Tierhaar-Allergie: So vermeiden Sie einen lebensgefährlichen allergischen Schock

Hunde besser als Katzen bei Tierhaarallergie
Bei einer vorhandenen Tierhaar-Allergie eignen sich Hunde sich besser als Katzen. Tipp: Vor einem Kauf erst mal probeweise Kontakt zu der Hunderasse Ihrer Wahl aufnehmen © Fotolia

Ob die Nase läuft, die Augen tränen oder die Haut juckt – Allergiker sind geplagt. Mit diesen Ratschlägen zu den fünf häufigsten Allergien kommen Sie gut durch den Alltag.

Mehr als 20 Millionen Deutsche leiden an einer Überreaktion des Körpers (Allergie) auf fremde Stoffe. Tendenz steigend. Ob Tierhaar-Allergie, Pollen- oder Nahrungsmittel-Allerien – die Liste ist lang. Und die Symptome oft sehr vielfältig und verschieden. Experten schätzen, dass rund 80 Prozent der Allergiker deshalb nicht richtig behandelt werden. Dabei gibt es wirksame medizinische Therapien. Die wichtigsten: allergiehemmende Medikamente (Antihistaminika), Kortison und die sogenannte Hypo- bzw. Desensibilisierung. Mit diesen Tipps erleichtern Sie sich zusätzlich das Leben.

 

Tierhaar-Allergie

Die wichtigsten Symptome: Jucken in Nase, Hals und Augen, geschwollene Schleimhäute, Atemnot

1. Test machen

Gibt es in Ihrer Familie Allergien? Wenn ja, sollten Sie einen Test (z. B. Prick- Test) machen lassen. Und erst dann ein Tier anschaffen. Bei der Tierhaar-Allergie reagiert der Körper überempfindlich auf das Eiweiß von Haustieren. Es steckt in Hautschuppen, Haaren, im Speichel und Urin des Tieres. Am häufigsten sind Allergien auf Katzen, Meerschweinchen und Kaninchen. Aber auch Hunde, Vögel, Ratten und Pferde können die Ursache allergischer Reaktionen sein.

2. Hund wählen

Wer auf ein Haustier auf keinen Fall verzichten will: Hunde eignen sich besser als Katzen. Aber auch die Rasse ist wichtig. Zum Beispiel sind Boxer und Schnauzer besonders problematisch. Schäferhunde, Pudel und Beagles dagegen lösen selten eine Allergie aus. Trotzdem sollten Sie vor einem Kauf erstmal probeweise Kontakt zu der Hunderasse Ihrer Wahl aufnehmen (z. B. Tierheim, Züchter, andere Hundebesitzer).

3.  Haustier abgeben

Auch wenn es schwer fällt: Geben Sie Ihren Liebling in gute Hände, wenn bei Ihnen eine Tierhaar-Allergie auf Ihr Tier festgestellt wurde. Sonst können sich die Beschwerden weiter verschlimmern – bis hin zum lebensgefährlichen allergischen Schock. Denn anders als bei einer Lebensmittelallergie werden die Symptome mit der Zeit weder schwächer noch verschwinden sie.

4. Tierspuren beseitigen

Wenn ein Tier im Haus war, sollten Sie anschließend gründlich sauber machen. Aber überlassen Sie das Staubsaugen lieber anderen. Forscher haben nämlich festgestellt, dass beim Saugen ein intensiver Kontakt mit dem Allergen in Tierhaaren stattfindet. Glatte Böden am besten feucht wischen. Wenn Sie mit dem Tier in direkte Berührung gekommen sind, sollten Sie sich umziehen und die Kleidung waschen oder lange auslüften lassen. Wechseln Sie lieber auch die Schuhe.

5. Zuchtkatzen kaufen

In Kalifornien sind jetzt die ersten allergenfreien Schmusekatzen gezüchtet worden. Sie sollen bei Allergikern weder Atemnot noch Juckreiz verursachen. Äußerlich unterscheiden sie sich nicht von ihren Artgenossen. Nur im Preis: Sie sind teurer als jede Rassekatze, kosten ca. 3000 Euro. Das Geheimnis des reizfreien Stubentigers: Ihm fehlt ein Gen für die Produktion des Eiweißes, das die allergische Reaktion auslöst. Trotz des extrem hohen Preises ist die Nachfrage so groß, dass es bereits lange Wartelisten gibt. Auch deutsche Züchter interessieren sich dafür.

