Tönnies- und Wiesenhof-Fleisch im Supermarkt: Diese Marken stecken dahinter

Mona Eichler Health-Redakteurin

Nach den Corona-Ausbrüchen bei Tönnies und Wiesenhof fragen sich Verbraucher, in welchen Supermarkt-Produkten das Fleisch der Schlachthöfe steckt, und ob man sich durch den Verzehr mit COVID-19 anstecken kann. Die Verbraucherzentrale NRW gibt zwar Entwarnung zum Corona-Infektionsrisiko. Wer die Marken hinter Tönnies und Wiesenhof trotzdem meiden möchte, erfährt hier, welche das sind.

Inhalt
  1. Die Identitätskennzeichen von Tönnies
  2. Tönnies-Fleisch im Supermarkt und in Discountern 
  3. Tönnies Wurstwaren
  4. Welcher Supermarkt verkauft Wiesenhof-Produkte?
  5. Verbraucherzentrale NRW gibt Hygiene-Tipps

Stellt Tönnies- und Wiesenhof-Fleisch im Supermarkt eine Gefahr dar? Das fragen sich viele Verbraucher, seit in den Schlachthöfen in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh (NRW) und im niedersächsischen Wildeshausen hunderte Mitarbeiter positiv auf Corona getestet wurden. Die Verbraucherzentrale NRW schreibt online:
"Es gibt derzeit keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass sich Menschen durch den Kontakt mit oder Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln mit dem Coronavirus anstecken können."
Wer dennoch auf Tönnies- und Wiesenhof-Fleisch verzichten möchte, kann die Produkte und Marken anhand unterschiedlicher Merkmale erkennen.

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Tönnies-Skandal: Über 1.500 COVID-19-Fälle

Mehr als 1.500 Tönnies-Mitarbeiter wurden in den vergangenen Tagen positiv auf COVID-19 getestet, rund 6.500 Menschen mussten daraufhin in Quarantäne. Der Corona-Massenausbruch auf dem Schlachthof im Kreis Gütersloh nimmt immer größere Ausmaße an. Umso verständlicher ist die Besorgnis vieler Verbraucher, was die Produkte von Tönnies angeht. Zumal der Fleischhersteller allein im Segment der Schweinefleischproduktion einen deutschlandweiten Markanteil von circa 30 Prozent hält. Auf dem Großschlachthof werden täglich 750 Tonnen Fleisch verarbeitet und rund 100 Tonnen Tiefkühlprodukte produziert. Welche Produkte im Supermarkt also von Tönnies stammen, ist nicht in einem Satz zusammengefast.

 

Die Identitätskennzeichen von Tönnies

Einen ersten Hinweis liefert das sogenannte Identitätskennzeichen, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen aufklärt. Diese fünfstellige, oval gedruckte Zulassungsnummer gibt an, aus welchem Schlachthof welches Fleisch stammt. 
Tönnies sind in NRW drei Nummern zugeteilt – EG steht für Europäische Union, NW für Nordrhein-Westfalen: 

  • NW 20202 EG
  • NW 20028 EG
  • NW 20045 EG

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Tönnies-Fleisch im Supermarkt und in Discountern 

Bei Lidl steckt Tönnies-Fleisch in der Marke "Landjunker", bei Aldi Süd in "Meine Metzgerei". 
Supermarktketten wie Real, Rewe und Edeka führen Tönnies-Fleisch unter diesen Marken:

  • Astro
  • Böklunder
  • Dölling
  • Gutfried
  • Hareico
  • Könecke
  • Lutz
  • Marten
  • Naumburger
  • Plumrose
  • Redlefsen
  • Weimarer
  • Zerbster Original
  • Zimbo
     

Auch in Fertigprodukten von "Tillman's" befindet sich Tönnies-Fleisch. Bekannt ist die Marke vor allem für ihren Toasty sowie für verschiedene Schnitzelfertiggerichte und Schnitzeltaschen.

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Tönnies Wurstwaren

Zu Tönnies-Produkten gehören nicht nur Fleisch-, sondern auch Wurstwaren. Diese werden in der Tochterfirma "Zur Mühlen Gruppe" verarbeitet und finden sich in folgenden Produkten wieder:

 

Welcher Supermarkt verkauft Wiesenhof-Produkte?

45 Corona-Infektionen wurden bei Reihentests bei Geestland Putenspezialitäten in Wildeshausen (Kreis Oldenburg) entdeckt. Der betroffene Betrieb gehört zur PHW-Gruppe und vertreibt die Marke "Wiesenhof". Eines der bekanntesten Wiesenhof-Fleischprodukte ist die "Bruzzler"-Bratwurst. 

"Wiesenhof" wird in folgenden Supermärkten und Discountern verkauft: 

 

Verbraucherzentrale NRW gibt Hygiene-Tipps

Zusätzlich zu der Einschätzung, dass eine Corona-Infektion durch im Supermarkt gekauftes Fleisch mehr als unwahrscheinlich ist, betonte die Verbraucherzentrale NRW, dass die Lagerung, der Umgang und die Zubereitung von Fleisch stets unter bestimmten Hygiene-Maßnahmen stattfinden sollte. Dazu schreibt die Behörde: 
"Das gilt – unabhängig von Corona – vor allem für Geflügel und anderes Fleisch, um Kreuzkontaminationen (die Keimübertragung von einem Lebensmittel auf ein anderes, z.B. über Hände, Schneidebretter oder Messer) zu verhindern. Ein Erhitzen der Lebensmittel für mehrere Minuten auf mindestens 70°C verringert das Infektionsrisiko zusätzlich, da Bakterien und Viren – einschließlich der Coronaviren – hitzeempfindlich sind."

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Ob die Verbraucher trotz dieser Entwarnung weiterhin zu Tönnies- oder Wiesenhof-Fleisch greifen, bleibt abzuwarten.

Quellen:
Corona in Schlachthöfen: Was ist beim Fleischkonsum zu beachten?, in: verbraucherzentrale.nrw
Aldi, Lidl, Rewe: Fleisch von Tönnies steckt in diesen Produkten, in: wa.de
Aldi, Lidl, Rewe: Welche Fleischprodukte aus den Corona-Schlachtereien kommen, in: focus.de

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