Thrombose-Fälle auch bei Biontech: So reagiert der Hersteller

Mona Eichler Health-Redakteurin

Biontech/Pfizer wehrt sich gegen eine neue Studie, der zufolge Hirnvenenthrombosen bei mRNA-Impfstoffen ähnlich häufig auftreten können wie bei Vektor-basierten Impfstoffen. Alle Infos!

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Inhalt
  1. Thrombose-Fälle bei Biontech
  2. Keine besorgniserregenden Hinweise auf Hirnvenenthrombosen
  3. Kosten-Nutzen-Rechnung der Impfstoffe

Vergangene Woche veröffentlichte die Oxford Universität eine Preprint-Studie, die für Aufsehen sorgte. Die Kernaussage: Nicht nur Vektor-basierte Corona-Impfstoffe wie die von AstraZeneca und Johnson & Johnson können Thrombosen auslösen, sondern auch mRNA-Impfstoffe wie jene von Biontech/Pfizer und Moderna – und das in gleichem Maße. Vor allem die Fälle, in denen Geimpfte Hirnvenenthrombosen, also Blutgerinnsel im Hirn, entwickelten, sorgten in den vergangenen Wochen für Negativschlagzeilen, Misstrauen gegenüber AstraZeneca und zeitweilige Impfstopps

Jetzt reagiert Biontech auf die Berichte um das Thrombose-Risiko. 

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Thrombose-Fälle bei Biontech

Wie die Studie aufzeigt, kommen auf eine Million AstraZeneca-Geimpfte fünf Patienten, die in der Folgezeit an einer Hirnvenenthrombose, auch Sinusthrombose, erkranken. Beim Impfstoff von Biontech/Pfizer soll diese Quote nur minimal geringer sein: Vier Patienten von einer Million haben demnach ein Blutgerinnsel im Hirn entwickelt. 

Sowohl Biontech als dessen Partnerunternehmen Pfizer widersprechen den Ergebnissen aus Oxford. Zunächst habe man für die Studie „nicht sauber zwischen 'normalen Thrombosen', die durch eine Impfung auftreten können, aber nicht lebensbedrohlich sind, und Sinusvenenthrombosen, die im Hirn und im Zusammenhang mit einer Impfung von AstraZeneca und Johnson & Johnson aufgetreten sind“ unterschieden. 

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Keine besorgniserregenden Hinweise auf Hirnvenenthrombosen

Weltweit sind bisher über 200 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs verabreicht worden. Die auswertbare Datenlage ist also solide.

Der Hersteller betonte, die Analyse der Sicherheitsdaten habe „keine Hinweise darauf [geliefert], dass arterielle oder venöse thromboembolische Ereignisse, mit oder ohne Thrombozytopenie, ein Risiko im Zusammenhang mit der Verwendung unseres COVID-19-Impfstoffs darstellen. […] Auch die große Anzahl an Personen, die bisher geimpft wurden, hat keine medizinischen Beobachtungen ergeben, die das Sicherheitsprofil unseres Impfstoffs, das wir in den Phase-3-Studien beobachtetet haben, verändern würde.“

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Kosten-Nutzen-Rechnung der Impfstoffe

Nicht nur die Frage nach möglichen Sinusvenenthrombosen macht die Studie aus Oxford interessant. Die Wissenschaftler zeigten in ihrer Untersuchung ebenfalls auf, dass eine COVID-19-Erkrankung ein erheblich höheres Thrombose-Risiko nach sich ziehe als die derzeit eingesetzten Corona-Impfstoffe. Hirnvenenthrombosen treten demnach acht- bis zehnmal häufiger nach einer SARS-CoV-2-Infektion auf als nach einer Impfung. 

Quellen:
Cerebral venous thrombosis: a retrospective cohort study of  513,284 confirmed COVID - 19 cases  and a comparison with  489,871 people receiving a COVID - 19 mRNA vaccine, in: osf.io
Oxford-Studie: Thrombose-Fälle fast genauso häufig bei mRNA-Impfstoffen, in: rtl.de
Nach Thrombose-Risiko-Behauptung durch Oxford-Studie: BioNTech veröffentlicht Statement - mit eindeutigem Ergebnis, in: merkur.de

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