Tödliche Überdosis durch Koffein

Koffein kann tödlich sein
In den USA starb ein gesunder Teenager an einer Überdosis Koffein. Zuvor hatte er reines Koffein in Pulver-Form eingenommen. Auch in Deutschland greifen immer mehr Menschen zu dem freiverkäuflichen Aufputschmittel – oft ohne zu wissen, wie gefährlich das © Fotolia

In den USA sorgt ein Fall für Aufsehen, bei dem ein 18-Jähriger an einer Überdosis Koffein gestorben ist. Der völlig gesunde und sportlich aktive Teenager hatte offenbar kurz vor seinem Tod ein freiverkäufliches Koffein-Pulver konsumiert. Auch in Deutschland dienen Koffeinpräparate als leistungssteigerndes und wachhaltendes Aufputschmittel. Die Gefahren werden dabei häufig unterschätzt.

Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) bestätigte den Konsum von Koffein – in Form eines legal gekauften Pulvers – als Todesursache bei dem 18-Jährigen. Die Behörde warnte vor der Einnahme von reinem Koffein, da „es bereits bei der Einnahme von vermeintlich kleinen Mengen unbeabsichtigt zu einer tödlichen Überdosierung kommen“ kann.

 

Gefährlicher Trend Koffeinpulver – auch in Deutschland

Der Tod des jungen Mannes aus den USA ist nur ein Beispiel für eine tödliche Überdosierung von Koffein in den letzten Jahren. Dennoch nimmt auch in Deutschland der Konsum von Präparaten aus reinem Koffein immer mehr zu. Besonders unter Studenten und Sportlern sprechen Lebensmittelaufsichts-Behörden mittlerweile von einem gefährlichen Trend.  

Die gesundheitlichen Gefahren von purem Koffein werden dabei von den zumeist jungen Konsumenten unterschätzt. Bereits ein Teelöffel des weißen Pulvers entspricht der Koffeinmenge von 25 Tassen starkem Kaffee. Mit normalen Küchenutensilien sei „es nahezu unmöglich, Koffeinpulver präzise zu dosieren“, warnt ein FDA-Sprecher.

 

Erhältlich ohne Rezept und in großen Mengen

Reines Koffein ist ohne Rezept – in der Regel in Form von Tabletten oder Pulver – erhältlich. Zudem sind zu Preisen von nur einigen Euro pro 100 Gramm Bestellungen von bis zu 10 Kilogramm im Internet ohne Probleme möglich.

Untersuchungen haben ergeben, dass in Deutschland rund 25 Prozent der Studenten sogenanntes „Hirndoping“ mit Koffeinpräparaten betreiben. Auch unter Sportlern werden starke Koffeinpräparate aufgrund der leistungssteigernden Effekte eingenommen.

 

Was passiert bei einer Koffein-Überdosis?

Bei einer Koffein-Überdosis treten unterschiedliche Symptome auf, wie z.B. Kopfschmerzen, Verwirrung, Ruhelosigkeit, Angstzustände, Reizbarkeit, Übelkeit und Magenschmerzen. Ebenso erhöhen sich der Herzschlag und die Atmung der Betroffenen. In besonders gefährlichen Fällen einer Koffein-Überdosis kann es zu Herzrhythmusstörungen, Zitteranfällen, Muskelverkrampfungen, Halluzinationen und Ohrenrauschen kommen. In fast allen Fällen geht eine zu hohe Koffeindosis mit Schlaflosigkeit und Einschlafstörungen einher.

Wenn Sie Symptome einer Koffein-Überdosis bei sich feststellen, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Bei milden Formen erhöhter Koffeinwerte empfiehlt es sich, viel Wasser zu trinken, damit Ihr Körper das Koffein möglichst schnell ausscheiden kann.

Weitere Informationen zum Thema "Aufputschmittel" finden Sie hier.

Hamburg, 21. Juli 2014

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