Thunfisch in der Schwangerschaft: Gefahr für das Baby

Thunfisch in der Schwangerschaft kann dem Ungeborenen schaden. Auch in der Stillzeit sollte darauf verzichtet werden. Warum Thunfisch für das Baby so gefährlich ist.

JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Thunfisch auf der Pizza oder im Salat erscheint als unkomplizierte Methode, während der Schwangerschaft den Bedarf an wichtigen Omega-3-Fettsäuren abzudecken. Der Verzehr von Thunfisch, sowohl in der Schwangerschaft als auch in Stillzeit, kann jedoch zu irreparablen Schäden beim Baby führen. Grund dafür ist das in Thunfisch enthaltene Methylquecksilber. Es gilt als giftigste Quecksilberverbindung, die sich im menschlichen Körper ansammelt – auch im Gehirn.

Hohe Quecksilberbelastung in Meeresfisch

Auf der einen Seite ist Fisch, speziell Meeresfisch, ein wichtiger Nährstofflieferant: Besonders Omega-3-Fettsäuren, aber auch Proteine, Eisen sowie Vitamin B12 und D tragen unter anderem zu einer normalen Funktion von Gehirn, Augen und Nervensystems bei. Auf der anderen Seite sind die Meere durch Industrieabwässer mit gesundheitsschädlichen Stoffen belastet – allen voran mit dem Schwermetall Quecksilber, das sich in verschiedenen Fischsorten anreichert. Durch Mikroorganismen wird Quecksilber zu dem noch giftigeren Methylquecksilber verstoffwechselt.

Die Methylquecksilberverbindung ist vor allem in Thunfisch sehr hoch, da er als Raubfisch über seine Beute viele Schadstoffe zu sich nimmt und bis zu 15 Jahre leben kann. Es gibt einen Höchstgrenzwert für Quecksilber-Belastungen in Thunfisch. Dieser ist mit 1,0 Milligramm pro ein Kilo Frischfischgewicht festgelegt. Für Schwangerschaft und Stillzeit wurde dieser Wert allerdings als bedenklich eingestuft.

Auch andere Fischsorten weisen eine hohe Quecksilberbelastung auf, wie etwa:

  • Seeteufel
  • Heilbutt
  • Hecht
  • Rotbarsch
  • Hummer
  • Aal

Wie Thunfisch in der Schwangerschaft und in der Stillzeit das Baby schadet

Isst eine Frau in der Schwangerschaft Thunfisch oder anderen belasteten Meeresfisch, gelangt Methylquecksilber in den Blutkreislauf des Ungeborenen und entfaltet dort seine Wirkung – es kann die sogenannte Blut-Hirn-Schranke durchbrechen. Diese sorgt normalerweise dafür, dass schädliche Stoffe nicht aus dem Blut ins Hirn gelangen können. Schäden am Gehirn des Ungeborenen und an dessen Nervensystem können die Folge sein.

Dasselbe gilt für die Stillzeit. Beim Stillen wird das im Thunfisch enthaltene Methylquecksilber ungefiltert über die Muttermilch an das Baby weitergegeben, wo es sich über den Magen-Darm-Trakt verbreitet.

Der Verzehr von Thunfisch in der Schwangerschaft kann sich wie folgt auf das Ungeborene auswirken:

  • Geringere Intelligenz
  • Lernschwäche
  • Geringere visuell-räumliche Wahrnehmung
  • Beeinträchtigung der Motorik
  • Schäden an Nervensystem und Nieren

Gibt es einen Unterschied zwischen Dosenfisch und frischen Fisch?

Ob der Thunfisch aus der Dose stammt oder ob es sich um Frischfisch handelt, ist irrelevant. Auch die Zubereitungsart – ob roh als Sushi oder gebraten – macht für die Gefährlichkeit des Verzehrs in Schwangerschaft und Stillzeit keinen Unterschied. Wie Untersuchungen ergaben, enthält auch Thunfisch aus der Dose Quecksilber und kann die genannten Schäden am ungeborenen Baby verursachen. Das Trügerische daran ist, Quecksilber schmeckt man nicht, und es ist geruchslos.

Wer nicht ganz auf Seefisch verzichten möchte, sollte sich an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung halten. So gelten bis zu 70 Gramm Seefisch in der Woche als unbedenklich. Besser ist es jedoch, auf unbedenkliche Fischsorten umzusteigen, wie etwa Seelachs, Scholle, Dorsch oder Hering. Auch sie liefern Omega-3-Fettsäuren, Proteine, Vitamine sowie Selen und Jod. Diese Fischsorten sind anders als Thunfisch während der Schwangerschaft weder für das Baby noch für die Mutter gesundheitsschädlich.

Quellen:

Schwermetalle, in: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

Wie kommt das Quecksilber in die Umwelt, in: Umwelt Bundesamt

Stellungnahme zu Quecksilber und Methylquecksilber in Fischen und Fischprodukten, in: Bundesinstitut für Risikobewertung

Thunfisch & Co für Schwangere und Stillende ein Risiko, in: Berufsverband der Frauenärzte

Quecksilber erhöht – Fischmahlzeiten senken, in: Ärzteblatt