Tinnitus Medikamente: Welche helfen gegen Ohrgeräusche?

Mona Eichler Health-Redakteurin

Zur Tinnitus-Behandlung werden unterschiedliche Medikamente eingesetzt – auch deswegen, weil es nicht den einen Wirkstoff gibt, der die lästigen Ohrgeräusche gezielt abschaltet. Welche Medikamente kommen zum Einsatz? Wie wirken sie? Und kann man einen Tinnitus auch natürlich behandeln?

Medikamente, Spritze und Klemmbrett
Tinnitus Medikamente kommen vor allem zur Akutbehandlung zum Einsatz Foto:  iStock / Zerbor
Inhalt
  1. Was ist Tinnitus?
  2. Erst Medikamente, dann die Suche nach Auslösern
  3. Durchblutungsfördernde Medikamente per Infusion
  4. Kortison und Antibiotika gegen Tinnitus
  5. Hilfe aus der Natur
 

Was ist Tinnitus?

Der lateinische Fachbegriff für die störenden Geräusche im Ohr lautet Tinnitus aurium, was übersetzt in etwa "Ohren-Geklingel" heißt. Trotzdem nimmt nicht jeder Tinnitus-Patient die Ohrgeräusche als Klingeln wahr: Manche hören ein Brummen, Piepen oder Rauschen. Auch durch Knacklaute oder Ohrensausen kann sich ein Tinnitus bemerkbar machen. Während die Ohrgeräusche bei einigen Betroffenen nur ab und zu auftreten und wieder verschwinden, sind sie bei anderen chronisch zu hören. 

Foto: iStock
Tinnitus Tinnitus: Akute vs. chronische Ohrgeräusche

 

Erst Medikamente, dann die Suche nach Auslösern

Bei der akuten Tinnitus-Behandlung – am besten in den ersten sechs bis acht Wochen nach dem Auftreten der Ohrgeräusche – kommen unterschiedliche Medikamente zum Einsatz. Die meisten Patienten erhalten durchblutungsfördernde Mittel, die gezielt die Durchblutung im Innenohr verbessern sollen. Mit kortisonhaltigen Medikamenten gehen Mediziner gegen mögliche Entzündungen und Wassereinlagerungen im und ums Innenohr herum vor.  

Allgemein gilt Tinnitus nicht als eigenständige Krankheit, sondern als Symptom, das beispielsweise durch Stress, emotionale Belastung oder gesundheitliche Probleme wie einem Hörsturz oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung hervorgerufen wird. Deswegen richtet eine langfristige Behandlung immer auch nach den individuellen Tinnitus-Auslösern. 

Frau hört mit Kopfhörern Musik
Übersicht Gesundheits-Podcast: Tinnitus - Wenn es in den Ohren "klingelt"

 

Durchblutungsfördernde Medikamente per Infusion

Zu den häufigsten Wirkstoffen bei der Akutbehandlung von Tinnitus zählen: 

  • Hydroxyäthylstärke
  • Dextrane
  • Pentoxyifyllin

Medikamente mit diesen Wirkstoffen werden dem Patienten über Infusionen zugeführt. Sie verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und sorgen für eine Erweiterung der Blutgefäße. Verabreicht werden sie, wenn der behandelnde Arzt die Tinnitus-Ursache im Innenohr vermutet. 

Tinnitus Noiser im Ohr einer Frau
Tinnitus Tinnitus Noiser – Das Gehirn von Ohrgeräuschen ablenken

 

Kortison und Antibiotika gegen Tinnitus

Kortison kann via Infusion oder Spritze als Tinnitus-Medikament verabreicht werden. Der Wirkstoff hat entzündungshemmende Eigenschaften und wird beispielsweise angewendet, wenn der Arzt einen Hörsturz als Auslöser der Ohrgeräusche ausgemacht hat. 

Im Falle einer Mittelohrentzündung kann der Arzt statt Kortison Antibiotika verabreichen, um gegen die Infektion vorzugehen. Diese bekommen Patienten meist in Tablettenform oder als Infusion. 

Tinnitus
Tinnitus Tinnitus: Strom-Therapie gibt Hoffnung

 

Hilfe aus der Natur

Auch wenn Ärzte bei der Akutbehandlung eines Tinnitus häufig auf Kortison und Co zurückgreifen, so sollten Patienten wissen, dass Ohrgeräusche auch natürlich behandelt werden können. Hier gilt auch, je früher die Behandlung bei einem Tinnitus beginnt, desto besser sind die Chancen auf Heilung. Das Wichtigste bei der Therapie ist, die Durchblutung im Innenohr zu verbessern, um so die Gehörzellen zu schützen. Ein Ginkgo-Spezialextrakt (EGb 761) hat sich dabei als besonders wertvoll erwiesen. Er enthält etwa 250 verschiedene Bestandteile. Flavonolglykoside und Terpenlaktone, darunter Bilobalid und Ginkgolide, werden im Spezialextrakt stark angereichert; unverträgliche Stoffe aus den Blättern werden entfernt. Der Extrakt verbessert die Fließfähigkeit des Blutes, sodass selbst kleinste Gefäße wieder besser durchblutet und mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden.

Das Besondere am Ginkgo-Spezialextrakt: Die biologische Verfügbarkeit ist auch nach Einnahme als 240 mg-Filmtablette so gut, daß eine Infusion über die Blutbahn nicht notwendig ist. Neben der Durchblutung fördert er auch die Vernetzung von Nervenzellen und außerdem die Signalverarbeitung im Gehirn –dort, wo die Phantom-Ohrgeräusche entstehen. So kann der Tinnitus-Teufelskreis durchbrochen werden und die Ohrgeräusche verschwinden im besten Fall komplett. Chronischer Tinnitus, der schon länger als drei Monate anhält, ist sehr schwer zu behandeln. Schon eine besseres Zurechtkommen mit der Belastung durch den Tinnitus ist als Erfolg zu werten.


Quellen:
Welche Medikamente helfen gegen Tinnitus?, in: thieme.de
Behandlung bei Tinnitus, in: tinnitus-liga.de
Was hilft bei Tinnitus?, in: tinnitus.behandeln.de

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