 

Hausstaub-Allergie

Die wichtigsten Symptome: Müdigkeit, brennende oder juckende Augen, Fließschnupfen, Juckreiz, Niesreiz

1. Viel lüften

Hausstaubmilben lieben ein warmes, feuchtes Klima. Machen Sie es ihnen ungemütlich, lüften Sie regelmäßig. Das leitet die Feuchtigkeit nach draußen.

2. Nachthemd tragen

Die einzige Nahrung der ungebetenen Gäste sind Hautschuppen. Im Bett verliert der Mensch besonders viele davon. Deshalb nicht nackt schlafen. Um den Milben wenig Nahrung zu bieten, sollten sich Allergiker auch nicht im Schlafzimmer an- und ausziehen.

3. Feucht wischen

So wird weniger Staub aufgewirbelt. Bequemer, aber teurer ist der „Swiffer Staubmagnet Anti-Allergen“. Er wurde mit dem Allergiker-Siegel ausgezeichnet.

4. Heiß waschen

Kissen, Bettbezüge und Leintücher immer bei mindestens 60 Grad waschen. Ab dieser Temperatur lassen sich Hausstaubmilben abtöten.

5. Teppiche entfernen

Verzichten Sie auf Vorhänge und langflorige Teppiche. Hier nisten sich die Milben besonders gern ein. Glatte Fußböden sind aber nur dann wirklich besser, wenn sie täglich gewischt werden. Sonst wirbelt Staub darauf leichter herum als auf Teppichen. Wer auf den weichen Bodenbelag nicht verzichten mag, sollte sich für einen kurzflorigen Teppich entscheiden.

6. Bettbezüge schützen

Beziehen Sie die Matratzen, Kissen und Bettdecken mit Allergiker-Schutzhüllen. Auch das Bettzeug des Partners muss damit ausgestattet werden. Wer nicht ohne sein Kuscheltier einschlafen kann: Teddy & Co. für 24 Stunden ins Eisfach legen. Das überleben die Milben nicht.

 

Heuschnupfen

Die wichtigsten Symptome: gerötete, tränende und juckende Augen, Schnupfen, Kratzen im Hals, Müdigkeit

1. Pollenfilter einbauen

Tauschen Sie den Lüftungsfilter Ihres Autos gegen einen speziellen Pollenfilter aus. Einmal im Jahr sollte der Filter gewechselt werden, da er durch Bakterien und Schmutz verstopfen kann. Ein Filterwechsel kostet knapp 15 Euro für den Service und 15-20 Euro für das Material. Wer will, kann den Filter selbst wechseln. Die Pollen sitzen so fest im Gewebe, dass dabei keine Allergiegefahr besteht.

2.  Morgens lüften

Öffnen Sie die Fenster nach Möglichkeit nur, wenn die Pollendichte der Luft am geringsten ist. Das sind in der Stadt die frühen Morgenstunden, auf dem Land ist abends die beste Zeit zum Lüften.

3. Fenster schützen

Wer nachts bei geschlossenem Fenster nicht schlafen kann, sollte auf jeden Fall ein Pollenschutzgitter anbringen. Die Netze gibt es zum Beispiel in Baumärkten und Drogerien.

4.  Kleider wegräumen

Lassen Sie Röcke und Blusen nicht über Nacht im Schlafzimmer liegen. Auch die Unterwäsche am besten gleich in die Waschmaschine stecken. In „Ihrer“ Pollensaison sollten Sie die Wäsche besser nicht im Freien trocknen.

5. Umweg fahren

Wer unter starkem Heuschnupfen leidet, sollte verkehrsreiche Straßen meiden und lieber auf Schleichwege ausweichen. Denn Pollen wirken aggressiver auf Schleimhäute, wenn sie mit Abgasen oder Rußpartikeln behaftet sind.

6. Urlaub planen

Generell gilt: Küste und Berge (ab etwa 1500 Metern) sind für Pollenallergiker ideal. Denn die Alpen bleiben meist pollenfrei. Dort blühen zwar auch Gräser. Aber dabei handelt es sich um Sauer- oder Riedgräser, die keine Beschwerden verursachen. Für Sonnenhungrige und Wasserfans können das Mittelmeer oder die Tropen empfohlen werden.

