Tinnitus, was hilft: 5 Tipps zur Behandlung von Ohrgeräuschen

Mona Eichler Health-Redakteurin

Ob akut oder chronisch: Die richtige Behandlung bei Tinnitus hilft. Mit gezielten Therapien gelingt es, die störenden Ohrgeräusche loszuwerden, zu lindern oder zumindest zu lernen, besser mit ihnen zu leben. 

Frau macht Yoga mit Kopfhörern
Entspannung hilft bei Tinnitus Foto:  iStock / monstArrr_
Inhalt
  1. Die richtigen Tinnitus-Medikamente im Akutfall
  2. Stress: Auslöser und Symptom zugleich
  3. Neues Hören mit Tinnitus
  4. Mit Ernährung und Sport gegen Tinnitus
  5. Tinnitus, was hilft? Ginkgo!
 

Die richtigen Tinnitus-Medikamente im Akutfall

Wer störende Ohrgeräusche wahrnimmt und sich fragt, was dagegen hilft, sollte ohne zu zögern einen HNO aufsuchen. Zwar verschwinden die Geräusche bei knapp 50 Prozent aller Betroffenen von allein wieder. Um das Risiko eines erneuten oder gar chronischen Tinnitus' zu reduzieren, braucht es jedoch die Hilfe eines Fachmannes. 

In den meisten Fällen verabreicht der HNO durchblutungsfördernde Medikamente via Infusion, um das Innenohr zu entlasten. Auch Kortison mit seinen entzündungshemmenden Eigenschaften kann gegen Ohrgeräusche helfen.  

Medikamente, Spritze und Klemmbrett
Tinnitus Tinnitus Medikamente: Welche helfen gegen Ohrgeräusche?

 

Stress: Auslöser und Symptom zugleich

Nicht jeder Tinnitus wird durch Stress ausgelöst. Es gibt auch körperliche Ursachen für das unangenehme Piepsen im Ohr. Dennoch berichten etwa über die Hälfte aller Tinnitus-Patienten, zum Zeitpunkt der ersten Ohrgeräusche unter starkem Stress oder emotionaler Belastung gestanden zu haben.  
Hinzu kommt, dass Stress bei Tinnitus immer auch zum Symptom wird: Ganz egal, worin die Ursache der Ohrgeräusche liegt, das Piepen, Pfeifen oder Knacken im Ohr stresst die Patienten. 

Die meisten Antworten auf die Frage, was gegen Tinnitus hilft, finden Betroffene also im großen Feld der Stressreduktion. Hier haben sich unterschiedliche Methoden gegen Tinnitus bewährt: 

Yoga

Yoga hilft nicht nur Tinnitus-Patienten, sondern jedem, der Ruhe und Ausgeglichenheit sucht. Durch die sanften und doch anstrengenden Bewegungsabläufe kombiniert mit einem bewussten Atem schwindet der Stress. Außerdem kommt der Kreislauf in Schwung, das Blut fließt schneller und die Ohrgeräusche nehmen ab. 

Frau macht Yoga-Übungen auf Matte
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Verhaltenstherapie 

Im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie lernen Tinnitus-Patienten, besser mit den (dauerhaften) Ohrgeräuschen umzugehen. Hierbei geht es nicht darum, den Tinnitus zu heilen, sondern darum, ihn in den Alltag zu integrieren. 

Tritt der Tinnitus beispielsweise in Zusammenhang mit Depressionen oder Erschöpfungszuständen auf, hilft eine Psychotherapie.  

Selbsthilfegruppen

Nicht zu unterschätzen ist der Trost, den Betroffene sich gegenseitig geben können. In Gruppengesprächen fühlen sich Patienten egal welcher Krankheit oft zutiefst verstanden – was ihnen Stress und Druck nimmt. Die Deutsche Tinnitus-Liga e.V. hilft bei der Suche nach Selbsthilfegruppen.

Hypnose

Wissenschaftlich ist nicht bewiesen, dass Hypnose bei Tinnitus hilft. Trotzdem berichten rund 70 Prozent aller Patienten, die Hypnose gegen Ohrgeräusche ausprobiert haben, dass die Therapieform hilft.  

Beim Tinnitus heilen mit Hypnose wird die Patientin in einen Zustand innerer Aufmerksamkeit versetzt
Tinnitus Tinnitus heilen mit Hypnose

 

Neues Hören mit Tinnitus

Haben sich die störenden Ohrgeräusche chronisch im Kopf festgesetzt, müssen Patienten sich ganz neu mit dem früher so selbstverständlichen Vorgang des Hörens beschäftigen. Denn auch auf diesem Feld können gezielte Therapien helfen.  

