Thymian für starke Knochen

Carolin Banser Medizinredakteurin
Thymian
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Thymian die Knochendichte bei Osteoporose verbessert © Fotolia

Vor allem Frauen nach den Wechseljahren leiden an Knochenschwund (Osteoporose). Thymian stärkt die Knochen auf natürliche Weise. Zu den Hintergründen einer aktuellen Studie.

Osteoporose macht die Knochen wach und porös. In Deutschland sind rund fünf Millionen Frauen und eine Million Männer ab 50 Jahren davon betroffen. Dass mehr Frauen als Männer an der Krankheit leiden, ist hormonell bedingt: Mit Beginn der Wechseljahre sinkt der Östrogenspiegel. In der Folge bildet der Körper zu wenig Knochensubstanz neu.

 

Basistherapie für Osteoporose-Patienten: Vitamin D und Calcium

Speziell zur Osteoporose-Vorsorge und -Behandlung gibt es Kombipräparate mit Calcium und Vitamin D3. Die Kombination ist sinnvoll, da der Knochen Vitamin D benötigt, um Calcium zu verwerten. Jetzt haben Wissenschaftler untersucht, ob sich die Knochendichte auch auf natürliche Weise erhöhen lässt – mit Thymian.

 

Thymian verbessert die Knochendichte

Das Ergebnis: Die sechsmonatige Gabe von Thymian-Extrakt verbesserte bei Frauen nach der Menopause mit Osteoporose die Knochendichte ebenso gut wie die Nahrungsergänzung mit Calcium und Vitamin D3. Die Studie wurde in der Rheumatologischen Abteilung einer irakischen Klinik durchgeführt. 40 Patientinnen (Durchschnittsalter 57-61 Jahre) in den Wechseljahren erhielten entweder 600 Milligramm Calcium und 500 internationale Einheiten Vitamin D oder Thymian-Extrakt (2 x 500 Milligramm, Kapseln). Die Knochendichte und der T-Wert (bestimmt das Ausmaß des Knochenverlusts) wurden zu Studienbeginn und nach sechs Monaten ermittelt. Die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und der Calcium-Spiegel wurden darüber hinaus in zweimonatigen Abständen gemessen.

In beiden Therapiegruppen nahmen die Knochendichte und der T-Wert  nach sechs Monaten Behandlung deutlich zu. Dadurch lagen die Werte bei 25 Prozent der Patientinnen wieder im Normbereich. Auch die BSG- und Calcium-Werte gingen in beiden Gruppen stark zurück.
Diese Ergebnisse belegen eine Verringerung der Calcium-Freisetzung aus den Knochen sowie die Besserung entzündlicher Prozesse.

 

Wie Sie Knochenschwund gezielt vorbeugen können

Mit einem Gramm Kalzium am Tag sorgen Sie dafür, dass die Knochendichte nicht abnimmt. Das entspricht einem Liter Milch oder fünf kleinen Joghurts. Meiden Sie am besten phosphorhaltige Lebensmittel wie Cola. Und: Bewegen Sie sich ausreichend – gehen Sie jeden zweiten Tag mindestens eine halbe Stunde lang spazieren. Vorsicht mit Protonenpumpenhemmern: So erleichternd die Wirkung auch ist, sie haben unangenehme Folgen. Protonenpumpenhemmer erschweren die Aufnahme von Calcium und und erhöhen das Risiko für Knochenbrüche. Osteoporose-Gefährdete sollten besser keine Säureblocker einnehmen.

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