Tod von Philipp Mißfelder – so gefährlich ist eine Lungenembolie

Rasmus Cloes
Philipp Mißfelder starb mit nur 35 Jahren an einer Lungenembolie
Philipp Mißfelder starb mit nur 35 Jahren an einer Lungenembolie © Jacquez - CC BY 3.0

Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion ist mit nur 35 Jahren überraschend an einer Lungenembolie gestorben. Praxisvita klärt über die wenig bekannte Krankheit auf.

"Wir sind bestürzt, fassungslos und traurig“ – mit diesen Worten nimmt die Unionsfraktion im Bundestag Abschied von ihrem außenpolitischen Sprecher. Der Bundestagsabgeordnete Mißfelder starb in der Nacht auf Montag an einer Lungenembolie. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

„Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion verliert einen ihrer profiliertesten Außenpolitiker und ich persönlich einen Freund, der mich auf vielen meiner Reisen begleitet hat", sagte der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder.

 

Lungenembolie - Die unterschätzte Gefahr

Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 40 000 Menschen an einer Lungenembolie. Der Grund: Sie ist weniger bekannt als Herzinfarkt und Schlaganfall und wird häufig erst zu spät erkannt.

Die meisten Lungenembolien werden von einem Gefäßverschluss (Thrombose) verursacht. Dabei wandert in zwei von drei Fällen ein Blutgerinnsel von einer Beinvene im Oberschenkel bis in ein Blutgefäß, das vom Herzen zur Lunge führt. Und verstopft es ganz oder teilweise.

Auch Luft, Fett, Zellen oder Fremdkörper können die Lungenarterie in seltenen Fällen verstopfen. Die Folge: Ist das Blutgerinnsel sehr klein, kann die Erkrankung spurlos und unbemerkt vorübergehen. Ist ein größeres Gefäß betroffen, wird es gefährlich. Dann wird die Lunge nicht mehr richtig durchblutet, der Blutdruck steigt. Im schlimmsten Fall kommt es zu Herzrhythmusstörungen oder Herzversagen.

 

Symptome einer Lungenembolie

Nicht jede Lungenembolie bereitet auch Beschwerden - das ist einer der Gründe, warum sie häufig nicht entdeckt wird. Typisch sind Atemnot, Brustschmerzen, Husten und Herzrasen. Wer diese Anzeichen bei sich beobachtet, sollte den Notruf (112) wählen. Denn Aufschluss kann nur eine Computertomografie geben. Ist der Befund positiv, verschreibt der Arzt je nach Schwere gerinnungshemmende Mittel, die das Gerinnsel auflösen, oder er entfernt es operativ.

Betroffen sind übrigens besonders übergewichtige Frauen über 60 Jahre, zeigen Studien. Der beste Schutz: Idealgewicht, viel Bewegung, nicht rauchen und auf die Blutdruck-Werte achten.

 

Flugreisen als Auslöser?

Eine Erklärung, warum es Philipp Mißfelder getroffen haben könnte, der eigentlich nicht zur Risikogruppe gehört: Er musste beruflich viel fliegen. Das lange Sitzen mit angewinkelten Beinen verlangsamt den Blutfluss in den Venen. Die Gefahr von Thromben und letztlich von Lungenembolien steigt.

Ab etwa drei Stunden Flug steigt die Thrombose-Gefahr deutlich. Flugreisen sind besonders riskant, weil Luftfeuchtigkeit und Luftdruck in der Kabine geringer sind als im Auto oder Bus. Trockene Luft verdickt das Blut, niedriger Luftdruck weitet die Gefäße - das Blut strömt somit langsamer.

Hamburg, 13. Juli 2015

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