Thrombose-Ursache bei AstraZeneca-Impfstoff entdeckt!

Gaby Scheib

Nach dem Stopp des AstraZeneca-Vakzins haben sich Wissenschaftler der Uni Greifswald auf Ursachenforschung begeben: Löst der Impfstoff wirklich Blutgerinnsel im Kopf aus? Jetzt haben sie die Thrombose-Ursache bei AstraZeneca gefunden. Sind das gute oder schlechte Nachrichten für die weitere Impfstrategie?

Am 15. März hat Deutschland trotz deutlich steigender Infektionszahlen die Impfung mit AstraZeneca ausgesetzt. Grund: Nach der Impfung ist es bei mehreren Menschen zu gefährlichen Sinusvenenthrombosen im Gehirn gekommen. Erst gestern hat die Europäische Arzneimittelagentur EMA das Vakzin nun für „sicher und wirksam“ erklärt – ein ursächlicher Zusammenhang konnte aber nicht ausgeschlossen werden.

Heute dann die Nachricht: Greifswalder Wissenschaftler haben die Thrombose-Ursache beim AstraZeneca-Impfstoff gefunden, wie unter anderem der NDR berichtet.

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Aktivierte Blutplättchen als Thrombose-Ursache bei AstraZeneca

Demnach aktiviert der Impfstoff durch eine bestimmte Immunreaktion die Blutplättchen (Thrombozyten) im Körper. Der Vorgang dient eigentlich der Wundheilung: Durch die Blutgerinnung kann die Wunde heilen. Bei den betroffenen Impfpatienten wurde genau dieser Prozess ausgelöst – Blutgerinnsel im Gehirn waren die Folge. Zu diesen Erkenntnissen kamen die Forscher bei der Untersuchung von Blutproben in enger Zusammenarbeit mit dem Paul-Ehrlich-Institut und den Universitätskliniken in Graz und Wien.

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Gute Nachricht: Es gibt eine Therapie gegen die Thrombose-Bildung

Durch die Entdeckung dieser Ursache konnten direkt Therapiemöglichkeiten entwickelt werden. Kommt es in sehr seltenen Fällen zu einer Sinusvenenthrombose, können die Betroffen ein bereits zugelassenes Medikament erhalten, das gegen das Gerinnsel wirkt. Vorbeugend ist das allerdings nicht möglich, sondern erst im akuten Fall.

Da nun sowohl die Thrombose-Ursache be der AstraZeneca-Impfung gefunden wurde als auch ein Wirkstoff dagegen verfügbar ist, könnte in Zukunft eine Hirnthrombose frühzeitig behandelt werden.

Quelle:
Forschung lohnt sich in: medizin.uni-greifswald.de
AstraZeneca: Greifswalder Forscher finden Thrombose-Ursache in: ndr.de

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