr nichts mehr hören konnte.

Der Manager von Schalke 04 – Horst Heldt – erklärte, dass „Ralf nicht hören kann.“ „Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass daraus ein Hörschaden entsteht.“ Da offenbar das Trommelfell verletzt wurde, ist Fährmann bei einem HNO-Spezialisten in Behandlung. Unter ärztlicher Aufsicht verbringt er nach Angaben der BILD-Zeitung täglich 40 bis 60 Minuten in einer Druckkammer, um die Durchblutung im Innenohr zu verbessern und so einen bleibenden Gehörschaden noch abzuwenden.

 

Wie kommt es zu einer Trommelfell-Verletzung?

Eine Schädigung des Trommelfells entsteht durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung. Häufigste Ursachen sind Selbstverletzungen – z.B. durch Ohrenstäbchen  – oder Schläge auf den Außenbereich des Ohres. Im Fall von Ralf Fährmann ist davon auszugehen, dass die Innenohr-Verletzung durch den harten Aufprall des Fußballs und die dadurch entstehende Druckwelle ausgelöst wurde.

Symptome sind – wie bei Fährmann – sofort auftretende Verschlechterungen des Hörvermögens. Ebenfalls typische Merkmale einer Trommelfellverletzung sind ein stechender Schmerz sowie ein ungewohntes Druckgefühl im Innenohr. Blutungen können auftreten, sind aber eher selten.

 

Was kann man dagegen tun?

Je nach Schwere der Verletzung variieren auch die Therapieansätze. Kleinere Verletzungen des Trommelfells heilen in der Regel auch ohne Behandlung. Im Falle von Fährmann allerdings scheint es sich um eine schwerere Schädigung zu handeln – darauf weisen die Therapieversuche in der Druckkammer hin.

Bei einem Patienten, der in einer Druckkammer behandelt wird, ist es zudem wahrscheinlich, dass weitere Verletzungen im Innenohr – wie z.B. ein Knalltrauma – festgestellt worden sind. Prinzip der Druckkammer ist es, den Außendruck auf das Ohr zu erhöhen, wodurch sich die Durchblutung im Ohrgewebe verbessert.

Hamburg, 5. September 2014

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