7. Brille tragen

Wenn die Pollen kräftig fliegen, sollten Sie die Augen mit einer Sonnenbrille schützen. Besonders gut geeignet sind Gestelle mit breiten Bügeln.

8. Pollenflug beachten

Bereiten Sie sich auf schwierige Tage vor. Pollenflugmeldungen finden Sie in den meisten Tageszeitungen. Kalender mit den üblichen Pollenflugzeiten erhalten Sie in Apotheken. Vorhersage auch im Internet unter www.pollenflug.de

 

Schimmelpilz-Allergie

Die wichtigsten Symptome: Atemnot, Kopfweh, Schlafstörungen, geschwollene Lider, tränende Augen

1. Luftfeuchtigkeit kontrollieren

Achten Sie im Bad und in Ecken zur Außenwand darauf, dass es nicht zu feucht ist. Sonst bilden sich Schimmelpilze. Die Luftfeuchtigkeit kann mit einem sogenannten Hygrometer (im Baumarkt) gemessen werden. Sie sollte 55 Prozent nicht übersteigen. Den Wert können Sie mit Stoßlüften senken: alle Fenster öffnen und 10 Minuten lang für Durchzug sorgen. Mehrmals wiederholen.

2. Pflanzen pflegen

Beobachten Sie Ihre Zimmerpflanzen. Denn an der Oberfläche von Blumenerde und Granulat kann sich schnell Schimmel bilden. Wenn Sie nicht auf sie verzichten wollen: Tauschen Sie regelmäßig die Erde aus. Mindestens einmal im Jahr.

3. Nahrungsmittel checken

Kontrollieren Sie mehrmals im Jahr Ihren Vorratsschrank. Vor allem Nüsse und Backwaren sind schnell befallen. Die Pilze können schon vorhanden sein, bevor man sie überhaupt sieht.

4. Überreife Früchte entfernen

Auch Obstschalen sind beliebte Brutstellen für Schimmelpilze, vor allem im Sommer. Gerade bei hohen Temperaturen schreitet der Fäulnisprozess schnell voran. Deshalb angefaulte Früchte immer sofort entfernen, bevor sie die gesunden anstecken können. Obstschale gründlich säubern, erst dann neue Früchte hineinlegen.

5. Gutachten einholen

Ein feuchter Fleck in der Wohnung kann auf Schimmelpilze hindeuten. Erste Hilfe: Tränken Sie einen Lappen mit 80-prozentigem Alkohol (aus der Apotheke), und wischen Sie die Stelle ab. Dabei unbedingt Handschuhe und Mundschutz tragen. Ist bereits eine Fläche von etwa einem halben Quadratmeter oder mehr befallen, sollten Sie einen Experten für Wohngifte einschalten. Adressen gibt es beim Berufsverband deutscher Baubiologen „Gesünder Wohnen“, kostenlose Hotline: 0800 2001007. In Mietwohnungen ist die Beseitigung des Schimmels Sache des Vermieters.

 

Kontakt-Allergie

Die wichtigsten Symptome: Rötung der Haut, Juckreiz, wässrige Bläschen, Niesreiz, Müdigkeit

1. Vorher waschen

Neue Kleidung oder auch Bettwäsche gehört erst in die Wäsche, bevor man sie an die Haut lässt. Damit werden alle allergenen Stoffe ausgeschwemmt, die nicht fest im Gewebe sitzen.

2. Haut schonen

Duschen Sie nicht öfter als einmal am Tag. Am besten lauwarm. Verwenden Sie statt Seife sogenannte rückfettende Syndets (aus der Drogerie). So bleibt der Säureschutzmantel der Haut intakt. Die Folge: Allergene können nicht in die Zellen eindringen.

3. Latex ersetzen

Es wird z. B. für Haushaltshandschuhe verwendet. Wer allergisch auf den Kautschuksaft ist, sollte solche aus Nitril verwenden (gibt es in Drogerien).

4. Nickel meiden

Achten Sie beim Kauf von Schmuck und Kleidungsstücken auf Metalle. Nickel ist der häufigste Auslöser von Kontaktallergien. Das Metall ist z. B. in Modeschmuck, Armbanduhren und Jeansknöpfen enthalten. Es sollte nicht direkt auf der Haut aufliegen.

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