Tinnitus-Retraining-Therapie

Die sogenannte Tinnitus-Retraining-Therapie hilft, indem Patienten lernen, sich weniger stark auf die Ohrgeräusche zu konzentrieren – und sie damit als weniger schlimm und störend zu empfinden. Die Behandlung setzt sich zusammen aus einer Tinnitus-Beratung und einer Geräuschtherapie. Dabei kommen häufig auch Tinnitus Noiser zum Einsatz, die das Gehirn von Ohrgeräuschen ablenken.

Hörtherapie

Auch eine Hörtherapie hilft gegen Tinnitus. Dabei lernen Betroffene mithilfe von Konzentrationsübungen, ihre Aufmerksamkeit weg von den Ohrgeräuschen und hin zu anderen Wahrnehmungen zu lenken. 
Über die Zeit wird die Filterfunktion des Gehörs geschult und Tinnitus-Patienten können ihre Ohrgeräusche besser ausblenden. 

Hörgeräte 

Oftmals tritt ein Tinnitus in Zusammenhang mit einem Hörverlust auf. Hier hilft ein Hörgerät: Über die Hälfte aller Patienten mit Hörverlust und Tinnitus berichten davon, dass die Ohrgeräusche durch das Tragen der Hörhilfe abnehmen. 
Moderne Hörgeräte können außerdem zusätzlich mit einem Tinnitus Noiser ausgestattet werden. 

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Mit Ernährung und Sport gegen Tinnitus

Ein gesunder Lebensstil hilft von innen heraus gegen Tinnitus. Betroffene können neben einer vitaminreichen Ernährung gezielt auf durchblutungsfördernde Lebensmittel wie Lachs, Rapsöl und Ingwer setzen. 

Manche Patienten berichten davon, dass ihre Ohrgeräusche direkt nach dem Sport kurzfristig lauter sind. Dennoch fördert Bewegung den Blutfluss, bringt den Kreislauf in Schwung und baut Stress ab – alles Dinge, die gegen Tinnitus helfen. Betroffene sollten moderaten Ausdauersport, der sie nicht an ihre Leistungsgrenzen bringt, betreiben.

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Tinnitus, was hilft? Ginkgo!

Eine Heilpflanze, die sich als effektiv in der Behandlung von Tinnitus erwiesen hat, ist Ginkgo, genauer gesagt ein Ginkgo-Spezialextrakt (EGb 761). Die aus Asien stammende Pflanze enthält in ihren Blättern etwa 3000 Inhaltsstoffe; der Spezialextrakt enthält davon noch etwa 250. Besonders wirksame Bestandteile wie Flavonolglykoside und Terpenlaktone, darunter Bilobalid und Ginkgolide, werden angereichert. Sie verbessern die Fließfähigkeit des Blutes. Dadurch werden selbst kleinste Gefäße wieder versorgt und zusätzlich die Sauerstoffversorgung der Zellen gesteigert. Das ist insbesondere hilfreich bei akuten Tinnitus, der erst seit kurzer Zeit anhält. Durch die Einnahme des Ginkgo-Spezialextrakts (EGb 761) verschwinden die Ohrgeräusche oft wieder.

Chronischer Tinnitus, der schon seit mehr als drei Monaten ist hingegen ein sehr schwer zu behandelndes Symptom. Hier kann schon eine geringere Belastung durch den Tinnitus, wie er durch EGb 761 erreicht werden kann, ein Behandlungserfolg sein. Dieser Ginkgo-Spezialextrakt fördert die Vernetzung von Nervenzellen und die Signalverarbeitung im Gehirn – exakt dort, wo die vermeintlichen Ohrgeräusche entstehen. Chronischer Tinnitus sollte nicht durch eine Einzelmaßnahme angegangen werden, sondern die Einnahme von Medikamenten sollte begleitend zu anderen Verfahren eingesetzt werden. Tinnitus, was hilft hängt also auch davon ab, wie lange er schon besteht.
 

Quellen: 
Hörtherapie bei Tinnitus: Lernen, bewusst zu hören, in: tinnitus-mag.de
Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V.: Hilfe zur Selbsthilfe – von Betroffenen für Betroffene, in: tinnitus-liga.de
Tinnitus-Behandlung: Was können Sie tun, um das Klingeln in den Ohren zu mindern?, in: audibene.de

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